Share International, April 2026

Die deutsche Online-Ausgabe der internationalen Zeitschrift Share International enthält einen Artikel von Benjamin Cremes Meister, Beiträge zu aktuellen Themen von unseren eigenen Korrespondenten sowie eine Fotoauswahl von „Zeichen der Hoffnung“, die anderen, früher von Benjamin Cremes Meister bestätigten wundersamen Phänomenen ähneln oder für sich sprechen. Darüber hinaus stellt die Online-Ausgabe in der Regel ausgewählte Erfahrungsberichte von Leserinnen und Lesern vor und bringt nicht zuletzt einige Fragen mit Antworten von Benjamin Creme.
Seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift Share International hat Benjamin Cremes Meister fast 40 Jahre lang zu jeder Ausgabe einen Artikel beigetragen. Diese sollten auch wiederholt, der jeweiligen Weltsituation entsprechend, veröffentlicht werden.
Die große Entscheidung
von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme
Unaufhaltsam bewegt sich die Menschheit auf ihre große Entscheidung zu. Auch wenn es nur wenige wissen, werden die Menschen jetzt wie nie zuvor in ihrer langen Geschichte auf dem Planeten Erde auf die Probe gestellt. Das Schwert der Unterscheidung in der Hand von Maitreya, dem Christus und Weltlehrer, verrichtet sein heilsames Werk: Es scheidet die Menschen und akzentuiert ihre verschiedenen Charaktere und Neigungen.
Auf diese Weise wird die Entscheidung, vor der die Menschen stehen, klarer und deutlicher. Maitreyas Energie der Liebe ist unpersönlich, sie stimuliert jeden – jene, die sich nach Frieden und richtigen menschlichen Beziehungen sehnen, und jene, die Gier und Wettbewerb lieben und damit einen finalen Krieg und völlige Selbstzerstörung riskieren. Darin liegt die Bedeutung der Entscheidung, mit der nun alle konfrontiert sind.
Viele wundern sich vielleicht, dass diese Entscheidung notwendig ist. Es wünscht sich doch sicher niemand einen Krieg, der alles verwüsten würde? Heutzutage könnte sich ein kleiner und lokal begrenzter Krieg zu einem großen Krieg mit nuklearen Ausmaßen und grauenhaften Folgen entwickeln. Schon der Gedanke daran ist zu entsetzlich, und doch gibt es Menschen, die schon jetzt Vorkehrungen treffen, wie sie einen Ernstfall überleben könnten.
Die Wahl, vor der die Menschen stehen, ist klar: entweder rücksichtslos den heutigen Weg der Gier weiterzuverfolgen und das Leben auf der Erde für immer zu vernichten – oder der Stimme des Herzens zu folgen und Teilen und Gerechtigkeit zu praktizieren, weil nur das die Gewähr für eine friedliche Zukunft des Menschen auf dieser Erde bietet. Die Ereignisse des arabischen Frühlings sind ein Zeichen dafür, dass Maitreyas Ideen bei den jungen Leuten Resonanz finden. Sie sind ihren Eltern darin voraus, dass sie sich der neuen Wassermannenergien und der damit verbundenen Aussicht auf ein anderes Leben bewusst geworden sind. Sie haben keine Angst mehr und riskieren frohen Mutes ihr Leben für ihre neu entdeckte Freiheit und Würde auf. Die Jugend entwickelt eine neue mitreißende Kraft.
Überall in der Welt schmieden Gruppen Revolutionspläne. In vielen Ländern werden deshalb schon Waffenlager angelegt. Maitreya empfiehlt Evolution statt Revolution. Er weiß sehr gut, dass Revolutionen in Konflikte und Gemetzel münden und nur einen Problemkomplex durch einen anderen ersetzen. Nötig ist ein schrittweiser Veränderungsprozess, bei dem jeder die Erfahrung machen kann, dass er daran beteiligt ist und sein Schicksal selbst gestaltet.
Teilen ist das einzige Instrument, das diesen Prozess gewährleisten kann; nur damit wird das Vertrauen geschaffen, das nötig ist, um sich überhaupt auf Veränderungen einzulassen. Maitreya hat gesagt: „Wenn ihr beginnt zu teilen, ist das der erste Schritt auf dem Weg zu eurer Göttlichkeit.“ Akzeptiert daher das Teilen und nehmt euer Geburtsrecht wahr.
