Share International, Januar/Februar 2026

Cover der Online-Ausgabe 2026

Die deutsche Online-Ausgabe der internationalen Zeitschrift Share International enthält einen Artikel von Benjamin Cremes Meister, Beiträge zu aktuellen Themen von unseren eigenen Korrespondenten sowie eine Fotoauswahl von „Zeichen der Hoffnung“, die anderen, früher von Benjamin Cremes Meister bestätigten wundersamen Phänomenen ähneln oder für sich sprechen. Darüber hinaus stellt die Online-Ausgabe in der Regel ausgewählte Erfahrungsberichte von Leserinnen und Lesern vor und bringt nicht zuletzt einige Fragen mit Antworten von Benjamin Creme.



Seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift Share International hat Benjamin Cremes Meister fast 40 Jahre lang zu jeder Ausgabe einen Artikel beigetragen. Diese sollten auch wiederholt, der jeweiligen Weltsituation entsprechend, veröffentlicht werden.

von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme

In jedem Jahrhundert gibt es einige Menschen, die ihre Zeitgenossen haushoch überragen. Ihre Begabungen sind offenkundig, ihr Genie wird von allen erkannt und bewundert. Es sind die großen Entdecker, Maler, Schriftsteller, Musiker und Wissenschaftler, deren Werk die Menschheit zu einer wachsenden Erkenntnis ihrer selbst und ihres Potenzials geführt hat.

In jüngerer Zeit lag das Hauptgewicht auf den Naturwissenschaften und der Erweiterung des menschlichen Wissens. Das hat einer bemerkenswerten Steigerung des menschlichen Denkvermögens den Weg geebnet, deren Ausmaß alle bisherigen Erwartungen übersteigt.

Man wird die kommende Zeit das Zeitalter des Lichts nennen und den Ursprung des Menschen auf Licht in jeglicher Bedeutung und Form zurückführen. Wer genauer hinschaut, kann bereits erkennen, dass der Mensch an das Tor pocht, das in die Kammer des Lichts führt. Die uralte Blindheit und Unwissenheit weichen, da die Menschen sich mit den praktischen Folgen ihrer neuen Einsichten und Technologien auseinandersetzen. Bald wird der staunenden Menschheit die Wissenschaft vom Licht, die Göttliche Wissenschaft, vermittelt werden und damit ein wichtiger Meilenstein auf dem Evolutionspfad des Menschen erreicht sein.

Bisher haben nur wenige Spezialisten Zugang zu dieser Wissenschaft vom Licht, doch es wird bereits daran gearbeitet, sie der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Man wird den gesamten Bedarf an Strom und Licht auf sichere und einfache Weise decken können und dazu die Sonnenkraft nutzen. Die Menschen werden gemeinsam, unter Maitreyas Banner in Liebe vereint, neue Wege zu den Sternen erkunden. Wenn der Mensch die Mysterien der Natur erforscht, wird sie ihre Geheimnisse lüften und zeigen, welche Ordnung und Schönheit allem zugrunde liegt.

So wird unter Maitreyas Anleitung und der seiner Jünger ein neues und einfacheres Leben beginnen. Frohen Herzens werden die Menschen ihre Streitigkeiten hinter sich lassen und einen neuen Bund der Harmonie mit allem Lebendigen schließen.

Seit Langem schon suchen die Menschen vergeblich nach dem Schlüssel zu dieser ersehnten Harmonie. Immer wieder wurden ihre höchsten Erwartungen und Anstrengungen zunichte. Jetzt macht die aufkeimende Erkenntnis ihrer Einheit ihnen erstmals bewusst, dass sie teilen und sich in ihrer Lebensweise an gerechteren und sichereren Richtlinien orientieren müssen.

Die neue Epoche – die Epoche des Lichts – ist angebrochen. In dieser kommenden Zeit werden die Menschen die Inspiration und Führung bekommen, die ihre Vorfahren nicht hatten oder ignorierten. Jetzt endlich werden die Menschen und die Meister auf der Basis von Brüderlichkeit und Vertrauen zusammenarbeiten und gemeinsam weitergehen. Unser Beispiel wird die Menschen zu übermenschlichen Anstrengungen und Leistungen inspirieren und das göttliche Licht in alle Herzen und Köpfe lenken. So wird es sein. Damit werden die großen Geheimnisse der Schöpfung offenbar werden. Damit wird der Mensch zum Schöpfer und Lenker seines eigenen Schicksals werden – ein gottgleiches Wesen, das den Namen Mensch verdient.
(Share International, September 1989)

Diese Artikel stammen von einem älteren Mitglied der Hierarchie der Meister der Weisheit. Sein Name kann aus verschiedenen Gründen noch nicht veröffentlicht werden, nur so viel, dass er esoterischen Kreisen vertraut ist. Benjamin Creme stand mit ihm in ständigem telepathischem Kontakt und erhielt die Artikel dieses Meisters per Diktat.
Weitere Artikel dieses Meisters


Share International begrüßt die Gelegenheit, sich zu erneuern, und hat einen weiteren Schritt in die digitale Welt gewagt: Nachdem die deutsche Ausgabe erstmals im Januar/Februar 2024 online ging, hat jetzt auch die englische Ausgabe Papier und Tinte hinter sich gelassen und ist nur noch online verfügbar. In dieser neuen Situation erscheint es angebracht, zu den Wurzeln zurückzukehren – auch wenn es nur dazu dient, uns selbst daran zu erinnern und neue Leserinnen und Leser über unser Leitbild zu informieren, das vor so langer Zeit formuliert wurde, sodass es vielleicht schon in Vergessenheit geraten ist.

Seit ihrer Gründung hat sich diese Zeitschrift unter einem weit gefassten und integrativen Motto weiterentwickelt: „Die internationale Zeitschrift Share International vereint die beiden vorwiegenden Denkrichtungen des neuen Zeitalters – die politische und die spirituelle Sichtweise. Sie sucht zu praktischem Handeln und Mitarbeit bei der Umgestaltung der Welt anzuregen – im Sinne von mehr Gerechtigkeit und Mitgefühl.“ In diesem Sinne der Synthese findet sich die Definition von Spiritualität – unsere essenzielle Einheit, die in allen Lebensbereichen anerkannt und in all unseren Strukturen praktisch umgesetzt wird. Um die Art von globaler Gesellschaft zu schaffen, die sich die meisten Menschen erhoffen und ersehnen, „müssen wir einen Bewusstseinswandel vollziehen, um jeden Aspekt unseres Seins in die Definition von Spiritualität mit einzubeziehen“, schrieb Benjamin Creme.

Als die Zeitschrift 1982 ins Leben gerufen wurde, übernahm Share International Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, weil er unsere Grundsätze so treffend zusammenfasste. Seitdem haben wir ihn in unserem Impressum geführt. Er war in jeder Ausgabe abgedruckt. Wenn Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte endlich umgesetzt wird, was für eine Welt werden wir dann schaffen! Der Name, den diese Zeitschrift trägt, sagt alles: Teilen – und zwar auf internationaler Ebene.

Um diese Definition zu unterstreichen, drucken wir hier Auszüge aus dem Artikel „Spiritualität“ ab, den der Gründungsherausgeber Benjamin Creme im Januar 1982 für die erste Ausgabe von Share International geschrieben hat. Dieses Konzept ist nicht neu, doch seine Auswirkungen sind so weitreichend, dass es noch immer nur in geringem Umfang Teil der vorherrschenden Weltanschauung geworden ist. Wenn man die Menschen nach ihrer Definition von Spiritualität fragen würde und worin das grundlegende Problem besteht, an dem der Fortschritt scheitert – dieses Konzept wird in ihren Antworten vermutlich nicht vorkommen.

Spiritualität
„Wir haben Systeme geschaffen, die auf den falschen Prinzipien beruhen: Wettbewerb, Polarisierung, Separatismus und Ungleichheit – in direktem Widerspruch zu unserer inneren Wirklichkeit. Diese innere Realität ist die Einheit des Menschen, eine allen gemeinsame göttliche Natur, die potenziell in jedem Menschen vorhanden ist und der ihr entsprechenden äußeren Formen bedarf, damit die innere Strahlkraft zum Ausdruck gebracht werden kann. Gewalttätigkeit heute ist meist das Resultat der Spannung zwischen dem inneren Wissen des Menschen von sich selbst und seiner Unfähigkeit, diese Erkenntnis auf der äußeren Ebene zu manifestieren. Er hat das Gefühl, dass er keine Kontrolle über die politischen und wirtschaftlichen Strukturen hat, die ihn in strikt eingeteilte Kategorien einordnen –in ein Kastensystem. Er wehrt sich gegen die äußeren Umstände, die keinen Bezug zu seinem Selbstgefühl als einem göttlichen Wesen haben.
Er liegt mit sich selbst im Krieg und mit – in einer Ausweitung seiner selbst – der Gesellschaft, deren Teil er ist. Das ist die Wurzel eines Großteils der sozialen Spannungen und der Gewalt in der heutigen Welt. Nur durch eine Umschulung der Menschheit, was die wahre Konstitution des Menschen als dreifache Wirklichkeit anbelangt – Geist, Seele und Persönlichkeit – und durch eine Aufklärung über das Gesetz von Ursache und Wirkung in Bezug auf das Gesetz der Wiedergeburt kann der Mensch sich als Seele wirklich entfalten.“

Die Welt wird schließlich erkennen, dass die Geistige Hierarchie dieses Planeten existiert; dass Maitreya, der Weltlehrer, und die Meister der Weisheit der Menschheit zur Seite stehen; dass das Leben nicht zufällig ist, sondern dass es einen Plan gibt – einen Plan Gottes; dass die Menschheit ein wesentlicher und sich entwickelnder Teil dieser Realität ist, ebenso wie alles Leben auf unserem lebendigen Planeten; dass unser Leben einen Sinn und Zweck hat, den die Meister vorleben und uns den Weg zu dessen Verwirklichung aufzeigen.

Maitreya hat gesagt: „Wenn ihr einen Schritt auf mich zugeht, werde ich zwei Schritte auf euch zugehen. Ich werde euch meine Kraft verleihen. Ich bin immer bei euch.“ Wie erschreckend die Weltlage auch sein mag, wir, die Menschen, müssen handeln, diesen einen Schritt und alles in unserer Macht Stehende tun, um unsere Menschlichkeit, unser Bewusstsein, Teil des göttlichen Ganzen zu sein, zurückzugewinnen, um in Frieden zu leben, zusammenzuarbeiten und Gerechtigkeit und Freiheit für alle zu schaffen.


In diesem Gemälde stellt Benjamin Creme die ultimative Ausrichtung der drei Hauptzentren unseres Planeten dar – Schamballa, die Geistige Hierarchie und die Menschheit. Zur Veranschaulichung dieser vollendeten Ausrichtung überlagert er das leuchtende Blau von Schamballa, symbolisiert durch einen Kreis, das türkisgrün-blaue Dreieck, das die Hierarchie symbolisiert, und das goldene Quadrat, das die Menschheit symbolisiert. Darüber schwebt die strahlend blau-weiße Form des Flammenden Diamanten, des Einweihungsstabs, der ab der dritten Einweihung zur Anwendung kommt.

Mit der Ausrichtung dieser drei Zentren erreicht der planetare Logos die Entsprechung der dritten Einweihung. Unser Planet – sein Manifestationskörper – wird dann zu einem heiligen Planeten und tritt in die nächste Phase seiner Evolution ein, wobei er alles Leben auf unserem Planeten zu neuen Höhen führt. In den uralten Archiven wird dieser „Moment“ als „helles Erstrahlen“ bezeichnet. Benjamin Creme beschrieb es 1975 in einem öffentlichen Vortrag so: „Eines Tages wird dieser Planet wie ein Diamant am Himmel funkeln.“

Es ist ein charmantes Detail, dass Benjamin Creme in seinen Arbeiten alles verwendete, was seiner Absicht diente. In diesem Fall wird beim genauen Hinsehen deutlich, dass die Form, die den Flammenden Diamanten symbolisiert, durch Aufklappen eines Umschlags entstanden ist, dessen Diamantform sich von Natur aus perfekt für diesen Zweck eignete.

Drei planetare Zentren, 1975, 76,2 x 60,96 cm, Öl und Collage auf Leinwand; signiert

Die folgende Rede hielt Jeffrey D. Sachs, Präsident des UN Sustainable Development Solutions Network und Direktor des Center for Sustainable Development an der Columbia University, am 5. Januar vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Wir geben sie nachfolgend übersetzt wieder.

