Share International, März 2020

Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus der deutschen Printausgabe.

Maitreyas Aufgabe

von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme

Seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift Share International hat Benjamin Cremes Meister vorgesehen, dass seine Artikel auch wiederholt, der jeweiligen Weltsituation entsprechend, veröffentlicht werden sollten. Tatsächlich scheinen viele heute sogar noch relevanter zu sein als zu der Zeit, in der sie erstmals erschienen sind. Der folgende Artikel wurde erstmals im März 2005 publiziert.

Es zeigt sich jetzt immer deutlicher, dass die Dynamik der Veränderungen in der ganzen Welt zunimmt. Die Ereignisse überstürzen sich geradezu, sodass nur wenige die Folgerichtigkeit erkennen können, mit der das Neue das Alte verdrängt. Wir, eure Älteren Brüder, sind uns darüber im Klaren, dass dieser Prozess jetzt unvermeidlich ist, und beobachten ihn mit Genugtuung, weil wir wissen, dass sich alles auf eine immer vollkommenere Ausführung des Plans zubewegt. 

Für die Menschen jedoch ist dies eine mühsame Zeit der Prüfung, weil sie sich jetzt bemühen, die Auswirkungen ihres Tuns zu erkennen und auch damit fertigzuwerden. Die Logik der Ereignisse leuchtet ihnen nicht ein und lässt sie an dem Göttlichen, auf das sie ihre Hoffnung setzten, zweifeln. So ist es den Menschen schon immer ergangen, wenn sie blind darum kämpften, ihren Willen durchzusetzen oder den Konsequenzen ihrer Handlungen zu entgehen.

Bei jedem Übergang in ein neues Zeitalter erleben wir solche Perioden der Spannungen und der Unentschiedenheit immer und immer wieder. Jedes neue Zeitalter setzt in der Welt neue und unbekannte Kräfte frei, die nach und nach ihre Wirkung auf den Menschen ausüben und Reaktionen auslösen. Das kann man auch heute wieder daran erkennen, wie begriffsstutzig die Menschen bei ihrer Suche nach der neuen Richtung sind, die die Energien des neuen Zeitalters ihnen abverlangen. Einige jedoch haben ein sicheres Gespür für den Weg und versuchen, ihre Mitmenschen darüber aufzuklären, was jetzt zu tun ist. Viele aber haben Angst vor Veränderungen und befürchten, dass ihnen nur Chaos und Zerstörung drohen, wenn „radikale“ Erneuerer freie Hand bekämen.

In diese zerrissene Welt ist jetzt der Christus gekommen. Er hat die Aufgabe, diese grundverschiedenen Gruppen zu versöhnen und wieder Ordnung in das Chaos und den Aufruhr der Gefühle zu bringen. Dass seine Aufgabe nicht leicht ist, wird jedem einleuchten; und ebenso klar ist, dass die Gräben zwischen den Gruppen tief und festzementiert sind. Wie muss er also vorgehen, um die Kluft zwischen dem Alten, das verängstigt ist, und dem Neuen, das gerade aufblüht, zu überbrücken? Und wie kann er dem tief sitzenden Materialismus entgegenwirken, der das Merkmal der heutigen Zeit ist? Wie soll er der Intoleranz der Religionen begegnen und ihnen helfen, die Einheit zu erfahren?

Maitreya wird sich selbst nur als einer unter vielen präsentieren, auch keine Ansprüche erheben und keine Gefolgschaft verlangen. Seine Vorgehensweise wird einfach und direkt sein und sein Stil unaufdringlich und gelassen. Die Klarheit seiner Gedanken wird allseits Aufsehen erregen. Seine Weisheit wird alle Befürchtungen der Menschen überwinden. Die Aufrichtigkeit seiner Worte wird die Herzen der Menschen erweichen und sie von ihrer Last, von Hass und Gier befreien. So werden die Menschen eine neue Erscheinungsform des Göttlichen erfahren, die sie miteinschließt und weder Abgrenzung noch Ausgrenzung kennt.