(Share International, Januar/Februar 2012)
Diese Artikel stammen von einem älteren Mitglied der Hierarchie der Meister der Weisheit. Sein Name kann aus verschiedenen Gründen noch nicht veröffentlicht werden, nur so viel, dass er esoterischen Kreisen vertraut ist. Benjamin Creme stand mit ihm in ständigem telepathischem Kontakt und erhielt die Artikel dieses Meisters per Diktat.
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Editorial
Es ist noch nichts verloren
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe ist eine Antwort auf die katastrophalen Umstände, die weltweit von habgierigen, machtbesessenen Oligarchen Hand in Hand mit verblendeten, verantwortungslosen und zynischen Politikern geschaffen worden sind, und die ein solches Maß an Wahnsinn und Unmenschlichkeit erreicht haben, dass nicht nur ganze Regionen auf der Welt gefährdet sind, sondern auch die Zukunft des Planeten selbst.
Wir sind weiterhin sehr dankbar für den Mut und die Klarheit, mit der Professor Jeffrey Sachs seinen Beitrag zum Weltgeschehen leistet; wir stellen seine Stimme neben die von Benjamin Creme und seinem Meister sowie Maitreya, und wir fügen unsere eigene hinzu, um die Menschen der Welt dazu aufzurufen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den Lauf der Geschichte zu ändern und die Zukunft zu retten.
Als Zeichen dessen, was möglich ist, betrachten wir verschiedene Wege, mit der Natur zu arbeiten, von ihr zu lernen und mit ihr zu interagieren. Als Beispiel für unerschrockenes Handeln gegen Ungerechtigkeit würdigen wir das Leben und den Mut von Jesse Jackson. Die Lösung für vieles, was uns bedroht, ist einfach – um Maitreya zu zitieren: „Nichts geschieht von selbst.“ Wir müssen handeln und die Welt retten. Die Welt braucht unser Handeln und unser klares Bekenntnis zu Frieden, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit.
Benjamin Creme wurde einmal gefragt: „Sie sagten, Maitreya wisse, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen werden; das weckt den Eindruck, dass am Ende alles gut wird – warum sollten wir uns also Sorgen machen? Aber müssen wir nicht Opfer bringen und uns bemühen, Dinge zu verändern? Wir brauchen doch eine Motivation, um Veränderungen herbeizuführen.“
Seine Antwort darauf lautete: „Ja! Ja! Ja! Genau. Darum geht es. Wir müssen es tun; wir müssen die Veränderungen herbeiführen. Wie Maitreya sagte: ‚Nichts geschieht von selbst. Der Mensch muss handeln und seinen Willen einsetzen.‘ [Botschaft Nr. 31] Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und es anderen überlassen. Wenn wir Veränderung wollen, müssen wir selbst aktiv werden – zu Veränderungen aufrufen, demonstrieren, uns organisieren, alles im Rahmen des Legalen tun, um unseren Wunsch nach Veränderung denen bewusst zu machen, die Veränderungen bewirken können. Hier bietet sich jedem die Gelegenheit, eine Vorreiterrolle zu übernehmen, zu Veränderungen aufzurufen und einen europäischen Aufruf für Gerechtigkeit und Freiheit für alle zu starten. Warum tun Sie es nicht? Warum kommen Sie hierher, um mir zuzuhören? Sie könnten draußen mit Transparenten demonstrieren und Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit in der Welt fordern. Nur so wird es geschehen. Es mag von Maitreya inspiriert sein; durch seine Energie wird es möglich werden. Aber wir müssen es tun. Wir müssen es einfordern.
Die Stimme des Volkes gewinnt an Einfluss – doch man muss schon genau hinhören, um sie wahrzunehmen; wir müssen ihr mehr Gehör verschaffen. Was Maitreya tun kann, ist aufklären, informieren, inspirieren, ein verlässliches Sprachrohr schaffen – die Stimme der Menschen aller Länder der Welt – und eine wortgewandte Masse rekrutieren, der kein Land der Welt standhalten kann. Wir brauchen eine informierte, aufgeklärte Weltöffentlichkeit, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit einsetzt. Weniger wird nicht ausreichen. So wird es sein.“

Es ist klar: Getrennt gehen wir zugrunde, wir konkurrieren, kämpfen, erklären uns den Krieg, metzeln uns gegenseitig nieder und stiften Chaos. Gemeinsam, in Zusammenarbeit, Freundlichkeit und Empathie, sind wir eine Gemeinschaft, die stark genug ist, eine neue Zivilisation zu schaffen und einander in Zeiten des Leids, des Wahnsinns und der Not beizustehen. Jeder Einzelne von uns steht vor einer Entscheidung. Dies ist der entscheidende Moment. Wir müssen diesen Moment für unser aller Wohl ergreifen.