Jeffrey Sachs spricht vor dem UN-Sicherheitsrat in New York

Herr Präsident, verehrte Mitglieder des Sicherheitsrats,
die Frage, mit der sich der Rat heute befasst, betrifft nicht den Charakter der Regierung Venezuelas.
Die Frage ist, ob ein Mitgliedstaat – durch Gewalt, Zwang oder wirtschaftliche Strangulierung – das Recht hat, über die politische Zukunft Venezuelas zu entscheiden oder Kontrolle über dessen Angelegenheiten auszuüben. Diese Frage betrifft unmittelbar Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen, der die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates verbietet. Der Rat muss entscheiden, ob dieses Verbot aufrechterhalten oder aufgegeben werden soll. Eine Aufgabe hätte schwerwiegendste Folgen.

Hintergrund und Kontext
Seit 1947 hat die Außenpolitik der Vereinigten Staaten wiederholt Gewalt, verdeckte Operationen und politische Manipulation eingesetzt, um einen Regimewechsel in anderen Ländern herbeizuführen. Dies ist eine sorgfältig dokumentierte historische Tatsache. In ihrem Buch Covert Regime Change (2018) dokumentiert die Politikwissenschaftlerin Lindsey O’Rourke allein zwischen 1947 und 1989 siebzig versuchte Regimewechsel-Operationen der USA.

Diese Praktiken endeten nicht mit dem Kalten Krieg. Seit 1989 gehören zu den wichtigsten Regimewechsel-Operationen der Vereinigten Staaten, die ohne Genehmigung des Sicherheitsrats durchgeführt worden sind, unter anderem: Irak (2003), Libyen (2011), Syrien (ab 2011), Honduras (2009), Ukraine (2014) und Venezuela (ab 2002).

Die dabei angewandten Methoden sind gut etabliert und gut dokumentiert. Dazu gehören offene Kriegsführung, verdeckte Geheimdienstoperationen, Anstiftung zu Unruhen, Unterstützung bewaffneter Gruppen, Manipulation der Massen- und sozialen Medien, Bestechung von Militär- und Zivilbeamten, gezielte Attentate, Operationen unter falscher Flagge und Wirtschaftskrieg mit dem Ziel, das zivile Leben zum Erliegen zu bringen. Diese Maßnahmen sind gemäß der UN-Charta illegal und führen in der Regel zu anhaltender Gewalt, tödlichen Konflikten, politischer Instabilität und großem Leid der Zivilbevölkerung.

Der Fall Venezuela
Die jüngste Bilanz der Vereinigten Staaten in Bezug auf Venezuela ist eindeutig.
Im April 2002 wussten die Vereinigten Staaten von einem Putschversuch gegen die venezolanische Regierung und billigten diesen. In den 2010er-Jahren finanzierten die Vereinigten Staaten zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich aktiv an regierungsfeindlichen Protesten beteiligten, insbesondere im Jahr 2014. Als die Regierung gegen die Proteste vorging, verhängten die USA eine Reihe von Sanktionen. Im Jahr 2015 erklärte Präsident Barack Obama Venezuela zu einer „ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der Vereinigten Staaten“.

Im Jahr 2017 diskutierte Präsident Trump bei einem Abendessen mit lateinamerikanischen Staats- und Regierungschefs am Rande der UN-Generalversammlung offen die Option einer Invasion der USA in Venezuela, um die Regierung zu stürzen. Von 2017 bis 2020 verhängten die USA umfassende Sanktionen gegen die staatliche Ölgesellschaft. Die Ölproduktion sank von 2016 bis 2020 um 75 Prozent, und das reale Pro-Kopf-BIP ging um 62 Prozent zurück.

Die UN-Generalversammlung hat wiederholt mit überwältigender Mehrheit gegen solche einseitigen Zwangsmaßnahmen gestimmt. Nach internationalem Recht ist nur der Sicherheitsrat befugt, solche Sanktionen zu verhängen.

Am 23. Januar 2019 erkannten die Vereinigten Staaten Juan Guaidó einseitig als „Interimspräsidenten“ Venezuelas an und froren am 28. Januar 2019 venezolanisches Staatsvermögen im Ausland in Höhe von etwa 7 Milliarden US-Dollar ein und übertrugen Guaidó die Verfügungsgewalt über bestimmte Vermögenswerte. Diese Maßnahmen sind Teil der seit mehr als zwei Jahrzehnten andauernden Bemühungen der Vereinigten Staaten um einen Regimewechsel.

Jüngste globale Eskalation der Vereinigten Staaten
Im vergangenen Jahr führten die Vereinigten Staaten Bombenangriffe in sieben Ländern durch, von denen keiner vom Sicherheitsrat genehmigt war und keiner im Rahmen der Charta zur rechtmäßigen Selbstverteidigung unternommen wurde. Zu den betroffenen Ländern gehören Iran, Irak, Nigeria, Somalia, Syrien, Jemen und nun auch Venezuela. Im vergangenen Monat hat Präsident Trump direkte Drohungen gegen mindestens sechs UN-Mitgliedstaaten ausgesprochen, darunter Kolumbien, Dänemark, Iran, Mexiko, Nigeria und natürlich Venezuela. Diese Drohungen sind in Anhang I dieser Erklärung zusammengefasst.

Was heute auf dem Spiel steht
Die Mitglieder des Rates sind nicht dazu aufgerufen, Nicolás Maduro zu verurteilen. Sie sind nicht dazu aufgerufen, zu beurteilen, ob der jüngste Angriff der Vereinigten Staaten und die andauernde Seeblockade Venezuelas zu Freiheit oder zu Unterwerfung führen. Die Mitglieder des Rates sind aufgefordert, das Völkerrecht und insbesondere die Charta der Vereinten Nationen zu verteidigen.
Die realistische Schule der internationalen Beziehungen, die von John Mearsheimer am brillantesten formuliert wurde, beschreibt den Zustand der internationalen Anarchie treffend als „die Tragödie der Großmachtpolitik“. Der Realismus ist daher eine Beschreibung der Geopolitik, keine Lösung für den Frieden. Seine eigene Schlussfolgerung lautet, dass internationale Anarchie zu Tragödien führt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Völkerbund gegründet, um die Tragödie durch die Anwendung des Völkerrechts zu beenden. Doch die führenden Nationen der Welt versäumten es in den 1930er-Jahren, das Völkerrecht zu verteidigen, was zu einem erneuten Weltkrieg führte. Die Vereinten Nationen entstanden aus dieser Katastrophe als zweiter großer Versuch der Menschheit, das Völkerrecht über die Anarchie zu stellen. In den Worten der Charta wurden die Vereinten Nationen gegründet, „um künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal in unserem Leben unermessliches Leid über die Menschheit gebracht hat“. Angesichts der Tatsache, dass wir uns im Atomzeitalter befinden, darf sich ein Scheitern nicht wiederholen. Die Menschheit würde untergehen. Es gäbe keine dritte Chance.

Vom Sicherheitsrat geforderte Maßnahmen
Um seinen Verpflichtungen gemäß der Charta nachzukommen, sollte der Sicherheitsrat unverzüglich die folgenden Maßnahmen beschließen:

  1. Die Vereinigten Staaten müssen unverzüglich alle expliziten und impliziten Drohungen oder die Anwendung von Gewalt gegen Venezuela einstellen und unterlassen.
  2. Die Vereinigten Staaten müssen ihre Seeblockade und alle damit verbundenen militärischen Zwangsmaßnahmen, die ohne Genehmigung des Sicherheitsrats durchgeführt wurden, beenden.
  3. Die Vereinigten Staaten müssen unverzüglich ihre Streitkräfte aus Venezuela und aus dem Umkreis Venezuelas abziehen, einschließlich aller nachrichtendienstlichen, maritimen, luftfahrttechnischen und anderen vor Ort stationierten Ressourcen, die zu Zwangsmaßnahmen eingesetzt werden.
  4. Venezuela wird die Charta der Vereinten Nationen und die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geschützten Menschenrechte achten.
  5. Der Generalsekretär ernennt unverzüglich einen Sonderbeauftragten, der beauftragt ist, mit den relevanten venezolanischen und internationalen Akteuren in Kontakt zu treten und dem Sicherheitsrat innerhalb von vierzehn Tagen Empfehlungen im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen vorzulegen, und der Sicherheitsrat befasst sich weiterhin dringend mit dieser Angelegenheit.
  6. Alle Mitgliedstaaten haben in strikter Übereinstimmung mit der Charta von einseitigen Drohungen, Zwangsmaßnahmen oder bewaffneten Aktionen außerhalb der Autorität des Sicherheitsrats abzusehen.

Zum Schluss
Herr Präsident, sehr verehrte Mitglieder, der Frieden und das Überleben der Menschheit hängen davon ab, ob die Charta der Vereinten Nationen ein lebendiges Instrument des Völkerrechts bleibt oder in Bedeutungslosigkeit versinkt.
Das ist die Entscheidung, vor der dieser Rat heute steht.
Vielen Dank.

(Quelle: Common Dreams)


Die Charta der Vereinten Nationen legt die Grundprinzipien des modernen Völkerrechts fest, insbesondere:
die Förderung der Menschenrechte,
die strikte Beschränkung des Rechts auf Gewaltanwendung gegen andere Staaten
und das strikte Verbot der gewaltsamen Aneignung von Territorium.
(Quelle: diakonia.se/ihl/resources/international-law/principles-of-public-international-law/)

Charta der Vereinten Nationen

Präambel

Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen,
künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern,
und für diese Zwecke
Duldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, dass Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern
haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken.
Dementsprechend haben unsere Regierungen durch ihre in der Stadt San Franzisko versammelten Vertreter, deren Vollmachten vorgelegt und in guter und gehöriger Form befunden wurden, diese Charta der Vereinten Nationen angenommen und errichten hiermit eine internationale Organisation, die den Namen “Vereinte Nationen“ führen soll.

Kapitel I – Ziele und Grundsätze

Artikel 1

Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele:
den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen;
freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und andere geeignete Maßnahmen zur Festigung des Weltfriedens zu treffen;
eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen und
ein Mittelpunkt zu sein, in dem die Bemühungen der Nationen zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele aufeinander abgestimmt werden.

Artikel 2

Die Organisation und ihre Mitglieder handeln im Verfolg der in Artikel 1 dargelegten Ziele nach folgenden Grundsätzen.

  1. Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder.
  2. Alle Mitglieder erfüllen, um ihnen allen die aus der Mitgliedschaft erwachsenden Rechte und Vorteile zu sichern, nach Treu und Glauben die Verpflichtungen, die sie mit dieser Charta übernehmen.
  3. Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, dass der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.
  4. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.

(Quelle: unric.org/de/charta)


Wir präsentieren hier „Zeichen der Hoffnung“ und „Zeichen der Zeit“, die anderen, früher von Benjamin Cremes Meister bestätigten „wundersamen“ Phänomenen ähneln oder für sich sprechen. Wir stellen sie Ihnen unkommentiert zu Ihrer Information vor.

Meister Jesus überschattet Murdo Macdonald-Bayne.

Ein unvergessliches Erlebnis
Vorträge von Dr. Murdo MacDonald-Bayne

Im Frühjahr 1948 hielt Dr. Macdonald-Bayne eine Reihe von Vorträgen in Südafrika. Eine Teilnehmerin, Frau Bagot-Smith, beschrieb das Erlebnis als unvergesslich: „Es waren nicht die Worte an sich, die diese Vorträge so beeindruckend machten, sondern die Art und Weise, wie sie gehalten wurden … keine Beschreibung könnte jemals die enorme Kraft der Gegenwart des Meisters vermitteln …“

Frau Bagot-Smith schilderte weiter, wie der lächelnde, sanftmütige Mann, der die Vorträge hielt, durch die überschattende Präsenz seines Meisters – des Meisters Jesus – verwandelt wurde. „Dann geschah plötzlich eine erstaunliche Veränderung: ein kurzes, scharfes Einatmen, und der Meister selbst war anwesend, im selben Körper, aber völlig anders. Wir wussten ganz genau, dass der Vortragende immer noch derselbe Mann war, den wir alle seit Jahren kannten und respektierten, aber gleichzeitig war er jemand völlig anderes. Die Veränderung war dermaßen verblüffend, dass unsere betäubten Sinne es kaum fassen konnten. Aber gleichzeitig war es wahr, und wir wussten, dass es wahr war. Der Mann vor uns wirkte nun ungewöhnlich groß, viel größer als der Vortragende selbst. Worte können die Kraft dieser erstaunlichen Tatsache nicht beschreiben, aber es war so …“

„Meinen Frieden bringe ich euch“, lautete sein Gruß und Segen, oder „Meinen Frieden und meine Liebe bringe ich euch.“ Der Segen wurde mit zwei erhobenen Fingern der rechten Hand in königlicher Manier erteilt. „Eine Stille breitete sich in der Halle aus; eine vibrierende Kraft, wie ein Strom der Wärme, durchströmte unsere Körper, brannte überall dort, wo etwas unvollkommen war, und heilte, während sie floss.“ (Quelle: collegeofuniversalscience.com)

Laut Benjamin Creme war Dr. Murdo MacDonald-Bayne (1887–1955) ein Eingeweihter zweiten Grades (2.0) und wurde von den Meistern in Tibet ausgebildet. Er war ein bekannter Heiler und Autor zahlreicher Bücher, darunter insbesondere Jenseits des Himalaya und Göttliche Heilung von Seele und Leib. In vielen Ländern der Welt gründete er Zentren zur Verbreitung der „wahren Lehren Christi“.