Als Verkörperung und Vermittler kosmischer Kraft und Liebe wird Maitreya allen, die darauf ansprechen, die Herzen öffnen, ihnen helfen, die Ängste und Barrieren der Vergangenheit hinter sich zu lassen und sie auf das Glück der Zukunft vorbereiten. (Share International, März 2005)


Fragen und Antworten – in Auszügen

Benjamin Creme wurden bei jedem seiner weltweit gehaltenen Vorträge, aber auch tagtäglich, unzählige Fragen zu sehr vielen Themen gestellt. Er verstand sich allerdings nie als Schiedsrichter über die Authentizität oder Aussagen anderer Gruppen. Auf dieses immense Quellenmaterial können wir zurückgreifen und die vielen von ihm und seinem Meister in den vergangenen Jahren beantworteten Fragen, die noch nicht in Share International erschienen sind, veröffentlichen. 

Fragen und Antworten  aus einer Transmissionsmeditationstagung mit Benjamin Creme, die im Mai 2001 in Shiga, Japan, stattfand.

F. Warum ist es wichtig, Vorträge zu halten?
A. Was geschieht, wenn man einen Vortrag hält? Wenn man einen Vortrag hält, stellen die Worte offensichtlich mehr oder weniger Ihre Meinungen und Ideen dar. Und die meisten Leute meinen, das sei alles, was während eines Vortrags geschieht. Das ist ein wichtiger Teil davon – aber es ist keineswegs alles, was passiert, wenn eine Person, die aufrichtig und nach bestem Wissen diese außerordentlich wichtigen Enthüllungen über die Existenz der Hierarchie und deren Rückkehr in die Außenwelt und die öffentliche Arena bekannt macht.

Wenn Sie an all die Erlebnisberichte denken, die in der Rubrik „Briefe“ in Share International veröffentlicht wurden, in denen Menschen davon erzählen, dass sie jemandem begegnet sind oder sie auf die eine oder andere Weise kontaktiert wurden, dass sie von jemandem angesprochen wurden oder jemand auf der Straße an ihnen vorbeigegangen ist, der, wie ihnen später bestätigt wurde, Maitreya oder der Meister Jesus oder ein anderer Meister war – was ist der Grund, warum sie diese Geschichte aufgeschrieben und [an die Zeitschrift] eingeschickt haben?

Warum dieses Ereignis und nicht ein anderes? Selbst wenn dabei eigentlich nichts geschehen zu sein schien – und oft scheint es auch nur eine flüchtige Begegnung gewesen zu sein, bei der nichts Besonderes geschah – das Erlebnis wurde dennoch aufgeschrieben (und, wenn es authentisch war, bestätigt), weil zwischen den Beteiligten, zwischen Maitreya oder dem Meister und der Person, die das Erlebnis hatte und die Geschichte niederschrieb, etwas geschah. Irgendetwas ist dabei zwischen ihnen passiert. Und das ist auch das, was bei einem Vortrag geschieht. Etwas passiert zwischen ihnen bei der Begegnung, und so ist das auch bei einem Vortrag.

Das Wichtigste, was Leute zu einem Vortrag mitbringen, sei es als Redner oder als Zuhörer, ist ihre Aura. Sie gehen zu einem Vortrag, der Sie interessiert, aber wenn Sie anschließend gefragt werden, worum es ging, könnten Sie das vielleicht gar nicht so genau beantworten, aber das „Gefühl“, das sie dabei hatten, die Aura der Person, die den Vortrag hielt, der Austausch zwischen ihr und dem Publikum, bleibt Ihnen wahrscheinlich unvergesslich. Jeder ist sich des physischen Körpers bewusst, aber nur sehr wenige sind sich auch des Ätherkörpers und der Energien, der Kräfte, die durch den Ätherkörper in die Welt fließen, bewusst. Dieser energetische Prozess mittels der Chakren formt die Aura eines Menschen, und die nimmt man überallhin mit. Diese Aura besteht aus dem ätherisch-physischen Körper, dem astral-emotionalen Körper, den vier Ebenen des Mentalkörpers und der einen oder anderen der drei Seelenebenen. Wenn die Person schon höher entwickelt ist, können noch einige Aspekte der monadischen Energie, ein geistiger Aspekt beteiligt sein. Wenn man also einen Vortrag hält, ist all das relevant. Diese Energien bilden den Magnetismus, den das Publikum spürt. Leute, die Transmissionsmeditation machen oder sich für die Wiederkehr der Meister einsetzen, gehören zu den bereits etwas Weiterentwickelten in der Menschheit; ihre Aura wird zunehmend magnetisch.