Was uns vor weiterem Chaos bewahren könnte, ist die „Macht des Volkes“. Damit sind alle gemeint, die auf die eine oder andere Weise gegen Kriege und Korruption protestieren. Es bedarf einer großen gemeinsamen Anstrengung, um die Welt davor zu bewahren, in eine weitere Spirale der Selbstzerstörung zu geraten: Wir, das Volk, müssen jetzt gemeinsam und solidarisch handeln. Menschen auf der ganzen Welt, in jedem Land, müssen sich für Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Teilen einsetzen. Wir, das Volk, müssen unsere Stimmen lauter, deutlicher und mutiger denn je erheben: „Beendet den Krieg jetzt!“ Andernfalls machen wir uns mitschuldig an Mord und Wahnsinn. „Hört jetzt auf. Tretet zurück! Wir werden euch nicht länger wählen oder unterstützen. Nicht in unserem Namen!“
Wir sind nicht macht- und einflusslos. Wendet euch an jede Führungspersönlichkeit, jeden Politiker, jede Person in einer Macht- oder Einflussposition – auf jeder Ebene. Fordert, dass Krieg und Aggression sofort ein Ende finden. Wir müssen unsere Empörung, unser Entsetzen und unsere Trauer in gemeinsames Handeln umsetzen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies ein Wendepunkt in der Geschichte unseres Planeten ist. Gemeinsames Handeln kann bedeuten, dass sich die Menschheit endlich für eine sichere Zukunft entscheidet, die für alle 8,3 Milliarden von uns gerecht ist und Chancen eröffnet. Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen, um uns selbst zu retten und das Fortbestehen des Lebens auf dem Planeten Erde zu sichern. Dazu braucht es Einfallsreichtum, Beharrlichkeit, Solidarität, Energie und Engagement, getragen von Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Ziel.

Krieg und Polarisierung treiben die Menschen auf die eine oder andere Seite der „Feindeslinie“. Was eine zukunftsorientierte Zivilisation stärken wird, ist, das wachsende Bewusstsein zu konkretisieren, dass die Menschheit ein einziges, unteilbares Wesen ist. Unsere Haltung und unser tägliches Handeln müssen darauf ausgerichtet sein, diese Einheit in jeder Handlung zum Ausdruck zu bringen. Wir können auf allen bisherigen sozialen Experimenten aufbauen, um neue Wege der Arbeitsorganisation und der sozialen Interaktion zu entwickeln. Da die Eliten offensichtlich vorhaben, ihre Macht durch kriminelle und verzweifelte Maßnahmen wie das Führen illegaler Kriege zu sichern, müssen wir uns für systemische Veränderungen einsetzen und diese unterstützen, die Strukturen beseitigen, die es ermöglichen, dass Gier und Korruption einigen wenigen zugutekommen, während Milliarden Menschen Not leiden.
M.A.D. – Dies ist weder ein Hinweis auf den grassierenden Wahnsinn, der die Welt beherrscht, noch auf die Geisteshaltung unserer Führer, sondern ein Akronym: M.A.D. – Mutually Assured Destruction (gegenseitig garantierte Zerstörung), eine vereinbarte Abschreckungsstrategie. M.A.D. bezieht sich auf das Prinzip der Abschreckung, das auf der Vorstellung beruht, dass ein nuklearer Angriff einer Supermacht mit einem nuklearen Gegenschlag beantwortet würde, sodass sowohl der Angreifer als auch der Verteidiger vernichtet würden. Es ist ein Konzept, das jedem vertraut ist, der alt genug ist, um sich an frühere historische und entscheidende Momente zu erinnern, als die Gefahr einer nuklearen Vernichtung Teil unseres Lebens war.
Aber gelten diese Bedingungen noch? Erkennen die Unruhestifter dieser Welt diese Grundsätze an und halten sich daran? Das Problem ist, dass wir in den letzten Jahrzehnten zugelassen haben, dass die Rechtsstaatlichkeit und die Achtung internationaler Verträge und Menschenrechte ausgehöhlt wurden, sodass Oligarchen und Wahnsinnige Straflosigkeit als ihre Garantie betrachten, um Zerstörung anzurichten. Diese Straflosigkeit, kombiniert mit der Korruption und Unfähigkeit von Regierung und Justiz, ist eine Freikarte – eine Lizenz, alles zu tun, was nötig ist, um vermeintliche Feinde zu vernichten, Kriege zu rechtfertigen und Gefängnis oder Schlimmeres zu vermeiden.