Im Gespräch mit Professor Richard Wolff – zweiter Teil
von Felicity Eliot

Prof. Richard D. Wolff

Professor Wolff und ich sprachen im November 2025 miteinander, wenige Stunden nachdem Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York gewählt worden war. Dieser Moment prägte unser Gespräch und führte dazu, dass wir Themen wie den extrem populistischen Ansatz der gegenwärtigen US-Regierung ansprachen, die Wut, Angst und Hass gegenüber Einwanderern oder „den Anderen“ als Sprungbrett für innenpolitische Zwecke und geopolitische Strategien nutzt. Ich bezweifle, dass „Strategie“ das richtige Wort für das derzeitige Wüten ist, das die Rechtsstaatlichkeit, internationale Vertragspflichten und die Souveränität von Staaten mit Füßen tritt – all das ist seit November letzten Jahres geschehen, was nun fast ein Jahrzehnt zurückzuliegen scheint.

Share International: Wir haben gerade über die zunehmende Bedeutung alternativer Medien gesprochen, da die Mainstream-Medien von Unternehmensinteressen aufgekauft wurden und eher diesen dienen als den Fakten.
Richard Wolff: Ich habe hier in den Staaten ein Radio- und Fernsehprogramm.

SI: Ich denke, Sie beziehen sich auf „Democracy at work“ (Gelebte Demokratie)?
RW: Das stimmt. Und wir haben, wie Sie wissen, 600 000 YouTube-Follower. Das ist eine ganze Menge Publikum. Wenn ich eine Zeitung wäre, würde ich mit 600 000 Abonnenten eine sehr erfolgreiche Zeitung sein. Das behaupte ich nicht. Aber ich habe eine Chance. In den Massenmedien ist das vorbei. Sie drucken nichts mehr von mir.
Ich habe die vorherrschende Stimmung und Meinung in den USA hinterfragt und die Manipulation von Fakten oder das Aufopfern der Wahrheit zugunsten einer allgemeinen ideologischen Haltung, die zu einem verzerrten Selbstbild der Amerikaner und ihrer Rolle in der Welt geführt hat.
Wenn ich Ihnen sagen müsste, was der wichtigste wirtschaftliche Prozess ist, der die Vereinigten Staaten im letzten halben Jahrhundert geprägt hat, würde ich antworten: die Verlagerung der kapitalistischen Industrie aus den Vereinigten Staaten vor allem nach Asien, aber auch nach Lateinamerika, Afrika und so weiter.

SI: Natürlich geht man dorthin, wo es billige Arbeitskräfte gibt. Aber wer entscheidet darüber?
RW: Richtig. Billige Arbeitskräfte. Der größte Nutznießer davon ist China – was jedoch nichts an all den Dingen ändert, die die Chinesen getan haben, um ihre wirtschaftliche Erfolgsgeschichte zu schreiben. Die Verlagerung der industriellen Produktion in dieses Land, die Schließung der Fabriken hier und im Grunde genommen deren Verlagerung dorthin ist etwas, das jeder Amerikaner erlebt. Sie wissen auch, dass die Entscheidung, eine Fabrik in Chicago oder in St. Louis oder in New York oder wo auch immer zu schließen und nach Schanghai zu verlegen, eine Entscheidung ist, die von den Großaktionären und dem Vorstand jedes Unternehmens getroffen wurde, das diesen Schritt unternommen hat. Das war nicht die Regierung, das waren nicht die Gewerkschaften, das war nicht die Öffentlichkeit, sondern sie haben das getan. Laut der US-Volkszählung sind 3 Prozent unserer Bevölkerung Arbeitgeber. Die übrigen 97 Prozent sind es nicht. Es sind also diese 3 Prozent, die die Entscheidung getroffen haben, dass ihre Zukunft als Industrie oder Unternehmen in China liegt. Die Löhne sind viel niedriger, der Markt ist der größte Markt der Welt und er wächst schneller als irgendwo sonst.

Das Problem ist, dass dies eine wütende Bevölkerung zur Folge hat, weil es in ihrem eigenen Land, zum Beispiel in den USA, Arbeitslosigkeit gibt und die Lebenskosten steigen. Aber die Unternehmenselite dieses Landes hat es zu einem Tabu gemacht, das zu erwähnen, geschweige denn, sie dafür verantwortlich zu machen. Nein, wir geben den Chinesen die Schuld. Wir geben den Arbeitnehmern die Schuld, die für mehr Wohlstand kämpfen. Wir geben allen die Schuld. Aber nicht den Wirtschaftseliten – sie trifft keine Schuld. Doch die Leute sind klüger geworden, nicht wahr? Mehr und mehr. Über alle Parteien hinweg, sei es rechts oder links. Das Interessante, was in den Staaten und in anderen Ländern geschieht, ist aus meiner Sicht auch, dass das, was für uns im alten System selbstverständlich war, nicht mehr gilt. Deshalb findet man die wütenden Menschen links und rechts. Aber da gibt es einen Unterschied, und diesen Unterschied will ich Ihnen nicht vorenthalten, weil er auch meine Hoffnung ist, und ich will nicht leugnen, dass dies zum Teil meine Hoffnung ist. Sie ist hier verkörpert durch Herrn Trump. Die Rechte versucht mit ihrem Verhalten die verbitterte und wütende Frustration einer im Stich gelassenen Arbeiterschicht auszudrücken. Wenn Herr Trump auftritt und sich gegenüber Frauen, gegenüber nicht weißen Bürgern, gegenüber seinen politischen Gegnern skandalös benimmt, setzt er die Bitterkeit und die Wut der Leute, die ihn unterstützen, in Szene.

SI: Es ist also plumper Populismus.
RW: Die 30 bis 40 Prozent, je nachdem wie man zählt, die MAGA [Make America Great Again], wie wir sie nennen. Was Herr Trump wirklich versucht, ist, die Wut der im Stich gelassenen Arbeiterschicht zum Ausdruck zu bringen, ohne die Superreichen, die ihn finanzieren, zu verprellen. Und er muss sich auf diesem dünnen politischen Eis bewegen, weil er sich darum bemühen muss, seine Geldgeber nicht vor den Kopf zu stoßen. Die führenden Kräfte der Demokratischen Partei sind ebenfalls gelähmt, weil sie die überwältigende Unterstützung der Frauen und nicht weißen Bürger haben. Aber auch sie haben sich ebenfalls finanziell abhängig gemacht, weil man in den USA Milliarden aufwenden muss, um für ein Amt zu kandidieren. So sind beide alten Führungen dadurch gelähmt, dass sie ein Tabu beachten und trotzdem eine wütende Bevölkerung ansprechen müssen. Die einzige Gruppe von Leuten, die dieses Problem nicht hat, sind die Linken. Bernie Sanders, Ocasio-Cortez, Mamdani tasten sich vor, um genau was zu sein? Das Sprachrohr der vernachlässigten Arbeiterschicht, ohne die Abhängigkeit von einer Geldgeberelite.

Herr Mamdanis Wahlkampf zeigte, dass in New York mehr amerikanische Milliardäre leben als sonstwo. New York ist eine Stadt für Reiche. Ich wohne in Manhattan. Ich spreche mit Ihnen von Manhattan aus, und ich kann Ihnen versichern, dass es kein bequemer Ort zum Leben ist, wenn man kein Geld hat. Es ist einfach zu teuer. Also taten die Großspender das, was sie normalerweise tun. Sie gaben siebenmal so viel Geld aus wie Mamdani. Wow! Und sie haben verloren! Was immer man öffentlich vernimmt, ich bin sicher, dass sie sich nur ein paar Häuserblocks entfernt von hier, wo ich sitze, treffen und sich mit ihren Beratern besprechen, wie sie jetzt mit der Situation umgehen sollen; wie sie verhindern können, dass es noch mehr Mamdanis geben wird!

Die Klügeren unter ihnen werden ihnen sagen: Ihr müsst dieses Dilemma lösen. Ihr seid vom Geld abhängig und verliert eure Basis, weil eure Abhängigkeit vom Geld euch daran hindert, eure Wut zum Ausdruck zu bringen. Die Rechte kommt zurück und sagt: Nein, wir haben die Lösung. Wir werden die hässlichsten Ausprägungen der Wut der Arbeiterklasse aufgreifen, sie anheizen, sie bündeln, sie verstärken. Wir werden Schwarze an Bäumen aufhängen, wie wir es früher getan haben. Wir werden Frauen unterwerfen, auf eine Weise, die alle an den deutschen Ausdruck „Kinder, Küche, Kirche“ erinnern wird. Erinnern Sie sich daran?

In einem früheren Gespräch mit Professor Wolff hatten wir diesen Ausdruck erwähnt – einen dominanten Slogan im nationalsozialistischen Deutschland, der wieder an Bedeutung gewinnt und im Kern darin besteht, die Rolle der Frau solle buchstäblich auf „Kinder, Küche und Kirche” beschränkt sein. Vergleichen Sie dies mit dem heutigen „Pronatalismus“ und den Bemühungen, die Frauenrechte einzuschränken, gepaart mit der Verherrlichung des übermuskulösen, dominanten Mannes, dem „Manosphere“. Ich antwortete, dass ich diese Propaganda tatsächlich kenne. Ich fügte hinzu, dass ich versuche, die Menschen davor und vor den Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes zu warnen, aber nicht jeder ist bereit, die von mir aufgezeigten Folgen zu akzeptieren: „Sicherlich nicht in unserem Land? Sicherlich nicht in unserer Zeit?“ Ich glaube, viele erkennen nicht, dass dies ein Symptom dafür ist, dass der Faschismus durch die Küchentür hereinschleicht.

RW: Und sie werden immer unverschämter werden. Schauen Sie sich an, was Herr Trump in den letzten zwei Monaten getan hat. Er hat das Militär angewiesen, Boote in der Karibik und im Pazifik zu zerstören, auf denen Menschen waren … Niemand wusste, wer sie sind, was sie tun, was sich in den Booten befinden könnte. Niemand wusste etwas. Man hat sie nicht festgenommen. Man hat ihnen keinen Anwalt gegeben. Es wurden niemandem Beweise vorgelegt, von niemandem, keine Jury, kein Richter, nur eine standrechtliche Hinrichtung!

Hier in den Vereinigten Staaten verhaften wir ständig Leute wegen ihrer Drogengeschäfte. Das ist ein ernstes Problem. Aber niemand wird dafür getötet. Es ist kein Kapitalverbrechen. In vielen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten wird niemand hingerichtet. Sie bekommen einen Prozess. Sie bekommen einen Anwalt. Aber jetzt töten wir kurzerhand diese Menschen, die nicht einmal Staatsbürger sind, die sich in einem Boot tausend Meilen entfernt befinden und daher keine unmittelbare Gefahr für irgendeinen Amerikaner darstellen. Worum geht es hier? Es ist eine Gelegenheit, die Wut eines Arbeiters zum Ausdruck zu bringen, der wütend ist und lieber „schlechte Menschen“ bestraft sehen möchte als sich selbst. Es ist dasselbe wie bei der ICE-US-Einwanderungsbehörde: ICE-Kräfte gehen auf die Straße und provozieren einen Vorfall, damit sie dann Menschen verhaften können, ohne dass es ein ordentliches rechtsstaatliches Verfahren gibt, und die Menschen werden einfach abgeführt.