Wenn Sie zum Publikum sprechen, wird Ihre Aura, wird Ihr eigener Magnetismus lebendig. Sie sehen sich im Spiegel an und denken: „Was, ich? Nein, ich bin zu schüchtern!“ Natürlich sind Sie schüchtern, weil Sie sich schüchtern machen. Leute sagen, dass sie es nicht könnten, dass sie keinen Vortrag halten können, weil sie zu schüchtern seien, und überlassen das ein oder zwei anderen. Im Großen und Ganzen halten die Leute nicht die Vorträge, die sie eigentlich leicht halten könnten. Aber wenn sie es tun, werden sie zusehends sicherer. Das Vertrauen wächst, und es fällt ihnen immer leichter. Es geht nicht nur darum, die eigene Verblendung zu überwinden, sondern auch darum, sich das „Endprodukt“ vorzustellen; zu sehen, dass es um etwas außerhalb von Ihnen geht – um die Arbeit, den Plan, die Sache, für die Sie sich engagieren, und nicht um Sie. Wenn Sie sich mit dem, was Sie gerade tun (beispielsweise Bücher in einen Buchladen bringen), identifizieren, denken Sie, dass Sie sich selbst verkaufen. Wenn Sie den Fokus aber verschieben und von sich auf die Arbeit lenken und das, was sie tun, bloß damit verbinden, dass es dem Plan oder der Sache dient, werden sie feststellen, dass Sie alles bewältigen können.


Leserbriefe

Share International verfügt über einen sehr großen Vorrat an Leserbriefen mit Erlebnisberichten, die bereits von Benjamin Cremes Meister als authentisch bestätigt, aber noch nicht veröffentlicht wurden. Auf diese Briefe, die teilweise schon vor Jahren eingegangen sind, können wir jetzt zurückgreifen. Neuere Briefe veröffentlichen wir unkommentiert zu Ihrer Information. 
Leserbriefe, die von ungewöhnlichen Erlebnissen und Begegnungen berichten, sind weiterhin willkommen. Auch wenn wir sie nicht bestätigen oder angeben können, ob ein Meister dabei involviert war, könnten die Erfahrungen doch „für sich sprechen“, indem sie Hoffnung, Inspiration und Trost vermitteln. 

Persönliche Begegnungen

1982 erschien Maitreya, der Christus, in seinem „geistigen Körper“ und in einer leuchtend weißen Robe bei mir zu Hause. Und als ich 1987 die White Eagle Lodge in Hampshire besuchte, begegnete ich dort auch Jesus Christus in seinem „physischen Körper“, in westlicher Kleidung.

Ende 1990 kaufte ich das Magazin Psychic News, in dem Sie eine Anzeige über den Weltlehrer geschaltet hatten. Es war das erste Mal, dass ich diese Anzeige sah; er ist der gleiche Mann, der mir erschienen war. Ich verbreitete einige Flugblätter über ihn, aber da zog ich mir vor Ort einigen Ärger zu. Ich schrieb auch in einem Brief an Premierminister Tony Blair über Maitreya, über Wohnen, Erziehung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit. Das Wartespiel hat mich einige Nerven gekostet, und ich hoffe, dass der Weltlehrer bald mit seiner Mission für eine bessere Welt und alle Menschen beginnen wird. Ich wünsche ihm alles Gute und Ihnen ebenso.

L. L., Cheshire, Großbritannien
(Benjamin Cremes Meister bestätigte, dass der „Mann in der weißen Robe“ Maitreya war und dass „Jesus Christus“ der Meister Jesus war.

Lebenslektion

Dies ist die Geschichte einer Begegnung am 22. Oktober 2016 auf einer Ausstellung von Share International in München.