Der Wahnsinn des Krieges macht es leicht, sich für Gerechtigkeit und Frieden zu entscheiden. Die meisten von uns wünschen sich eine freundliche, kooperative Zukunft und leben bereits so. Andere müssen vielleicht noch weitere Entbehrungen und Not erleben, bevor sie den notwendigen Kurswechsel hin zu einer kooperativen Gesellschaft akzeptieren. Die rücksichtslosen Entscheidungen von Führungskräften auf der ganzen Welt stellen uns vor eine klare Wahl.
Kommunale Entscheidungen, Bürgerversammlungen, gegenseitige Hilfe, Tauschhandel und der Austausch von Dienstleistungen, Wissen und Fachkenntnissen, um zu helfen und zu unterstützen, werden bereits zur alltäglichen Realität. Soziale Interaktion kann und wird auf unseren gemeinsamen Bedürfnissen basieren. Nachdem wir die entsetzlichen Auswirkungen von Gier, Lügen, dem Verlust des Respekts vor der Rechtsstaatlichkeit, dem Aufblühen von Amoralität, Wettbewerb, Kommerzialisierung und Korruption gesehen haben, müssen wir diese Wege sicherlich für immer aufgeben und danach streben, als Bürger einer kooperativen Zivilisation zu leben.
Wir wissen genug. Die Lehren der Geschichte sowie unsere Abscheu und Bestürzung angesichts des gegenwärtigen Albtraums, in dem Land gegen Land kämpft, verlangen eine Antwort von uns. Die Ereignisse der Vergangenheit und der Gegenwart machen es unmöglich, zu schweigen und untätig zu bleiben. Die Gegenwart und die Zukunft können noch gewonnen werden – wenn wir gemeinsam handeln und Frieden und Gerechtigkeit einfordern.
Meinung
Den Krieg von Trump und Netanjahu im Nahen Osten beenden
von Jeffrey D. Sachs und Sybil Fares
Wenn dieser Krieg nicht bald gestoppt wird, könnte er leicht zu einem globalen Flächenbrand eskalieren, zu einem dritten Weltkrieg.
Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran erfasst den gesamten Nahen Osten und könnte sich zu einem globalen Krieg ausweiten. Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits schwerwiegend und könnten katastrophale Ausmaße annehmen. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel des gesamten weltweit gehandelten Erdöls und 30 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) transportiert. Eine anhaltende Sperrung der Meerenge würde einen Energieschock auslösen, wie es ihn in der Neuzeit noch nie gegeben hat.
Der Konflikt dürfte außer Kontrolle geraten, da die USA und Israel entschlossen sind, die Vorherrschaft in der arabischen Welt und in Westasien zu erlangen – eine Vorherrschaft, die die territoriale Expansion Israels mit einer von den USA unterstützten Kontrolle über die Regierungen in der gesamten Region verbindet. Das ultimative Ziel ist ein „Groß-Israel“, das das gesamte historische Palästina einverleibt, verbunden mit gefügigen arabischen und islamischen Regierungen, denen jede echte Souveränität entzogen wurde – einschließlich der Entscheidung, wie und wohin sie ihr Öl und Gas exportieren.
Das ist eine Wahnvorstellung. Kein Land in der Region will, dass Israel weiterhin ungehindert wütet, in der gesamten Region Zivilisten ermordet, den Gazastreifen und das Westjordanland zerstört, in den Libanon einmarschiert, den Irak und den Jemen angreift und Teheran mit Flächenbombardements überzieht. Kein Land will, dass seine Kohlenwasserstoffexporte faktisch unter US-Kontrolle stehen. Der Krieg wird nur dann enden, wenn die weltweite Empörung über die Aggression der USA und Israels diese Länder dazu zwingt, damit aufzuhören. Andernfalls werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Nahen Osten in Flammen und die Welt in einer Energie- und Wirtschaftskrise sehen, wie sie in der modernen Geschichte beispiellos ist. Dieser Krieg könnte leicht zu einem globalen Flächenbrand eskalieren, zu einem dritten Weltkrieg.