SI: Meinen Sie, es handelt sich um dasselbe Phänomen?
RW: Nun, lassen Sie mich verdeutlichen, wie bemerkenswert das wirklich ist. Die größte Unterstützung für ICE kommt aus dem Mittleren Westen und dem Süden, den Hochburgen von Herrn Trump. Ein weiterer Teil seiner Anhängerschaft: Im Mittleren Westen und im Süden ist der christliche Fundamentalismus am stärksten. Das sind Menschen, die den Kirchgang ernst nehmen. Sie gehen sonntags in die Kirche, hören mehr oder weniger aufmerksam dem Pfarrer zu und wissen, dass in der Bibel davon die Rede ist, Fremde willkommen zu heißen. Josef und Maria waren Flüchtlinge. Sie wurden im Stall aufgenommen. Wie Sie wissen, ist es nicht so einfach, Christen, die die andere Wange hinhalten und Fremde willkommen heißen sollen, dazu zu bringen, ICE dabei zu unterstützen, Menschen zu verprügeln *, deren „Verbrechen“ darin besteht, dass sie verzweifelt waren und vor einer schrecklichen Situation geflohen sind, die einen Menschen dazu bringen würde, sein Zuhause, seine Kirche, seine Schule, seine Nachbarn, seine Sprache und alles andere zu verlassen.

SI: Warum haben dieselben Christen, die zur Kirche gehen, kein Problem mit dem ICE?
RW: Die Antwort lautet: Weil sie so wütend sind. Sie sind so verbittert, dass sie fast schon eine psychologische Befreiung oder Entlastung brauchen. Jemand muss für das Leid, das sie durchmachen, bezahlen. Und man hat ihnen gesagt, dass es okay sei, den Einwanderern die Schuld zu geben, sie zum Sündenbock zu machen. Aber ich sage Ihnen: Wenn sich das ändert, wenn die Linke sich durchsetzt, werden Sie erleben, wie sich Trumps Anhänger gegen ihn wenden. Und wow, das wird nicht schön werden. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was mit Mussolini am Ende des italienischen Faschismus passiert ist. Nun, wenn ich Trump wäre, würde ich mir darüber Sorgen machen. Ich meine, kurz nachdem wir das erste Mal gesprochen hatten, kam es zum Mord an Charlie Kirk. Und einige seiner Anhänger wenden sich von Herrn Trump ab, weil sie alles Mögliche wissen wollten, zum Beispiel über die Epstein-Akten und so weiter, und auch wegen der Unterstützung für Israel. All diese Dinge führen zu einer sehr undurchsichtigen und seltsamen Gesellschaft.

SI: Nun, lassen Sie mich fragen, wenn es so viel Wut und Spannung gibt … Ich erinnere mich, dass Bernie Sanders einmal gesagt hat, dass es sich diesmal anders anfühlt – als ob die Machtgier explodiert wäre, motiviert nicht durch Habsucht. Für mich fühlt es sich so an, als ob es nicht nur Habsucht und nicht nur Spaltung ist, sondern auch eine Lust an der Macht und eine Art Hunger nach Grausamkeit. Und das bringt mich zu der Frage, ob eine Gesellschaft, die so von Wut durchdrungen ist und in der sich die Spannungen aufbauen, psychologisch, kulturell, sozial und sicherlich auch wirtschaftlich an einen Punkt gelangen muss, an dem es zu einer Art Explosion oder Implosion kommt. Ich würde gerne wissen, was Sie dazu sagen.
RW: Nun, ich könnte nicht mehr zustimmen. Ich denke, das wird immer so sein, ich sollte das wahrscheinlich nicht sagen, aber es ist in meinem Kopf. Es wird also immer ein gewisses Geheimnis darum geben, was es auslöst, wissen Sie, was den Ausschlag gibt? Was ist dieser Moment, der zum Katalysator wird und alles zum Höhepunkt bringt? Manchmal scheint es etwas so Unwichtiges zu sein.

SI: Das stimmt. So wie der Erste Weltkrieg, der auf diese Weise begann.
RW: Richtig, ja. Mit etwas Unbedeutendem, sodass man rückblickend den Ersten Weltkrieg unmöglich rechtfertigen kann, weil ein obskurer Erzherzog von einem obskuren Anarchisten oder was auch immer er war, ermordet wurde. Hier in den Vereinigten Staaten gibt es Vermutungen darüber, was das sein könnte. Zum Beispiel ist es eine ziemlich verbreitete Ansicht, dass hinter dem, was wir über die Epstein-Geschichte wissen, eine viel größere Geschichte steckt und dass die Trump-Regierung in Zusammenarbeit mit anderen, die nicht wollen, dass der Rest der Geschichte öffentlich bekannt wird, große Anstrengungen unternommen hat. Es gibt einen Prozess des Verbergens und der Vernichtung von Dokumenten. Aber genug Menschen wissen genug …

Professor Wolff ging auf die wachsende Unbeliebtheit des Präsidenten im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall ein und darauf, wie der Skandal zu einer Spaltung seiner zuvor sehr fanatischen Anhängerschaft auf der rechten Seite geführt hat. Es gibt auch Kritik an Israel und seiner Zerstörung des Gazastreifens, aber im Inland haben die Epstein-Akten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen.

RW: Ein solches Thema stößt auf großes Interesse. Es wird überall in der Presse zu finden sein. Selbst die gefügigsten Wirtschaftsmedien werden sich damit befassen müssen, weil es in aller Munde sein wird. Das ist das eine, und hier ist noch etwas anderes. Trump hat die Wahl zum Teil gewonnen, weil er während seines Wahlkampfs eine bemerkenswerte Haltung eingenommen hat: Er ist gegen Krieg. Das hat er immer wieder betont. Er ist gegen diese endlosen Kriege, womit er die Ukraine, Gaza, Iran, Irak und Vietnam gemeint hat. „Ich werde den Krieg beenden.“ Erinnern Sie sich? „Ich werde ihn in der ersten Woche beenden. Ich werde einen Anruf tätigen. Ich werde es tun, ich werde es tun, ich werde es tun.“

Und was hat er getan? Nun, bisher im Grunde genommen nichts. Israel macht im Gazastreifen weiter wie bisher. Das ist ein Waffenstillstand der bizarrsten Art. Der Krieg in der Ukraine geht unvermindert weiter. Er hat den Iran angegriffen, sodass dort Krieg als Möglichkeit im Raum steht. Unterdessen bedroht er Venezuela. In den letzten Tagen hat er Nigeria bedroht, und er hat auch Mexiko bedroht. Und es gibt eine ständige Drohung gegen Kanada. Anstatt Kriege zu beenden, vermehrt Herr Trump sie. Und die Wahrheit ist, dass irgendwann jemand hier eine politische Chance sehen wird. Ich vermute, dass es ein Republikaner sein wird, insbesondere jetzt, da alle Personen, die Herr Trump bei den gestrigen Wahlen unterstützt hat, verloren haben. Alle Gewinner waren Gegner der von ihm unterstützten Personen. Das schwächt ihn, und es ist seine zweite von zwei Amtszeiten. Es ist überhaupt nicht klar, dass er eine weitere Amtszeit bekommen könnte. Ich vermute, dass er das wahrscheinlich nicht kann, und deshalb ist er das, was wir hier als „lahme Ente“ bezeichnen. Und das bedeutet, dass andere Republikaner, angefangen bei seinem eigenen Vizepräsidenten, ein großes Interesse daran haben werden, es zu versuchen, [ihn beiseitezuschieben oder abzusetzen,] ohne ihn zu verärgern.

Der erste Teil des Interviews erschien in der Dezember-Ausgabe 2025

Felicity Eliot ist Chefredakteurin von Share International und lebt in Frankreich.


von Mitch Williams

Im Jahr 2006 nahm die Harvard-Politikwissenschaftlerin Erica Chenoweth, damals noch Doktorandin, an einer einwöchigen Konferenz zum Thema gewaltfreier Widerstand teil. Damals hielt sie die Vorstellung, dass gewaltfreie Proteste große politische Veränderungen wie einen Regimewechsel oder den Sturz eines Diktators bewirken könnten, für „gut gemeint, aber gefährlich naiv“. Später erklärte sie: „In einer Gesellschaft, die an Nationalfeiertagen Kriegshelden feiert, war es wohl ganz natürlich, mit der Überzeugung aufzuwachsen, dass Gewalt und Mut ein und dasselbe sind und dass echte Siege nicht ohne Blutvergießen auf beiden Seiten möglich sind. “

Auf dieser Konferenz wurde sie jedoch von Maria Stephan angesprochen, die bald ihre Mitforscherin werden sollte und sie aufforderte, ihre Behauptung, dass große Veränderungen hauptsächlich durch Gewalt zustande kommen, zu beweisen (oder zu widerlegen). Es stellte sich heraus, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch keine detaillierte systematische Forschung durchgeführt worden war, um die Wirksamkeit gewaltfreier Proteste im Vergleich zu bewaffneten Konflikten bei der Herbeiführung großer politischer Veränderungen zu untersuchen.

Chenoweth und Stephan sahen sich daraufhin eine Vielzahl bedeutender ziviler Widerstandsbewegungen aus den Jahren 1900 bis 2006 näher an, sowohl gewalttätige als auch gewaltfreie, die alle das Ziel eines vollständigen Regimewechsels hatten. Die Ergebnisse waren für Chenoweth eine echte Überraschung, da sie zeigten, dass gewaltfreie Bewegungen mehr als doppelt so erfolgreich bei der Erreichung ihrer Ziele waren wie bewaffnete Konflikte. Darüber hinaus zogen gewaltfreie Aktionen im Durchschnitt etwa viermal so viele Menschen an wie gewalttätige. Auch die langfristigen Auswirkungen dieser gewaltfreien Bewegungen waren positiver und führten beispielsweise oft zu wesentlich demokratischeren Regierungen.

Chenoweth entdeckte im Rahmen der Untersuchung noch ein weiteres bedeutendes statistisches Muster. In allen untersuchten Fällen hatte keine der anhaltenden Bewegungen, die eine Spitzenbeteiligung von mindestens 3,5 Prozent der Bevölkerung erreicht hatten, ihr Ziel verfehlt, selbst wenn sie sich gegen brutal repressive autoritäre Diktaturen stellten. Chenoweth nannte dies die „3,5-Prozent-Regel“. Sie stellte außerdem fest, dass es sich in jedem einzelnen Fall um gewaltfreie Bewegungen handelte, die die 3,5-Prozent-Schwelle erreichten.

Zu den Beispielen, die Chenoweth für die 3,5-Prozent-Regel anführt, gehören: die Zedernrevolution 2005 im Libanon, die zur Vertreibung der syrischen Truppen und zur Wahl einer neuen unabhängigen Regierung führte; die Singende Revolution von 1987 bis 1991, die die Unabhängigkeit der von der Sowjetunion besetzten baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wiederherstellte; und die Volksrevolution auf den Philippinen im Jahr 1986, die zum Rücktritt des langjährigen Diktators Ferdinand Marcos führte.

Darüber hinaus erreichen viele gewaltfreie Widerstandsbewegungen ihre Ziele mit weniger als 3,5-Prozent-Beteiligung. Ein aktuelles Beispiel sind die von der Generation Z angeführten Proteste mit über 100 000 Menschen in der bulgarischen Hauptstadt Anfang Dezember 2025, die zum Rücktritt des bulgarischen Premierministers Rosen Zhelyazkov führten. Der größere Erfolg gewaltfreier Aufstände ist vermutlich auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Sie sind eher in der Lage, die Stützfeiler zu erschüttern, die es autoritären Regimes ermöglichen, an der Macht zu bleiben. Die Polizei ist weniger geneigt, Gewalt gegen unbewaffnete Zivilisten anzuwenden, wenn deren Zahl groß genug ist, da sich unter den Demonstranten wahrscheinlich auch Freunde und Familienangehörige von Polizeibeamten befinden. Dies war bei den Protesten in Serbien im Jahr 2000 der Fall, als die Polizei begann, Befehle zum Schießen auf Demonstranten zu verweigern. Gewaltfreie Proteste sind integrativer und können leichter mehr Menschen mobilisieren als gewalttätige. Der gewaltfreie Ansatz und die größere Zahl der Teilnehmer geben potenziellen Teilnehmern ein Gefühl von Sicherheit, sodass sie eher bereit sind, sich zu beteiligen als bei gewalttätigen Aufständen. Diese anhaltenden gewaltfreien Bewegungen können dazu beitragen, politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Macht und Einfluss aufzubauen, was zu Abwanderungen aus den verschiedenen Unterstützungsstrukturen führt.