Nachdem wir unsere Ausstellung beendet hatten, saßen sechs Gruppenmitglieder noch zu einer zusammenfassenden Besprechung am Tisch zusammen. Ein Afrikaner stieß zu uns und fragte uns nach unserer Veranstaltung. Jemand von uns antwortete, dass die Ausstellung leider schon zu Ende sei, er könne sich aber gerne noch zu uns setzen. „Für mich gibt es kein Ende …“, antwortete der Mann. Wir waren verwundert – ein Gruppenmitglied erklärte ihm dann den Inhalt unserer Ausstellung. Er fuhr daraufhin fort, er sei „Prinz Mukadi, ich komme gerade aus Leipzig, wo ich meine Stiftung – Bell Amani – auf einem Treffen deutscher Stiftungen vertreten habe. Ich hatte auch die Gelegenheit, dort den sächsischen Ministerpräsidenten zu treffen, und ich plane, noch einmal Leipzig zu besuchen, ebenso Dresden und Bautzen“. Dies waren die Städte, in denen unsere Gruppenmitglieder gerade Vorträge planten.

In diesem Moment wurden wir von der für den Veranstaltungsraum zuständigen Dame gebeten, zu gehen, da sie zusperren wollte. Der afrikanische Prinz bot uns seine Unterstützung an: „Ich würde das gerne für Sie übernehmen – einverstanden?“ Und schon ging er hinaus, um mit der Dame zu sprechen. Die Tochter eines Gruppenmitglieds sauste daraufhin hinterher und kam aufgeregt zurück – er hätte ihr noch einmal gesagt, dass er ein Prinz sei!

Dann kam der Mann lächelnd zurück, um uns zu berichten, er habe fünf weitere Minuten für unsere Besprechung ausgehandelt. Ein Mitglied unserer Gruppe bot ihm daraufhin Informationsmaterial von Share International an, worauf er mit einem ernsten Gesichtsausdruck antwortete „Aber ich bin ja noch hier!“ Einige von uns sagten ihm, wie schön es sei, dass er sich noch zu uns gesetzt habe. Es herrschte eine feierliche Stimmung.

Dann fragte er uns, ob wir die Bedeutung des Namens seiner Stiftung, „Bell Amani“, kennen würden? (Es bedeutet „Glocke des Friedens“, und es stellte sich im Nachhinein heraus, dass diese Stiftung tatsächlich existiert.)

Danach verließen wir endgültig den Veranstaltungsraum. Draußen wandte sich der Mann noch einmal an uns, um in einem speziellen Tonfall zu fragen: „Sind Sie zu-frieden mit dem heutigen Tag?“ „Sie meinen, ob wir uns für heute etwas Anderes gewünscht hätten?“, gab ein Gruppenmitglied zurück und sagte noch: „Also, ja, natürlich wünschen wir uns immer noch mehr Besucher für unsere Veranstaltung.“

„Das habe ich nicht gefragt“, unterbrach der Mann. „Nochmal: Was war meine Frage?“ Wir schauten uns an. „Sie vergessen sehr schnell“, sagte er dann, „wir müssten vielleicht mehr gemeinsam meditieren“. Eine von uns gab zur Antwort: „Sie fragten uns, ob wir mit der heutigen Arbeit zufrieden seien.“ Darauf er: „Ja – das war meine Frage. Sind Sie zu-frieden mit heute?“ Dabei deutete er auf sein Herz. „Zufriedenheit kommt von innen. Im Frieden mit etwas zu sein ist ein innerer Zustand. Also, sind Sie zu-frieden?“

„Also, man ist ja oft nicht ganz zufrieden, antwortete eine Kollegin wieder. „Es geht hier nicht um ,man‘ – wer ist ,man‘? Es geht jetzt gerade um Sie und um mich. Wir sind jetzt gerade in Beziehung“, erwiderte der Prinz und deutete dabei von ihrem Herz zu seinem. Dieser Satz wirkt sehr tief auf uns alle. Er sprach noch weiter, es klang für uns wie eine Belehrung und gleichzeitig Ermutigung. Was wir als Gruppe heute erreicht hätten, sei das Zusammenwirken der einzelnen Menschen und zwar jeder mit seiner Gabe. Das mache es aus, sagt er uns noch. Jeder Einzelne bringe sich ein, all die verschiedenen Charaktere.