Doch es gibt eine Alternative. Der Krieg könnte aus rationalen Gründen beendet werden, wenn Israel und die USA vom Rest der Welt entschlossen zur Rechenschaft gezogen würden. Um den Krieg zu beenden, bedarf es einer Reihe miteinander verknüpfter Maßnahmen, die allen Beteiligten und letztlich der ganzen Welt grundlegende Sicherheit bieten. Der Iran braucht ein dauerhaftes Ende der Aggression seitens der USA und Israels. Die Golfstaaten brauchen ein Ende der iranischen Vergeltungsschläge. Die Palästinenser brauchen einen unabhängigen Staat. Israel braucht dauerhafte Sicherheit und die Entwaffnung von Hamas und Hisbollah. Die ganze Welt braucht die Öffnung der Straße von Hormus und eine internationale Überwachung des iranischen Atomprogramms, um sicherzustellen, dass der Iran den Atomwaffensperrvertrag einhält, wie er es selbst erklärt. Und alle Länder wollen – oder sollten es wollen –, echte Souveränität für sich selbst und ihre Region.

Kollektive Sicherheit könnte durch fünf miteinander verbundene Maßnahmen erreicht werden. Zunächst müssten die USA und Israel ihre bewaffneten Angriffe in der gesamten Region unverzüglich einstellen und ihre Streitkräfte abziehen. Zweitens müsste der Iran seine Vergeltungsschläge gegen die Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) einstellen und sich im Rahmen eines überarbeiteten „Gemeinsamen umfassenden Aktionsplans“ (JCPOA) – den Präsident Trump 2018 leichtfertig aufgekündigt hatte – erneut der Überwachung durch die Internationale Atomenergiebehörde unterwerfen. Drittens müsste die Straße von Hormus im gegenseitigen Einvernehmen zwischen dem Iran und dem Golf-Kooperationsrat wieder geöffnet werden. Viertens müsste die Zwei-Staaten-Lösung unverzüglich umgesetzt werden, indem Palästina als Vollmitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen würde. Israel müsste seine Besatzung des Westjordanlands und Ostjerusalems beenden und seine Streitkräfte aus dem Libanon und Syrien abziehen. Fünftens würde die Anerkennung des Staates Palästina durch die Vereinten Nationen die Grundlage für eine umfassende regionale Entwaffnung aller nichtstaatlichen Akteure bilden, die unter internationaler Aufsicht überprüft würde. Das Ergebnis wäre eine Rückkehr zum Völkerrecht und zur Charta der Vereinten Nationen.
Wer würde von diesem Plan profitieren? Die Menschen in der Region, in Israel, Palästina, im Libanon, in Syrien, im Irak, im Iran und im Rest der Welt. Wer würde dabei verlieren? Nur die Verfechter eines „Groß-Israel“, angeführt von Benjamin Netanjahu, Itamar Ben-Gvir, Bezalel Smotrich und Mike Huckabee, die die Welt an den Rand der Zerstörung gebracht haben.
Im Folgenden sind die fünf Schritte im Detail.
Erstens: Beendigung der bewaffneten Aggression der USA und Israels.
Israel und die USA würden ihre Aggression einstellen und ihre Streitkräfte abziehen. Im Gegenzug würde der Iran seine Vergeltungsschläge einstellen. Dies wäre kein bloßer Waffenstillstand. Vielmehr wäre es der erste Schritt hin zu einem umfassenden Friedensabkommen und einer Vereinbarung über kollektive Sicherheit.
Zweitens: Rückkehr zum „Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan“ (JCPOA).
Die Atomfrage würde durch eine strenge Überwachung durch die Internationale Atomenergie-Organisation gelöst werden, nicht durch Bombardements, die lediglich dazu führen, dass das angereicherte Uran des Iran der internationalen Überwachung entzogen wird. Der UN-Sicherheitsrat würde unverzüglich den grundlegenden Rahmen des „Gemeinsamen umfassenden Aktionsplans“ (JCPOA) von 2015 wieder in Kraft setzen, wonach der Iran die Überwachung durch die IAEO und die vereinbarten Beschränkungen seines Atomprogramms strikt einhalten muss, während die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufgehoben würden.
Drittens: Wiederöffnung der Straße von Hormus im Rahmen eines Iran-GCC-Abkommens.
Die Straße von Hormus würde rasch wieder geöffnet werden, wobei der sichere Durchgang gemeinsam von Iran und dem Golf-Kooperationsrat (GCC) gewährleistet würde. Die GCC-Staaten würden ihre Souveränität über die Militärstützpunkte in ihren Ländern geltend machen, um sicherzustellen, dass diese Stützpunkte nicht als Ausgangsbasen für erneute Offensivschläge gegen Iran genutzt werden.
Viertens: Die Zwei-Staaten-Lösung.