Chenoweth weist jedoch darauf hin, dass die „Regel“ nicht unbedingt vorhersagbar ist und dass sie möglicherweise nicht in allen Fällen auch in Zukunft Gültigkeit haben wird. (Seit der Veröffentlichung des Buches Warum ziviler Widerstand funktioniert: Die strategische Logik gewaltloser Konfliktbearbeitung von Chenoweth und Stephan im Jahr 2011 gab es ein oder zwei Ausnahmen.) Denn die sich wandelnde politische, wirtschaftliche und technologische Landschaft wird wahrscheinlich zu alternativen Ergebnissen für Proteste in der Zukunft führen. Sie merkt an, dass technologische Instrumente wie soziale Medien und fortschrittliche Überwachungsmechanismen die Trends hinsichtlich der Wirksamkeit zivilen Widerstands verändern könnten. Autoritäre Regime haben zweifellos aus den Erfolgen vergangener Protestbewegungen gelernt und werden ihre Vorgehen anpassen, um den Einfluss und der Tendenz zivilen Widerstands, Überläufe zu begünstigen, entgegenzuwirken. Dies wird auch seitens der Protestbewegungen eine Änderung ihrer Taktik erforderlich machen, um weitere erfolgreiche Widerstandsbemühungen zu ermöglichen.

In ihrem TED-Vortrag von 2013 über die 3,5-Prozent-Regel plädierte Chenowith auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse über die Macht des gewaltfreien Widerstands nachdrücklich dafür, dass wir unsere Sichtweise auf die Geschichte ändern: „Was wäre, wenn unser Geschichtsunterricht den Schwerpunkt auf das Jahrzehnt des massiven zivilen Ungehorsams vor der Unabhängigkeitserklärung legen würden, anstatt auf den Krieg, der danach folgte? Was wäre, wenn unsere Sozialkundebücher Mahatma Gandhi und Martin Luther King im ersten Kapitel hervorheben würden, anstatt sie nur am Rande zu erwähnen? Und was wäre, wenn jedes Kind die Grundschule mit mehr Wissen über die Suffragettenbewegung verlassen würde als über die Schlacht von Bunker Hill?“

In diesem Jahr wurden die No-Kings-Demonstrationen in den Vereinigten Staaten, bei denen gegen autoritäre Aspekte der Trump-Regierung protestiert wurde, von vielen als mögliche Manifestation der 3,5-Prozent-Regel angesehen. An der zweiten No-Kings-Veranstaltung im Oktober 2025 nahmen nach vielen Schätzungen etwa 7 Millionen Menschen im ganzen Land teil, was sie zur größten Einzelkundgebung in der Geschichte der USA machte. Die Zahlen liegen also bereits im richtigen Bereich und nähern sich der erforderlichen Schwelle, da 3,5 Prozent der aktuellen US-Bevölkerung etwa 11 bis 12 Millionen Menschen entsprechen.

Viele Teilnehmer der „No Kings“-Kundgebungen berichteten von einer feierlichen, fast fröhlichen Atmosphäre. Dies ist sowohl ein notwendiges Element, um den gewaltfreien Charakter der Veranstaltungen zu wahren, als auch Ausdruck der Hoffnung und des Potenzials, das die Beteiligung so vieler Menschen mit sich bringt. Wenn so viele Menschen für Veränderungen eintreten, beginnt man, diese als reale Möglichkeit wahrzunehmen.

„No Kings Protest“ in New York City am 18. Oktober 2025. ( © Rhododendrites, Wikimedia Commons )

Dies steht in scharfem Kontrast zu der Hoffnungslosigkeit, die viele als Reaktion auf seit Beginn der zweiten Amtszeit von Trump in rasantem Ausmaß offen stattfindende tyrannische, unterdrückerische und undemokratische Handlungen empfunden haben. Eine dritte No-Kings-Veranstaltung ist derzeit für 2026 geplant. Dies könnte der Beginn einer anhaltenden Beteiligung sein, die notwendig ist, um Veränderungen herbeizuführen.

Chenoweth warnt erneut davor, die 3,5-Prozent-Regel zu wörtlich zu nehmen: „Hier ist es wirklich wichtig, aus der Geschichte dieser Bewegungen zu lernen, nämlich dass es in der Regel nicht um einen einzigen Tag des Protests geht. Es geht darum, langfristig Stärke aufzubauen.“ Sie bezeichnet die 3,5-Prozent-Marke als „hoffnungsvolle Zahl“, da sie den Menschen das Gefühl gibt, dass es möglich ist, wirksam gegen ein autoritäres Regime zu mobilisieren. Können die No-Kings-Veranstaltungen in dieser Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung sein?

Chenoweth schließt ihren TED-Vortrag mit der Bitte, unser neues historisches Wissen über die Wirksamkeit der Macht des Volkes bewusster zu nutzen: „Jetzt, da wir wissen, was wir über die Macht gewaltfreier Konflikte wissen, sehe ich es als unsere gemeinsame Verantwortung an, diese Erkenntnis zu verbreiten, damit zukünftige Generationen nicht dem Mythos verfallen, Gewalt sei ihr einziger Ausweg.“


von Aart Jurriaanse

Aart Jurriaanse (1907–2002) war ein südafrikanischer Autor, der auch einige Zusammenstellungen aus den Werken von Alice A. Bailey veröffentlicht hat. Er hatte Share International freundlicherweise die Erlaubnis zum Abdruck seiner Artikel gegeben, wie sie erstmals in dem Buch Bridges (1978, deutsche Ausgabe: Philosophie der Synthese*) erschienen sind. Diese inspirierenden und informativen Artikel, die wir hier in loser Folge wiedergeben, behandeln spirituelle Sichtweisen, die sich von den alten Archiven der Meister bis in unsere Zeit erstrecken.

Das Thema „Licht“ ist grundlegend für die gesamte menschliche Existenz. In den frühen Stadien unserer Entwicklung sind wir Menschen uns des Lichts nicht bewusst. Wir lernen erst im Laufe unseres Leben allmählich die verschiedenen Formen des Lichts zu unterscheiden, die unser Wesen beeinflussen. Zuerst erkennen wir das Licht der Sonne, das alle Naturreiche mit Tageslicht und mit Wärme versorgt. Und mit jeder Weiterentwicklung des Menschen, nimmt auch sein Verlangen nach Licht zu.

Das zeigt sich allein schon in der einfachen Tatsache, dass wir während der Stunden der Dunkelheit, künstliches Licht benötigen. Gleichzeitig steigt unser Bedarf an subtileren Formen des Lichts – allem voran am Licht des Wissens. Die vielen Schulen, die immer weitere Interessensgebiete erfassen und immer mehr Menschen erreichen, sind dafür ein Beispiel. Letztlich tragen die genannten und weitere Aspekte dazu bei, dass das Licht im Kopf entdeckt wird, um daraufhin das Bewusstsein zu erwecken und die Menschheit als Ganzes zu diesem Bewusstsein zu führen.

In der menschlichen Entwicklung entzündet sich das Eine Licht in vier fortschreitenden Stadien:
a) Das Licht des Instinkts. Es wird normalerweise mit dem Tierstadium in Verbindung gebracht und ist die lenkende Kraft, bevor das Licht des Denkens überwiegt.
b) Durch das Licht des Wissens werden die Verblendungen der Astralebene mit dem Licht des Denkvermögenszerstreut.
c) Das Licht der Weisheit ist das Licht der Seele. Es entsteht aus der Verschmelzung von Erfahrung und Wissen, und bringt den Aspiranten auf dem Pfad voran.
d) Das Licht der Intuition ist das Instrument des Eingeweihten. Es ist eine Verschmelzung aller geringeren Lichter und mündet schließlich in Erleuchtung.

Diese verschiedenen Stadien lassen sich nicht scharf voneinander abgrenzen. Sie vermischen und überlappen sich und werden symbolisch benutzt, um die fortschreitende geistige Entwicklung des Jüngers aufzuzeigen. Mit jedem Schritt in unserer Entwicklung eröffnen sich neue geistige Bereiche und der Kontakt zur Seele wird enger. Jeder Schritt führt zu weiterer Ausdehnung und zu größeren Fähigkeiten und Möglichkeiten. Das Erreichen größeren Lichts erhöht automatisch auch die Verantwortung des Menschen und es wird von uns erwartet, dass wir das Licht wirksam zum Wohl und zum Dienst an der Menschheit einsetzten.

Hat ein Aspirant einmal das erste Flackern des Lichts in seinem Kopf wahrgenommen, erkennt er zugleich auch verstärkt die Dunkelheit, die in ihm ist. Anfänglich kann ihn dies zu Verzweiflung und tiefer Niedergeschlagenheit führen, doch dieses Stadium muss ausgehalten und durchlebt werden, bis die dunklen Schatten schließlich vom reinen Licht der Seele vertrieben wurden. Dann wird das Leben durch die Sonne im Kopf erhellt, die ihr Licht in voller Herrlichkeit ausgießt. Dieses Licht im Kopf führt den Aspiranten zum Seelenbewusstsein und zum Pfad des Lichts.

Indem er diesen Pfad betritt, wird er zunehmend selbst zum Licht, das dann auch anderen Erleuchtung bringt und ihren Weg erhellt. Die Strahlkraft kann noch verstärkt werden, wenn die Aufmerksamkeit durch bewusst gelenkte Liebe und Meditation auf das innere Leben gerichtet wird. Der Jünger, der auf dem Pfad voran schreitet, erwirbt allmählich die Fähigkeit, das zunehmende Licht anzuwenden, wodurch er sich immer neuer Enthüllungen bewusst wird.

Manche Aspiranten bemerken gelegentlich ein diffuses Glühen im Kopf. Dabei handelt es sich um das Licht der physischen Atome im Gehirn. Später lässt sich eventuell etwas wahrnehmen, das wie eine Sonne aussieht. Dies ist eine Verbindung aus ätherischem Licht und physischen Atomen. Sollte ein intensives, helles elektrisches Licht wahrgenommen werden, so ist dies möglicherweise ein Anzeichen für das Verschmelzen des ätherischen und atomaren Lichts mit der Seele.

Das Bemerken dieser Lichterscheinungen darf jedoch nicht als Kriterium für den geistigen Entwicklungstand betrachtet werden. Viele Jünger haben bereits ein fortgeschrittenes Stadium geistiger Entwicklung erreicht, ohne sich der oben beschriebenen Gehirnstrahlung bewusst zu sein. Man sollte sich deshalb nicht beirren lassen, wenn diese Lichter im Kopf nicht wahrgenommen werden können. Weiteres Licht wird nun auch systematisch und Punkt für Punkt im wissenschaftlichen Bereich enthüllt. In diesem Licht werden zunehmend

die Beziehungen entwirrt, die zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten und der inneren Welt der Energien bestehen. Mit jeder neuen Entdeckung werden frühere Errungenschaften erweitert und ergänzt, sodass die einzelnen Lichtpunkte immer mehr miteinander verbunden und koordiniert werden. Dadurch werden die bisher noch weitgehend separaten Lichtstränge in einem zusammenfassenden Strahl gebündelt, der das neue Zeitalter ankündigen und praktisch alle wissenschaftlichen Grundkonzepte revolutionieren wird.

Dieses neue Licht bezieht sich in erster Linie auf die ätherischen Sphären, die in der Wissenschaft besser unter dem Begriff „elektromagnetisches Feld“ bekannt sind. Es erhält und durchdringt jede Form in der Natur und dient der gemeinsamen Verbindung aller manifestierten Erscheinungen mit dem einen Ganzen. In diesem Zusammenhang sollten wir uns ins Gedächtnis zurückrufen, dass „Licht und Materie grundsätzlich synonyme Begriffe sind“. Das heutige wissenschaftliche Interesse konzentriert sich im Allgemeinen vor allem auf die vielen Aspekte der Strahlung, auf ihre Richtung, ihre Kontrolle, ihren Empfang, auf Aktion und Interaktion und ihre Beziehungen in und zwischen den verschiedenen Reichen – dem Mineral-, Pflanzen-, Tier-, Menschen- und schließlich auch dem geistigen Reich. Gleichzeitig wird die Wissenschaft durch dieses neue Licht immer klarer zur Erkenntnis und zur Anerkennung der Existenz der Seele und des Geistes gelangen.