„Manche Menschen demonstrieren gegen etwas, zum Beispiel gegen Krieg. Aber wofür stehen Sie? Für Frieden. Und Frieden beginnt im Inneren“, dabei zeigte er wieder auf sein Herz und ergänzte: „Sie können nur das geben, was Sie haben! Und wenn Sie das geben – ist das sehr kostbar. Das ist Ihre Lebensaufgabe.“

Wir waren sehr berührt – manche hatten Tränen in den Augen.
D. M., Regensburg


Zeichen der Zeit

Weltweite Lichtphänomene

USA – In der Nacht vom 5. Januar 2020 filmte ein Anwohner in Sumiton, Alabama, ein „sehr helles“, tief am Himmel pulsierendes sternähnliches Objekt, das jedes Mal beim Aufleuchten seine Farben veränderte. (Quelle: mufon.com)

USA – In der Nacht vom 21. Dezember 2019 filmte ein Anwohner in Rome im Bundesstaat New York ein großes Flugobjekt in Dreiecksform mit leuchtenden Endpunkten und einem strahlenden Zentrum, das lautlos in Baumhöhe schwebte. „Etwa 10 Minuten lang schwebte es über meinem Garten hin und her, dann verschwand es …“, sagte er. (Quelle: mufon.com)

Portugal – Anfang November 2019 filmte ein Anwohner in Gondomar einen Schwarm strahlender, pulsierender Objekte, die über den Nachthimmel zogen, sich gleichzeitig miteinander bewegten und dabei ihre Richtung änderten. „Diese Lichter sind hier nun schon zum dritten Mal am Himmel erschienen; und auch jetzt wieder folgt ihnen ein rundes orangefarbenes Licht, das wie ein Feuerball aussieht und sich völlig geräuschlos mit großer Geschwindigkeit bewegt“, erklärte er. (Quelle: mufon.com)


Erziehung und Bildung – eine neue Dimension (Teil eins)

Zitate zum Thema „Erziehung und Bildung“ von Maitreya aus seinen Botschaften und Lehren, von Benjamin Cremes Meister und Benjamin Creme (teilweise neu übersetzt) aus Share International und den von ihm herausgegebenen Büchern. Siehe auch „Eine neue Erziehung“, SI Juli/August 2008.

Eine neue Dimension – die Dimension der Seele – wird zunehmend als die Basis kindlicher Bedürfnisse erkannt werden. Und sobald das geschieht, wird man in jedem Kind eine sich entfaltende Seele sehen, die sich auf die Entfaltung ihres Potenzials in diesem Leben ausrichtet. Die neue Wissenschaft, die Psychologie der Seele, wird Grundlage aller künftigen Erziehungsansätze sein und das Leben für Kinder und Lehrer vollkommen verändern.

Die Schulen und Hochschulen werden dann ihren institutionellen Charakter verlieren und immer mehr in die Gesellschaft integriert werden, in der das Kind lebt. Dadurch wird eine engere Beziehung zwischen Schule und Arbeit zur Regel, und der Weg zur „Schule ohne Mauern“ frei. (Maitreyas Mission, Band zwei)

Den Kindern muss das Grundwissen – Lesen, Schreiben und Rechnen – beigebracht werden. Aber das allein genügt nicht. Man muss ihnen auch beibringen, wer sie wirklich sind. Die heutigen Kinder werden die Beziehung zwischen dem Selbst und Verstand, Gemüt und Körper viel leichter verstehen, als die Erwachsenen sich vorstellen können. (Maitreyas Lehren – Die Gesetze des Lebens

Die beste Lehre – ich denke die einzig wahre Lehre – ist die, ihnen ein Beispiel zu sein. Wenn ich es wagen darf, Ihnen einen Rat zu geben, ist es dieser: Schenken Sie ihren Kindern die Freiheit von Indoktrinationen und Konditionierungen. Lassen Sie sie einfach sie selbst sein und werden. Halten Sie sie fern von „Glaubenslehren“ und bremsen sie niemals ihre Spontaneität, denn darin äußert sich ihre Einmaligkeit als Seele. (Die Kräfte des Lichts sammeln sich

Alle Bildungsinstitutionen befinden sich heutzutage ausnahmslos in einem Übergangsstadium, einige mehr, andere weniger. Es wird sehr viel Zeit brauchen, um die notwendigen Anpassungen in der Erziehungstheorie und -praxis durchzusetzen, bevor das Problem „Disziplin“ gelöst werden kann. 