Die Zwei-Staaten-Lösung würde umgesetzt, indem Palästina als 194. ständiges Mitglied in die UN aufgenommen wird. Dies erfordert nichts weiter als die Aufhebung des Vetos durch die USA. Die palästinensische Staatlichkeit steht im Einklang mit dem Völkerrecht und mit der Arabischen Friedensinitiative, die seit 2002 auf dem Tisch liegt. Im Gegenzug würden die Länder der Region diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen, und der UN-Sicherheitsrat würde Friedenstruppen entsenden, um die Sicherheit sowohl Palästinas als auch Israels zu gewährleisten.
Fünftens: Ein Ende der bewaffneten Feindseligkeiten.
Im Zusammenhang mit der Zwei-Staaten-Lösung würden alle bewaffneten Feindseligkeiten in der Region unverzüglich beendet, einschließlich der Entwaffnung der Hamas, der Hisbollah und anderer bewaffneter nichtstaatlicher Akteure. Im Falle Palästinas würde die Entwaffnung der Hamas die Autorität des palästinensischen Staates untermauern. Im Falle des Libanon würde die Entwaffnung der Hisbollah die volle Souveränität des Libanon wiederherstellen, wobei die libanesischen Streitkräfte die einzige militärische Autorität im Land wären.
Die Entwaffnung würde von internationalen Beobachtern überprüft und vom UN-Sicherheitsrat garantiert werden.
Der entscheidende Punkt ist, dass der Krieg Israels und der USA gegen den Iran nicht aus dem Nichts entstanden ist. Die „Clean Break“-Strategie, die 1996 von Netanjahu und seinen amerikanischen neokonservativen Unterstützern entwickelt und seitdem umgesetzt wurde, sieht vor, dass Israel durch Kriege zum Regimewechsel eine Hegemonie in der Region etabliert, wobei die USA als Umsetzungspartner fungieren. Wie der frühere Oberbefehlshaber der Nato, Wesley Clark, nach dem 11. September enthüllte, entwarfen die USA vor einem Vierteljahrhundert Pläne zum Sturz von Regierungen in sieben Ländern: „angefangen mit Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und zum Schluss Iran.“ Wir erleben daher gerade den Höhepunkt eines langjährigen Plans Israels und der USA, die arabische Welt und Westasien zu beherrschen, ein „Groß-Israel“ zu schaffen und die Gründung eines palästinensischen Staates dauerhaft zu verhindern.
Wir sind nicht optimistisch, was die Erfolgsaussichten unseres Plans angeht. Die israelische Regierung ist mörderisch, und Trump hat eine realitätsferne Vorstellung von der Macht der USA. Vielleicht befinden wir uns bereits in den Anfängen eines dritten Weltkriegs. Doch da so viel auf dem Spiel steht, lohnt es sich, echte Lösungen aufzuzeigen, auch wenn ihre Erfolgschancen gering sind. Wir glauben jedoch, dass die nichtwestliche Welt – also der Teil, der nicht aus Vasallenstaaten der USA besteht – die Dringlichkeit von Frieden und Sicherheit versteht.
Wer könnte dann einen Friedensplan vorantreiben, gegen den sich die USA und Israel mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren werden, bis das Gewicht der globalen Opposition und der wirtschaftlichen Katastrophe ihnen keine andere Wahl lässt, als ihn zu akzeptieren?
Es gibt eine Hauptgruppe, und das sind die BRICS-Staaten. Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und die erweiterte Mitgliedschaft des Blocks, zu der nun auch die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran, Ägypten, Äthiopien und Indonesien gehören, repräsentieren etwa die Hälfte der Weltbevölkerung und mehr als 40 Prozent des globalen BIP (im Vergleich zu 28 Prozent bei den viel gepriesenen, aber überbewerteten G7-Ländern). Die BRICS-Staaten verfügen über die Glaubwürdigkeit, das wirtschaftliche Gewicht und den Vorteil, dass sie historisch nicht am Imperialismus im Nahen Osten beteiligt waren, um die Welt zur Besinnung zu bringen. Die BRICS-Staaten sollten einen Sondergipfel einberufen und einen einheitlichen Rahmen vorlegen, der die Bedingungen für Frieden und Sicherheit enthält, der wiederum im UN-Sicherheitsrat durchgesetzt werden müsste. Dort würde die Weltöffentlichkeit die USA und Israel dazu auffordern, die Welt nicht weiter in eine Katastrophe zu treiben, und alle Länder daran erinnern, die Charta der Vereinten Nationen einzuhalten.