Das göttliche Licht
Auf seinem evolutionären Pfad auf der Erde kommt der Jünger mit dem Licht der Materie, dem Licht des Denkvermögens, dem Licht der Seele und mit der Intuition in Kontakt. Diese Lichter helfen ihm Vollendung auf Erden zu erlangen und unterstützen ihn solange, bis keine Notwendigkeit mehr besteht, weitere physische Erfahrungen zu machen, das heißt, erneut in das Leben der Erscheinung zurückzukehren. Wenn das magnetische Licht der Seele mit dem des Vitalkörpers verschmilzt, werden die Atome des physischen Körpers bis zu dem Punkt angeregt, an dem jedes einzelne Atom zu einem kleinen strahlenden Zentrum wird. Wenn der Mensch vom Seeleneinfluss durchdrungen ist, strahlt dieses Licht durch seinen ganzen Körper. Ein solcher Strahlungseffekt, der sie ganz mit Licht umhüllt, ist bekanntlich an den Körpern von Weisen und Heiligen zu beobachten. In seinen weiteren Schritten tritt der Eingeweihte dann ein in überirdisches Licht, das göttliche Licht, das vom Logos ausstrahlt und das durch die geistige Triade übermittelt wird. Dieses größere Licht eröffnet ihm ungeahnte neue Horizonte, die jenseits aller Beschreibung und allen menschlichen Erkenntnisvermögens liegen.

* Philosophie der Synthese. Eine Einführung in die zeitlosen Weisheitslehren, 2. Auflage 2014, Verlag Hans-Jürgen Maurer, Frankfurt, maurer.press


Im Oktober letzten Jahres begann eine Gruppe buddhistischer Mönche einen 3700 Kilometer langen Friedensmarsch quer durch die Vereinigten Staaten. Unter der Leitung des Ehrwürdigen Bhikku Pannakara starteten sie von einem vietnamesischen buddhistischen Tempel in Fort Worth, Texas, und werden ihre Reise im Februar 2026 in Washington D.C. beenden.

Pannakara erklärte den Zweck des Friedensmarsches wie folgt: „Wir möchten das Bewusstsein aller Menschen für den Frieden stärken. Denn ich habe bereits so viel Leid um uns herum gesehen. Deshalb möchte ich einfach einen Moment, eine Botschaft mit allen Menschen teilen, denen wir unterwegs begegnen. So kann jeder üben, inneren Frieden zu finden und ein friedliches Leben zu führen; ich möchte einfach diese Botschaft der Achtsamkeit, der liebevollen Güte und des Mitgefühls weitergeben. So werden hoffentlich alle in Einheit und Harmonie leben.“

Die Reise der Mönche führt durch zehn Bundesstaaten im Süden der USA, wo sie in der Hauptstadt jedes Bundesstaates Halt machen. Ihre Aktion hat Tausende und Abertausende von Menschen dazu bewegt, sie entlang der Strecke zu begrüßen. Viele applaudieren oder überreichen den Mönchen Blumen, während andere vor Freude weinen, wenn die Mönche an ihnen vorbeigehen. Ihr Social-Media-Auftritt hat inzwischen über eine Million Follower.

Als Bürgermeister Daniel Rickenmann die Mönche im Regierungsgebäude in Columbia, South Carolina, begrüßte, wandte er sich an die Menge: „Es ist großartig, dass diese Wanderung gerade zu einem Zeitpunkt durch unsere Stadt und unseren Bundesstaat führt, an dem wir sie wirklich brauchen. Wir brauchen sie als Gesellschaft.“ Der Bürgermeister erklärte zusammen mit dem Senator des Bundesstaates South Carolina, Deon Teddor, den 10. Januar zum Tag des Friedensmarsches in Columbia.

Das gibt uns definitiv Hoffnung“
Bhikku Pannakara wandte sich ebenfalls an die versammelte Menge im Regierungsgebäude: „Lasst uns nun all den Hass und all die Wut loslassen. Lasst uns alle mit liebevoller Güte und Mitgefühl betrachten, damit Frieden in diesem Land und auf der ganzen Welt erblühen und gedeihen kann.“ Und bei einer anderen Veranstaltung sagte er: „Frieden beginnt immer im Inneren. Wir müssen nicht nach außen schauen, um Frieden zu finden. Wir müssen nur nach innen schauen.“

Eine Frau unter den Tausenden von Menschen, die gekommen waren, um die Mönche in South Carolina zu begrüßen, sagte: „Ich denke, das gibt uns definitiv Hoffnung. Ich bin froh, dass wir dabei sein dürfen. Ich glaube, das wird Teil der Geschichte werden … aber noch wichtiger ist, dass es einfach wirklich ‚Hoffnung‘ gibt.“ Eine andere Frau sagte: „Ich finde es toll, dass alle gekommen sind; Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, die gekommen sind, um den Friedensmarsch zu unterstützen. Ich finde, egal welcher Religion man angehört, man sollte kommen und den Friedensmarsch unterstützen.“

Allerdings ist der Marsch nicht ohne Risiken. Ein buddhistischer Mönch, der sich auf die Reise begeben hatte, der Ehrwürdige Maha Dam, erlitt schwere Verletzungen, als ein Lastwagen das Begleitfahrzeug der Mönche rammte und es gegen ihn schleuderte, sodass ihm ein Bein amputiert werden musste. Dadurch sank die Zahl der Mönche, die den Marsch fortsetzen, auf 18. Maha Dam blickte auf seine Teilnahme am Friedensmarsch zurück und sagte: „Ich bereue nichts. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, obwohl ich das Risiko kannte, und wusste, dass ich bereit sein würde, dieses Opfer zu bringen, wenn mir etwas zustoßen sollte. Ich bin einfach überwältigt von dem Gefühl, die Botschaft von Frieden, Mitgefühl, Liebe, Harmonie und gemeinschaftlichem Zusammenkommen zu verbreiten.“

Und ein Hund, den Pannakara in Indien gerettet hat und Aloka („göttliches Licht“ auf Sanskrit) heißt, hatte eine bereits bestehende Verletzung am Bein, die sich während der Wanderung verschlimmerte, sodass er in North Carolina operiert werden musste. Seitdem ist er wieder bei den Mönchen und wird langsam an das Laufen gewöhnt, wobei er für Pausen in einem Van mitfährt. In den Lokalnachrichten in South Carolina war ein junges Mädchen zu sehen, das ein buntes Schild mit der Aufschrift „Aloka for President“ hochhielt. In den sozialen Medien hat er eine halbe Million Follower gewonnen.

Auch der Ehrwürdige Bhikku Pannakara hat einige leichte Verletzungen davongetragen. Ähnlich wie bei einem Friedensmarsch, den er 2022 in Indien unternommen hat, wandert er barfuß durch die USA. Aufgrund der Straßenverhältnisse in den USA müssen seine Füße jedoch jeden Tag wegen Verletzungen durch Steine, Nägel und Glas verbunden werden.

Zwei der Mönche halten sich an die buddhistische Disziplin des Dhutanga, die ihnen erlaubt, auf ihrer Reise nur drei Körperhaltungen einzunehmen: Gehen, Stehen und Sitzen. Da sie sich nicht hinlegen können, verbringen sie die ganze Nacht sitzend und meditierend. „So tanken sie neue Energie“, sagte Neerak Bajracharya, der Ansprechpartner für Behörden und Pressekoordinator für den Friedensmarsch.

Die Herzen aller Amerikaner erreichen
Nachdem er eine Gruppe in buddhistischen Gebeten angeleitet hatte, sprach der Ehrwürdige Bhikkhu Pannakara über die Bedeutung, den Frieden zu bewahren: „Nun, da wir alle anderen um Vergebung bitten und ihnen und uns selbst vergeben, haben wir ein neues Leben. Stimmt das? Wir sollten dies unser ganzes restliches Leben lang tun.“

Auf die Frage, warum die Wanderung in der US-Hauptstadt endet, antwortete Bajracharya: „Wir planen, nach Washington D.C. zu gehen, weil Washington D.C. das Herz der Nation ist. Indem wir das Herz der Nation erreichen, glauben wir, dass wir die Herzen aller Amerikaner in den Vereinigten Staaten erreichen können, und indem wir von dort aus die Friedensbotschaft überbringen, denken wir, dass wir all diese Amerikaner in den gesamten Vereinigten Staaten erreichen können.“ In Washington D.C. wird die Gruppe den Kongress bitten, den Tag der Geburt Buddhas und seiner Erleuchtung, bekannt als Vesak [Wesak], als nationalen Feiertag anzuerkennen.

Bajracharya erklärte die grundlegenden Gründe für den Friedensmarsch: „Der Kerngedanke, der Grundstein dieser Initiative, ist Frieden, Einheit, Mitgefühl und Heilung. Und wir möchten jeden einzelnen Menschen in Amerika erreichen.“ Er war erstaunt über die Resonanz in der Öffentlichkeit: „Wir erhalten Anrufe aus der ganzen Welt.“
(Quellen: The Guardian; US Current Affairs & WIS News 10)


Die Menschheit ist mächtig. Sie hat keine Ahnung von ihrer Macht. Es gibt nichts Mächtigeres als eine gut informierte, geballte öffentliche Meinung. Maitreya zählt auf eine massierte öffentliche Meinung, damit die gegenwärtige Kommerzialisierung zu Fall gebracht und die Prinzipien des Teilens und der Gerechtigkeit eingeführt werden können. Wir sind es uns selbst schuldig, das zu tun. Niemand sonst wird es tun. Sie wissen Bescheid, also können Sie den Ball ins Rollen bringen. Er wird nicht von selbst rollen.
(Benjamin Creme, Share International, April 2009)

Noch nie war die Notwendigkeit eines Wandels so dringend und so offenkundig. Nie zuvor war dem Menschen die Gefahr der Untätigkeit so bewusst, und noch nie war er wie jetzt bereit, sein Herz für die Notlage seiner Brüder und für die Zukunft seines Planeten zu öffnen.
(Benjamin Cremes Meister, „Reflexionen des Göttlichen“, Share International, Mai 1994)

Der erste Schritt zur Schaffung dieser rechten Beziehungen zu den Mitmenschen (weltweit) ist die Umwandlung unserer politischen, ökonomischen und sozialen Strukturen. Die geistige Krise, die die Menschheit jetzt erlebt, konzentriert sich auf diese drei Gebiete, und im Kern der ökonomischen Krise steht das Problem der Verteilung und Umverteilung. Gerechte zwischenmenschliche Beziehungen sind die nächste, gottbefohlene Aufgabe, die zu bewältigen ist. Richtige mitmenschliche Beziehungen mit unseren Brüdern und Schwestern in der Dritten Welt sind nicht möglich, solange wir in Überfluss und Verschwendung leben, während sie hungern und zu Millionen sterben. Die Lösung liegt auf der Hand: Miteinander die Naturschätze und den Ertrag dieser reichen Erde zu teilen ist der wesentliche erste Schritt zur Gerechtigkeit untereinander. Der Christus wird das ganz klar sagen und die Menschheit dazu anspornen, in diesem Sinn zu handeln.
(Benjamin Creme, Maitreyas Mission, Band eins)

Der nächste für die Menschheit vorgesehene Schritt besteht darin, richtige mitmenschliche Beziehungen zu entwickeln. Das bedeutet, dass wir unsere Fähigkeit, in Frieden zu leben, beweisen müssen. Gelingt es uns nicht, in Frieden zu leben, können wir nicht überleben, denn ein weltweiter Krieg würde heute alles Leben zerstören. Der erste Schritt, der zu richtigen menschlichen Beziehungen führt, besteht darin, die Voraussetzungen für den Frieden zu schaffen. Maitreya sagt, das sei einfach, denn es gebe nur einen Weg, der zum Frieden führe: Gerechtigkeit in der Welt zu schaffen. Ohne Gerechtigkeit wird es nie Frieden geben, und ohne Frieden keine Welt. Wie aber schaffen wir Gerechtigkeit? Indem wir die Ressourcen teilen. Es gibt sie mehr als genug für alle Menschen in der Welt. Wenn wir teilen, so sagt Maitreya, machen wir den ersten Schritt zu unserer Göttlichkeit. Teilen, sagt er, ist göttlich, Freiheit ist göttlich, und Gerechtigkeit ist göttlich. Das sind alles göttliche Aspekte. „Um seine Göttlichkeit kundzutun, muss der Mensch sich diese drei zu eigen machen.“ [Botschaft 81]
(Benjamin Creme, Die Große Annäherung)