Überall braucht und fordert die Jugend ihre Freiheit und das Recht ein, nicht wie devote Schlucker vorgekauten Wissens behandelt zu werden, sondern wie Abenteurer, die auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen und nach der Erfüllung ihrer Träume sind. (Maitreyas Mission, Band zwei) 


Gegensätzliche Ansichten über Erziehung und Bildung
von Phyllis Creme

Wir sind Seelen in Inkarnation. (Benjamin Creme)

Vereinfacht gesagt, gibt es seit Langem zwei gegensätzliche Einstellungen zur Erziehung von Kindern. Auf der einen Seite sieht man das Kind eher als „leeres Blatt“ oder „leeres Gefäß“, das schrittweise mit dem Wissen und den Fähigkeiten beschrieben oder befüllt werden muss, um es für die Gesellschaft, in die es hineinwächst, fit zu machen.

Die gegensätzliche Ansicht besagt, dass das Kind schon seine eigene, angeborene Qualität mitbringt, die sich allmählich entfaltet und es zu der Person werden lassen kann, die es potenziell schon ist. In der Unterrichtspraxis können sich diese beiden Ansichten natürlich in der „Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten“ und der „Entfaltung von Potenzial“ überschneiden – und Lehrer könnten durchaus argumentieren, dass ein gemischter Ansatz erforderlich sei. Allerdings spiegeln diese beiden Ansätze  zwei grundlegend unterschiedliche Menschenbilder wider – eine materialistische und eine spirituelle Sichtweise. Für Vertreter einer allmählichen „Entfaltung“ ist das Kind mehr als seine Physis, seine Entwicklung lässt sich nicht bloß auf ein Zusammenspiel von Gehirn, Genetik und Umwelt reduzieren.

Wie Benjamin Creme sagte – „Wir sind Seelen in Inkarnation“ – und Graham Peebles in seinem Beitrag in dieser Ausgabe betont, sind wir alle Teil eines großen göttlichen Ganzen. Das Wissen um Reinkarnation, dass wir eine Seele in Inkarnation sind, dass dieses Leben eines von vielen ist und bloß eine weitere Gelegenheit, auf dem Weg zur vollständigen Vergeistigung ein Stück weiterzukommen, könnte einen großen Einfluss auf unseren Erziehungsansatz haben. Vor allem wirkt sich die Vorstellung, dass wir alle Seelen sind, darauf aus, wie wir anderen Menschen begegnen. Das bedeutet für Lehrer, dass sie ihre Schüler anders beurteilen – oder noch besser nicht beurteilen: Dass sie die Schüler für das respektieren, was sie sind, anstatt nur dafür, was sie können, also für ihr Wissen und ihre Fertigkeiten. Trotz unterschiedlicher Ansichten respektieren viele Lehrer ihre Schüler grundsätzlich in diesem Sinne, aber nicht alle. Und in der Praxis ist es nicht immer einfach, diesen fundamentalen Respekt aufrechtzuerhalten, auch wenn man ihn eigentlich (theoretisch) hat.

In der viel zitierten Stellungnahme in Erziehung im neuen Zeitalter von Meister Djwhal Khul (wie von Alice Bailey aufgezeichnet) erscheint die Vorstellung von Erziehung als Entwicklung noch in einem anderen Licht: Jede Aktivität, die den Menschen zu einem physischen, psychischen, mentalen, intuitionsfördernden oder sozialen Entwicklungsschritt beflügelt und ihn aus seinem bisherigen Zustand herausführt und ihn weiterbringt, ist im Wesentlichen spirituell und weist auf die Lebendigkeit des inneren göttlichen Wesens hin.


Macht des Volkes

Seit vielen Jahren nehmen weltweit die Proteste zu, die Menschen fordern in monatelangen Demonstrationen und Streiks unermüdlich bessere Lebensbedingungen und ein Ende der Korruption.