(Quelle: Common Dreams)
Jeffrey D. Sachs, Professor für nachhaltige Entwicklung und für Gesundheitspolitik und -management an der Columbia University, ist Direktor des Center for Sustainable Development an der Columbia und Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network. Zu seinen Büchern gehören Das Ende der Armut, Wohlstand für viele, The Age of Sustainable Development und zuletzt Building the New American Economy.
Krieg im Iran: Älteste fordern Konsequenz bei der Verteidigung der internationalen Rechtsstaatlichkeit
Die Ältesten – The Elders – warnen davor [18. März 2026], dass Staaten in einen illegalen Krieg hineingezogen werden, wenn sie den anhaltenden Forderungen der USA im Zusammenhang mit der Irankrise nachgeben, etwa bei der Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Wir fordern nachdrücklich auf, dass Staaten gemeinsam Stellung beziehen, dem Druck zu widerstehen und deutlich zu machen, dass diejenigen, die diesen Krieg begonnen haben, für dessen Folgen verantwortlich sind und ihn schnell beenden müssen.
Das Völkerrecht darf nicht selektiv angewendet werden. Viele westliche Staats- und Regierungschefs haben zu Recht darauf bestanden, dass Russlands groß angelegte Invasion der Ukraine im Jahr 2022 eine unmissverständliche Reaktion erforderte. Sie kritisierten umgehend Staaten, die ihre wirtschaftlichen Interessen über Prinzipien stellten.
Dennoch zögern viele dieser Politiker nun, die rechtswidrigen Militäraktionen der USA und Israels zu verurteilen. Diese Heuchelei bleibt den Menschen im Nahen Osten und im Globalen Süden nicht verborgen. Sie untergräbt das Vertrauen in internationale Institutionen und nährt den Eindruck, dass westliche Länder sich nur dann auf Regeln berufen, wenn es politisch opportun ist.
Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrats, in der iranische Angriffe auf Nachbarstaaten verurteilt werden, während jeglicher Hinweis auf die vorausgegangenen US-israelischen Angriffe fehlt, veranschaulicht diese beunruhigende Selektivität. Wenn der Sicherheitsrat das Recht unterschiedlich anwendet, untergräbt er seine eigene Autorität.
Die anhaltende Aggression der USA und Israels gegen den Iran sowie die Vergeltungsschläge des Iran im Persischen Golf und im östlichen Mittelmeerraum können schwerwiegende Folgen für die regionale Sicherheit und die Weltwirtschaft nach sich ziehen.
Militärische Maßnahmen werden weder Frieden noch Gerechtigkeit noch die Achtung der Menschenrechte herbeiführen, die die Iraner nach langjährigen, systematischen Verstößen und der jüngsten blutigen Unterdrückung friedlicher Demonstranten durch das Regime verdienen.
Das Fehlen einer kohärenten US-Strategie lässt eine Instabilität innerhalb Irans befürchten, die mit den Zuständen nach der von den USA angeführten Invasion des Irak im Jahr 2003 vergleichbar wäre. Diese Gefahr wird durch die Ungewissheit über den Standort und den Status der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran noch verstärkt.
Es gibt keine militärische Lösung gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Wenn Atomwaffenstaaten während laufender Verhandlungen einen Nicht-Atomwaffenstaat angreifen, ist die Botschaft unmissverständlich: Der Besitz von Atomwaffen könnte Schutz bieten. Die wahrscheinlichste Folge des illegalen Krieges gegen den Iran ist nicht mehr Sicherheit, sondern vielmehr weitere Anreize für die Verbreitung von Atomwaffen.
Führende Politiker, die behaupten, an das Völkerrecht zu glauben, müssen an ihren Prinzipien festhalten und langfristige Stabilität über kurzfristige Erwägungen stellen.
Abschied von US-Bürgerrechtsikone Jesse Jackson
von Cher Gilmore und Meta Commerse
Jesse Jacksons Vermächtnis ist außergewöhnlich. Es umspannt 84 Jahre und reicht mit seinen Errungenschaften rund um den Globus – von den Vereinigten Staaten, wo er geboren wurde, bis hin nach Großbritannien, Afrika und in den Nahen Osten. Er wuchs in einem der ärmsten Viertel von Greenville, South Carolina auf, sein Charisma und seine Führungsqualitäten waren jedoch schon sehr früh erkennbar. Er wurde zum Klassensprecher der ausschließlich von Schwarzen besuchten Sterling-Highschool gewählt und später zum Studentenvertreter am North Carolina Agricultural and Technical College in Greensboro, wo er einen Abschluss in Soziologie erwarb.