Zweifelsohne ist diese Zeit für die Menschheit von großer Bedeutung. Die Entscheidungen, die die Menschen jetzt treffen, werden die Zukunft dieses Planeten in höchstem Maße bestimmen. Künftige Generationen werden sich wundern, mit welcher offenkundigen Leichtigkeit sich viele Menschen heute über alle Bedenken angesichts der Missstände in der Welt hinwegsetzen konnten: Millionen verhungern in einer Welt, die mit einem Überfluss an Nahrung gesegnet ist, und Millionen sind unterernährt und immer hungrig. Viele wissen das und tun trotzdem nichts. Wie kann das sein? Was hindert sie daran, zu handeln? Der Grund dieser Tatenlosigkeit ist Selbstgefälligkeit, die Wurzel allen Übels in der Welt. Selbstgefälligkeit ist auf die kriminelle Grundhaltung, sich abzuschotten und andere auszugrenzen, zurückzuführen, die die Menschheit spaltetund brüderlichem Verhalten im Wege steht. Diese Wahrheit müssen die Menschen endlich erkennen, sonst werden sie zugrunde gehen. Brüderlichkeit ist sowohl eine Idee als auch die Realität unseres Lebens auf diesem Planeten. Solange die Menschen nicht nach dem Prinzip der Brüderlichkeit handeln, werden alle Anstrengungen vergeblich sein.
(Benjamin Cremes Meister, „Brüderlichkeit“, Share International, Juni 2010)

Teilen
Die Menschen – alle Menschen – sind potenzielle Götter, und diesen Bedürfnissen entsprechend müssen sie die Bedingungen schaffen, unter denen sich alle entfalten können. Wir werden euch gern dabei helfen, wenn ihr den ersten kleinen Schritt in diese Richtung macht. Der erste Schritt ist weder schwer noch riskant. Ihr habt nichts zu verlieren, könnt aber eure Göttlichkeit gewinnen: Dieser erste Schritt heißt Teilen.
(Benjamin Cremes Meister, „Hilfe wird benötigt – und auch angeboten“, Share International, September 2006)

Von entscheidender Bedeutung für die gesamte Transformation der Menschheit ist, dass das Prinzip des Teilens angenommen wird. Nur damit kann es Gerechtigkeit geben, und auf Gerechtigkeit beruht der Frieden in der Welt. Seltsam genug, dass der wichtigste Schritt von allen, das Teilen, am einfachsten zu verwirklichen ist. Wenn das Prinzip des Teilens erst akzeptiert ist, lassen alle anderen Probleme sich viel leichter lösen.
(Benjamin Creme, Die Große Annäherung)

Maßnahmen ergreifen
Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und die anderen machen lassen. Wenn wir Veränderungen wollen, müssen wir sie angehen – fordern Sie den Wandel, marschieren Sie, organisieren Sie sich, tun Sie alles, was legal ist, damit diejenigen, die die Veränderungen vollziehen können, unseren Wunsch danach vernehmen. … Maitreya kann uns lehren, informieren, inspirieren und damit ein zuverlässiges Sprachrohr schaffen – die Stimme des Volkes auf der ganzen Welt –, eine deutliche Mehrheit, gegen die kein Land in der Welt ankommt. Wir brauchen eine informierte, gebildete, weltweite öffentliche Meinung, die für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit eintritt. Weniger genügt nicht. So wird es vor sich gehen.
(Benjamin Creme, The Awakening of Humanity)

Wenn die Menschheit begreift, wie gefährlich das ökologische Ungleichgewicht ihrer planetarischen Heimat ist, muss sie dringend die benötigten Maßnahmen treffen, um Abhilfe zu schaffen. Wenn die Menschen nicht mit aller Entschiedenheit reagieren, würden sie sich schuldig machen, den Planeten langsam, aber unausweichlich zerstört zu haben. Welches Erbe wollen sie dann ihren Kindern hinterlassen? Damit diese Selbstzerstörung nicht so weitergeht, müssen alle gemeinsam handeln und die nötigen Opfer bringen. Ein vollständiger Sinneswandel ist nötig, sowohl was die Komplexität des Planeten betrifft als auch die heute vermeintlichen Bedürfnisse der Menschen.
(Benjamin Cremes Meister, „Rettet den Planeten“, Share International, Mai 2007)

Maitreya wird nicht durch die Menschheit „sprechen“, sondern durch die Menschheit wirken, um die Welt zu verändern. Wenn das Christusprinzip in Ihrem Herzen erwacht ist, kann er durch Sie wirken; er kann Sie in dem Maße stimulieren und anregen, wie dieses Prinzip in Ihnen lebendig ist, so dass Sie mit Ihrem Handeln auf seine Lehre, seine Energie, seine Ideen reagieren – aber die eigentliche Arbeit tun Sie. Je mehr Sie für die Welt tun, um so mehr von dieser Energie fließt Ihnen zu: Wenn Sie einen Schritt auf ihn zugehen, kommt er Ihnen zwölf Schritte entgegen.
(Benjamin Creme, Maitreyas Mission, Band drei)

Voraussetzungen für die Zukunft
Schritt für Schritt werden die Menschen die für die Zukunft notwendigen Voraussetzungen schaffen. Dabei sind das Lebensziel und der freie Wille aller zu respektieren. Das Recht auf essenzielle Lebensbedingungen – Nahrung, Wohnung, medizinische Betreuung und Bildung – muss die Richtschnur jeder staatlichen Maßnahme sein. Der Schutz der Umwelt – mit allem, was dazugehört – muss zu einer heiligen Pflicht werden, damit der Planet allmählich wieder gesunden kann. So muss es sein, wenn die Menschen sich ihres Erbes würdig erweisen und den Weg zu Gott wiederfinden wollen.
(Benjamin Cremes Meister, „Voraussetzungen für die Zukunft“, Share International, April 2000)

Unter seiner [Maitreyas] Anleitung werden die Nationen mit der Aufgabe beginnen, den gegenwärtigen schlechten Gesundheitszustand der Erde zunächst zu lindern, damit diese wieder Atem schöpfen kann, und dann zu heilen. Der Schlüssel zu dieser Kur ist ein einfacherer und vernünftigerer Lebensstil. Der momentane zügellose Missbrauch der Ressourcen darf nicht mehr länger geduldet werden. Sobald die Menschheit dies wirklich begreift, wird man die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um den Ressourcenverbrauch einzuschränken und damit eine Regeneration und Stabilisierung des Erdballs zu erreichen.
(Benjamin Creme, Maitreyas Mission, Band drei)

Gebt mir die Gelegenheit, euch zu helfen; dafür bin ich gekommen. Wenn ihr meine Hilfe annehmt, kann ich euch den Weg zu eurer eigentlichen Bestimmung zeigen, wie sie seit Anbeginn dieser Welt vorgesehen war. Es hängt alles von euch ab: Ihr müsst die Schritte tun, die das möglich machen. Wir müssen uns als Einheit, als Brüder und Schwestern begreifen und zum Wohle aller zusammenarbeiten. Entgegen allem Anschein leben wir nicht voneinander getrennt, wir sind eine große Gruppe, deren Teil ich bin und für die ich mich in jedem Moment meines Lebens einsetze. …
(Botschaft von Maitreya am Ende eines Interviews von Benjamin Creme bei Radio Ici & Maintenant, Paris, Frankreich am 26. März 2010, Share International, Mai 2010)

Unsere Wahl
Krieg in jeder Form muss der Vergangenheit angehören, aber die Entscheidung für diesen Schritt kann und darf nur der Mensch treffen. Ich wiederhole, unsere Aufgabe ist es, den Weg zu zeigen und die Pläne zu umreißen, aber für jeden Schritt auf diesem Weg sind die Menschen selbst zuständig. Habt keine Angst, es wird gelingen. Die Menschen haben ein Leben vor sich, das vielversprechender nicht sein könnte.
(Benjamin Cremes Meister, „Die Rolle der Meister“, Share International, April 2013)

Die Menschheit steht vor einer schweren Entscheidung. Meine Liebe erzeugt eine Polarisierung der Standpunkte; das ist das Schwert, das ich führe. Macht euch bewusst, meine Freunde, wo ihr steht, und nehmt mein Licht in euch auf. Gebt acht, wohin ihr eure Füße setzt: auf die Stufen, die zu einem Morgen führen – oder ins Vergessen. Männer und Frauen der Welt, meine Brüder, meine Kinder, ich rufe euch zu: Geht den Weg aufwärts ins Licht der Wahrheit, die ich bringe, damit ihr euch als die Götter erweisen könnt, die ihr seid. Viele wissen bereits, dass dies der einzige Weg für den Menschen ist. Macht bekannt, wo ihr, meine Freunde, jetzt steht.
(Maitreya, aus Botschaft Nr. 64)

F. Ich habe in all den Jahren Ihren Informationen immer vertraut und gehofft, Maitreya zu sehen, aber es wird immer schwieriger, die Geschichte zu glauben. Warum kann er sich nicht einfach öffentlich zu erkennen geben? Die Lage der Welt kann doch kaum noch schlimmer werden? Viele Leute halten es schon nicht mehr aus, sich die Nachrichten anzusehen oder anzuhören – es gibt zu viel Leid und zu vieles läuft falsch.
A. Ich kann dieses Gefühl verstehen, aber es ist bloß ein Gefühl, und es lässt das Gesetz unberücksichtigt, das Maitreya nicht außer Acht lassen darf: das Gesetz der menschlichen Willensfreiheit. Wenn wir uns in den letzten 30 Jahren mehr bemüht hätten, die erkennbaren Fehler zu korrigieren, indem wir das Prinzip des Teilens eingeführt hätten, Gerechtigkeit hergestellt und Frieden in der Welt geschaffen hätten, dann hätten wir Maitreya schon längst öffentlich zu sehen bekommen. Beschuldigen wir uns selbst, nicht Maitreya (oder mich!).
(Benjamin Creme, The Awakening of Humanity)


von Doug Griffin

Trotz der seit Langem bestehenden „Unvereinbarkeiten“ zwischen Wissenschaft und Religion – die in Wirklichkeit nur eine Frage der Sichtweise sind – scheint es, als habe sich die Wissenschaft, nicht ohne eine gewisse Ironie und ganz im Stil eines Shakespeare-Dramas, ein pseudo-religiöses Gewand übergestreift. In ihrer aktuellen Ausprägung scheint sie sich mehr um den Schutz und die Aufrechterhaltung eines orthodoxen Glaubenssystems zu befassen, das historisch den konventionellen Religionen vorbehalten war, als um ihr früheres Bestreben, die Geheimnisse der Natur frei zu erforschen und zu ergründen. Wo sind heute die frei denkenden Außenseiter der Wissenschaft zu finden – die Teslas, Einsteins, Heisenbergs, Curies und Faradays, deren bahnbrechende Entdeckungen uns eine technologisch moderne Welt beschert haben? Sie werden im Wesentlichen an den Rand einer pseudowissenschaftlichen Orthodoxie gedrängt, die mehr an ihre gut finanzierten „etablierten Wahrheiten“ glaubt, als diese Wahrheiten zu überprüfen und infrage zu stellen.

Bei Tesla zum Beispiel, der mit seiner Erfindung eines Systems zur Erzeugung und Verteilung von Wechselstrom den gesamten Planeten revolutionierte, wurden nach seinem Tod im Jahr 1943 alle seine technischen und wissenschaftlichen Unterlagen beschlagnahmt. Dies geschah aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ durch eine geheimnisvoll klingende Abteilung der US-Regierung namens Amt für ausländisches Eigentum (Office of Alien Property, OAP), obwohl einige vermuten, dass es sich in Wirklichkeit um das FBI handelte.

Tesla hatte trotz seiner Leistungen den letzten Teil seines Lebens in relativer Armut und Vergessenheit verbracht, geächtet von den führenden Kreisen, die seine unkonventionellen Ansichten, insbesondere zum Thema der sogenannten freien Energie, als problematisch empfanden. Diese Kreise stehen für eine unheilige Allianz zwischen den schlimmsten Aspekten von Politik und Privatwirtschaft, oder wie Präsident Eisenhower es treffend formulierte: „des militärisch-industriellen Komplexes“.

Wie der Erfinder James F. Murray III. einmal sagte, wird sich die Suche nach einer unerschöpflichen, sauberen Energieform als äußerst schwierig erweisen, „nicht wegen technischer Einschränkungen, sondern vielmehr wegen unserer Unfähigkeit, außerhalb bestehender Paradigmen zu denken, und unserer Angst vor einem Konflikt mit Interessengruppen, die uns am liebsten alle auf ewig zu schmutzigen, ineffizienten Verbrennungsmotoren verdammen würden, obwohl wir doch Elektroautos haben“.