Frankreich – Die Ende 2018 entstandene Gelbwesten-Bewegung (mouvement des gilets jaunes) hat nach mehr als einem Jahr wöchentlicher Demonstrationen an Schwung verloren. Ende 2019 folgten eher traditionelle Proteste der Gewerkschaften gegen die Rentenreform der Regierung. Den Auftakt dieser Initiative machte eine Großdemonstration, zu der am 5. Dezember in ganz Frankreich 1,5 Millionen Menschen zusammenkamen. In vielen Branchen – Transport, Bildung, Müllabfuhr, Krankenhäuser – wurde lang anhaltend gestreikt, um gegen diese Rentenreform zu protestieren.

Libanon – Die Massenproteste dauern nun schon den vierten Monat an. Die Demonstranten beklagen die schwere Wirtschaftskrise und eine politische Klasse, die man der Korruption und Inkompetenz beschuldigt. Die Demonstranten lehnen die derzeitige Praxis ab, Regierungsämter nach Religionszugehörigkeit zu vergeben und fordern eine Regierung, die aus unabhängigen Persönlichkeiten zusammengesetzt ist.

Irak – Seit Oktober 2019 hat es im Irak zahlreiche Demonstrationen gegeben, bei denen eine Absetzung der korrupten Elite gefordert wurde. Die Demonstranten protestierten zu Tausenden, obwohl sie zur Zielscheibe von Scharfschützen wurden. Im Januar 2020 nahmen 200 000 Menschen an einem Protestmarsch in Bagdad teil, bei dem die USA zum Abzug ihrer Truppen aus dem Irak aufgefordert wurden.

Iran – Im November 2019 kam es nach einer Erhöhung der Benzinpreise zu Massenprotesten. Trotz der brutalen Unterdrückung gingen auch nach dem Raketenabschuss einer ukrainischen Boeing-Passagiermaschine am 8. Januar 2020, bei dem 176 Passagiere getötet wurden, wieder viele Iraner auf die Straße. Die Demonstranten warfen der Regierung ihre Lügen und ihre Weigerung vor, die Verantwortung für den Abschuss zu übernehmen.

Indien – Die Proteste, die in den letzten Monaten in Indien ausgebrochen sind, haben ein solches Ausmaß erreicht, dass sie mit der „nationalen Unabhängigkeitsbewegung“ des frühen 20. Jahrhunderts verglichen wurden. Damals kamen die unterdrückten hinduistischen Kasten anderen religiösen Minderheiten zu Hilfe.

Die Proteste heute richten sich gegen zwei aktuelle Gesetzesvorhaben, das Nationale Einwohnermelderegister (NRC) und das neue Staatsbürgerschaftsänderungsgesetz (CAA), das die Staatsbürgerschaft auf der Grundlage der Religion zuerkennt. Im Bundesstaat Assam im Nordosten Indiens konnten zwei Millionen Menschen (von insgesamt 33 Millionen) ihre Staatsangehörigkeit nicht nachweisen, sodass sie von Staatenlosigkeit bedroht sind.

Am 8. Januar 2020 gingen bei einem Generalstreik gegen die unsoziale Regierungspolitik Millionen auf die Straßen, sodass der Transportsektor und die Industrie im ganzen Land lahmgelegt wurden. Schätzungen zufolge nahmen 250 Millionen Menschen an dem Streik teil, was diesen Protest zur größten Aktion dieser Art in der indischen Geschichte machte.
(Quellen: Le Monde, Frankreich; Commondreams.org)


Inhalt der Printausgabe

Maitreyas Aufgabe 
von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme 

Botschaft Nr. 120

UN-Bericht: 
Wachsende Ungleichheit betrifft über 70 Prozent der Weltbevölkerung

Erziehung – erweiterte Zielsetzung 
von Graham Peebles

Gegensätzliche Ansichten über Erziehung und Bildung
von Phyllis Creme

Erziehung und Bildung – eine neue Dimension (Teil eins) – eine Zusammenstellung

ZEICHEN DER ZEIT

Maßnahmen gegen den Klimawandel können nicht mehr aufgeschoben werden
von David Korten

DIE STIMME DES VOLKES

LESERBRIEFE

Fragen und Antworten