Wegbereiter und Torwächter
Ein übermäßig zentralisiertes Establishment, geschützt durch eine Armee von „Torwächtern“, ist in der Lage, die öffentliche Debatte über unseren zukünftigen Energiebedarf und die Mittel zu seiner Erzeugung zu bestimmen. Auf der anderen Seite versuchen „Innovatoren“, gegen alle Widerstände und hoffnungslos in der Unterzahl, und, bildlich gesprochen, waffenmäßig unterlegen, in dieses gut geschützte Zentrum vorzudringen. Es ist eine Art intellektueller Aufstand, der asymmetrischer Natur, wobei die eine Seite über alle Ressourcen verfügt und die andere Seite mit kühnen Mitteln und einem unbeugsamen Durchhaltewillen operiert. William Zebuhr, technischer Redakteur des Magazins Infinite Energy, bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Die meisten Beweise für die Möglichkeit radikal anderer und besserer Technologien sind nicht wirklich versteckt, sondern werden vom Mainstream einfach ignoriert und herabgewürdigt …“

Wer sind also diese bahnbrechenden, innovativen Denker, von denen die meisten von uns dank der unermüdlichen Arbeit eben jener Torwächter, deren Aufgabe es ist, dass es so bleibt, noch nie gehört haben? Der herausragendste unter ihnen ist, wie bereits erwähnt, Nikola Tesla, das kroatische Wunderkind, das mit dem Traum, ein elektrisches System zu erfinden, das alle mit freier Energie versorgen kann, nach Amerika emigrierte. Bereits im späten 19. Jahrhundert konnte er die Erfindungen, über die er nachdachte, so klar sehen, als stünde das Gerät direkt vor ihm oder als wäre es ein Hologramm, das man aus jedem Winkel betrachten und untersuchen konnte. Auf diese Weise entwickelte er den Wechselstromgenerator, der später die Welt mit Elektrizität versorgen sollte. Er stellte sich einen eleganten, einfachen Motor vor, der zu dieser Zeit revolutionär war. Er bestand aus einem rotierenden Magnetfeld, das Wechselströme erzeugte, die zueinander phasenverschoben waren. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Stromverteilung über Gleichstrom, der von Thomas Edison entwickelt worden war, für den Tesla bei seiner Ankunft in Amerika gearbeitet hatte. Er kündigte schließlich seine Anstellung, da Edison seinen Teil des Vertrags ziemlich skrupellos brach, und entwickelte mit der Unterstützung und Investition eines anderen Industriellen, George Westinghouse, sein überlegenes Wechselstromsystem. Ein verbitterter Edison versuchte, diese neue Form der Energieerzeugung zu blockieren, aber letztendlich setzte sich der effizientere und zuverlässigere Wechselstrom durch, und der Rest ist Geschichte.

Die göttliche Kraft übertragen
Tesla war sicherlich ein unorthodoxer Wissenschaftler bzw. Erfinder, vielleicht der erste seiner Art, was „neue Technologien“ angeht, obwohl man argumentieren könnte, dass es tatsächlich die Arbeit des englischen Chemikers und Physikers Michael Faraday war, die den Ursprung dieser besonderen technologischen Entwicklung in der Geschichte der Menschheit markierte. In den 1830er-Jahren entdeckte er die Gesetze der elektromagnetischen Induktion und erfand daraufhin die ersten Elektromotoren, Dynamos und Transformatoren, ohne die nachfolgende Forschungen zur freien Energie nicht möglich gewesen wären, ganz zu schweigen von der modernen Welt, wie wir sie kennen.

Im Zusammenhang mit Faradays tiefgreifender Erkenntnis wirft Murdo MacDonald-Baynes Buch Jenseits des Himalaya ein interessantes, eher esoterisches Licht auf die wahre Bedeutung und Tragweite des Elektromagnetismus. Darin erinnert sich MacDonald-Bayne an eines der vielen erhellenden Gespräche, die er während seiner Reise durch Tibet geführt hat, in diesem Fall mit einem gelehrten Lehrer namens Geshi Rimpoche. „Der vollkommene Rhythmus“, erklärt Geshi Rimpoche, „ist wie das Auf und Ab der Gezeiten – nichts kann seiner sanften und regelmäßigen Kraft widerstehen. Denn die unendliche Schöpferkraft liegt im vollkommenen Rhythmus. Der Schöpfer und seine Schöpfung sind eins, nicht getrennt, und wir sind in keiner Weise vom Rhythmus der göttlichen Intelligenz getrennt, die sich selbst ausdrückt.“

„Der vollkommene Rhythmus fließt durch und über die Erde von Norden nach Süden und wird durch die Sonne und den Mond polarisiert, die im Osten aufgehen und im Westen untergehen.“

„Diese Kraft wird nun elektromagnetisch; sie hält die Erde auf ihrer Achse und hält alles auf ihr durch die Kraft ihrer magnetischen Anziehung. Sollte diese elektromagnetische Kraft aufhören zu existieren, würden andere magnetische Ströme die Erde mit einer derart gewaltigen Geschwindigkeit an sich ziehen, dass sie zu kosmischem Staub zerfallen würde, aus dem sie entstanden ist. In dieser elektromagnetischen Kraft liegt das Geheimnis großer Entdeckungen.

„Ja, der gesamte Äther ist mit elektromagnetischen Wellen magnetisiert, die es der ganzen Welt ermöglichen, den göttlichen Rundfunk gleichzeitig zu hören und zu fühlen …“

„Hier befinden wir uns auf dem Dach der Welt, dem Knotenpunkt, wie man es nennen könnte, und mit unseren Gedanken, die stark von der Liebe Gottes durchdrungen sind, können wir der Welt helfen, indem wir uns auf den Rhythmus des Universums einstimmen, der aus dem Herzen Gottes kommt.“

Zurück zu Tesla und seiner ungewöhnlichen Sichtweise auf die Welt. Im Jahr 1893 wurde Tesla dem renommierten indischen Lehrer Swami Vivekananda vorgestellt, der zu dieser Zeit auf einer Vortragsreise durch Amerika war, um die universelle Philosophie des Vedanta zu lehren, und sie trafen sich danach noch mehrfach. Diese Begegnungen lösten einen tiefgreifenden Gedankenaustausch zwischen den beiden Männern aus und verschafften Tesla ein Verständnis der vedischen Philosophie, das ihm half, seine Vorstellung von dem zu entwickeln, was wir heute als freie Energie bezeichnen und was er als Strahlungsenergie bezeichnete.

Tesla verwendete in seinen wissenschaftlichen Schriften manchmal Sanskritbegriffe (was für Wissenschaftler zu dieser Zeit keineswegs üblich war) und schrieb 1907 in einem Artikel mit dem Titel „Man’s Greatest Achievement“ (Die größte Errungenschaft des Menschen): „Vor langer Zeit erkannten die Menschen, dass alle wahrnehmbare Materie aus einer Ursubstanz stammt, die unvorstellbar fein ist und den gesamten Raum ausfüllt – dem Akasha oder lichtdurchfluteten Äther, auf den die lebensspendende Prana oder schöpferische Kraft einwirkt und in endlosen Zyklen alle Dinge und Phänomene ins Leben ruft. Die Ursubstanz, die in unendlich kleine Wirbel von ungeheurer Geschwindigkeit geworfen wird, wird zu grober Materie; wenn die Kraft nachlässt, hört die Bewegung auf und die Materie verschwindet und kehrt zur Ursubstanz zurück.“

Tatsächlich schrieb der Präsident der International Tesla Society, der Elektroingenieur Toby Grotz, der auch ein Schüler der Veden war, ein Buch über Tesla mit dem Titel: Der Einfluss der vedischen Philosophie auf Nikola Teslas Verständnis der freien Energie. Grotz erkannte durch das Studium der Veden, dass eine 13.000-jährige Halbzeit auf der „kosmischen Uhr“ des Tierkreises nun zu Ende geht und dass unsere gegenwärtig chaotische Zeit der Eintritt in ein goldenes Zeitalters der Harmonie sein kann, und dass in dieser Zeit großer Veränderungen außergewöhnliche Technologien entwickelt werden. Nikola Tesla stand ganz an vorderster Front dieser neuen Ära, zusammen mit der Ankunft außerirdischen „Know-hows“ in Form von Ufos.

Das Räderwerk der Natur
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeitete Tesla an seinem „Magnifying Transmitter“ (dem berühmten Wardenclyffe-Sendeturm in Long Island, New York), der nach der Wechselstromerzeugung seine nächste große Erfindung werden sollte und die Art und Weise, wie wir in Zukunft Strom erzeugen, revolutionieren würde. Der Turm konnte mithilfe eines einfachen Geräts auf unglaubliche 30 Millionen Volt aufgeladen werden. Dieses futuristische System war jedoch kein Generator, sondern ein Empfänger, der die aufgenommene elektrische Energie verstärken und dann drahtlos übertragen sollte. Leider kam diese Erfindung nicht zum Tragen, da sein Hauptgeldgeber, J. P. Morgan, erkannte, dass das System nicht messbar und somit auch nicht abrechenbar wäre, und daher die Finanzierung des Projekts einstellte. Tesla geriet in Ungnade, auch bei bestimmten einflussreichen Mitgliedern der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die seine „ausgefallenen“ Vorschläge nun als das Werk eines „Spinners“ abtaten und seine früheren Errungenschaften herabwürdigten.

Unbeirrt setzte er seine Arbeit fort, wenn auch unter begrenzten finanziellen Umständen, und schaffte es, Strahlungsenergie nutzbar zu machen. Er konnte diese Energieform mit einem speziellen elektronischen Schaltkreis nutzen und damit ein Auto namens „Pierce-Arrow“ antreiben, was allerdings zu einer umstrittenen Legende wurde, weil Forscher keine physischen Beweise für das Fahrzeug finden konnten. Es gibt jedoch inzwischen neu bestätigte Hinweise von einer deutschen „Erfindungsanstalt“, deren damaliger Leiter, Heinrich Jebens, Tesla bei einem Besuch in den USA in den 1920er-Jahren getroffen hatte. Laut Jebens schriftlichen Aufzeichnungen nahm ihn der berühmte Erfinder (unter strenger Geheimhaltung) auf eine Probefahrt mit dem neuen Pierce-Arrow mit. Das Fahrzeug wurde von einem Gerät angetrieben, das laut Jebens zu Teslas „frühen Patenten mit Ätherenergie“ gehörte. Er bemerkte auch, dass das Auto ungewöhnlicherweise weder einen Benzinmotor noch einen Kraftstofftank hatte. Dieses „elektrische Auto“ (bevor es Elektroautos gab), das mit Ätherenergie betrieben werden konnte, entspricht einer Vorhersage, die Tesla gemacht hatte, als er noch ein junger Mann war und in Budapest studierte, bevor er nach Amerika auswanderte. Er hatte die Vision, dass „ehe viele Generationen vergehen, werden unsere Maschinen von einer Energie angetrieben werden, die an jedem Punkt des Universums verfügbar ist … Im gesamten Weltraum gibt es Energie … Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es den Menschen gelingen wird, ihre Maschinen an das Räderwerk der Natur anzuschließen.“

Die Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe.

Doug Griffin ist Mitarbeiter von Share International und lebt in London.


Generalversammlung der Vereinten Nationen im Hauptquartier, New York (Foto: Wikimedia Commons)

Nur Teilen und Gerechtigkeit, wird Maitreya sagen, können die Zukunft der Menschen sichern. Strebt nach Einheit und Zusammenarbeit, denn die Menschen dieser Erde sind ein unteilbares Ganzes. „Seht euch selbst in eurem Bruder“ und macht den ersten Schritt auf dem Weg zu eurer Göttlichkeit. „Nehmt die Bedürfnisse eurer Brüder zum Maßstab eures Handelns und löst damit die Probleme der Welt. Einen anderen Weg gibt es nicht.“ Das wird Maitreya sagen, wenn er sich an die Menschen dieser Erde wendet, um bei ihnen ein Umdenken zu bewirken.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Die Blasphemie des Krieges“)

Frieden, Teilen und Gerechtigkeit sind der Kern meiner Lehren. Wo ich das Licht dieser allgemeingültigen Wahrheiten aufleuchten sehe, dahin sende ich auf dem Strahl dieses Lichts meine Liebe. So arbeite ich. So kann ich mit euch diese Welt verändern.
(Maitreya, der Weltlehrer, aus Botschaft Nr. 92, 19. Dezember 1979)