Nach Beginn seines Studiums wurde ihm bei einem Besuch in Greenville verboten, ein Buch, das er für sein Studium brauchte, in der ausschließlich Weißen zugänglichen öffentlichen Bibliothek auszuleihen. Einige Monate später organisierte er mit sieben schwarzen Schülern des Gymnasiums eine friedliche Protestaktion;, dabei schauten sie sich einfach nur in der Bibliothek um und lasen Bücher. Ihnen wurde ordnungswidriges Verhalten vorgeworfen und sie wurden festgenommen. Ein Richter entschied jedoch letztendlich, dass sie das Recht hatten, diese öffentliche Einrichtung zu nutzen. Innerhalb von zwei Monaten wurde daraufhin die Greenville-Bibliothek integriert.

Jackson setzte sein Engagement für die Bürgerrechte bereits während seines Studiums fort, indem er an Sitzstreiks in Restaurants in Greensboro teilnahm, und auch später, während seines Studiums am Chicago Theological Seminary. Er reiste von Chicago nach Selma, Alabama, um sich dort der Bürgerrechtsbewegung anzuschließen, nachdem er in den Nachrichten gesehen hatte, wie friedliche Demonstranten die Edmund-Pettus-Brücke überquerten und von der Polizei verprügelt wurden. Martin Luther King Jr. erkannte dort, in Selma, Jacksons Führungsqualitäten und bot ihm eine Stelle bei der Southern Christian Leadership Conference (SCLC) an, der von ihm mitbegründeten Bürgerrechtsorganisation, die für die Rechte der afroamerikanischen Bevölkerung eintritt.
Jackson begann bei der „Operation Breadbasket“ des SCLC, einem Programm für wirtschaftliche Gerechtigkeit, das über schwarze Kirchen Druck auf Unternehmen ausübte, mehr Schwarze einzustellen. Bald darauf wurde er deren nationaler Leiter, organisierte Boykotte gegen Unternehmen, die bei der Einstellung diskriminierten, und wurde ein Jahr später zum Pfarrer ordiniert. Nach der Ermordung von Martin Luther King Jr. blieb er noch zwei Jahre beim SCLC und gründete dann seine eigene Organisation, die Bürgerrechtsgruppe „People United to Serve Humanity“ (PUSH).
Er reiste nach Südafrika, um seine Solidarität mit den Anti-Apartheid-Aktivisten zu bekunden, sowie nach Israel und Palästina, wo er die Gründung eines palästinensischen Staates forderte. In ganz Afrika wurde er als globaler Freiheitskämpfer verehrt. In späteren Jahren nahm er mehrfach an Veranstaltungen der Kampagne „Operation Black Vote“ in Großbritannien teil und half dabei, Zehntausende schwarze Menschen und ethnische Minderheiten in ganz Großbritannien als Wähler zu registrieren.
Eine von Jacksons vielen Fähigkeiten bestand darin, Menschen zusammenzubringen, und indem er zwei von ihm gegründete Organisationen zur beispiellosen, multiethnischen „Rainbow/Push Coalition“ der Arbeiterklasse zusammenführte, vereinte er schwarze Wähler, progressive Weiße, LGBTQ+-Gemeinschaften, Umweltschützer, asiatischstämmige Amerikaner, indigene Völker, Latinos, Antikriegsaktivisten und Gewerkschaften. Im Mittelpunkt der Koalition standen das Wahlrecht, Sozialprogramme sowie Gleichberechtigung in Bildung und Wirtschaft. Dank seinem Geschick im Umgang mit Menschen gelang es Jackson zudem, die Freilassung eines US-Piloten auszuhandeln, der 1983 über dem Libanon abgeschossen worden war, sowie während des Golfkriegs die Freilassung von Hunderten von Amerikanern und Angehörigen anderer Nationalitäten aus dem Irak. Im Jahr 1999 erreichte er die Freilassung von drei in Serbien abgestürzten US-Piloten, und im Jahr 2000 wurde ihm vom damaligen Präsidenten Bill Clinton die Freiheitsmedaille des Präsidenten – die höchste zivile Auszeichnung der USA – verliehen.
Zweimal kandidierte Jackson als demokratischer Präsidentschaftskandidat –1984 und 1988,; eines seiner Anliegen war, die konventionelle, etablierte Mainstreampolitik wieder auf die moralischen Grundsätze von Rassengerechtigkeit, Geschlechtergleichstellung und Frieden zu lenken. Er hatte keinen Erfolg, aber er sagte einem Freund, dass man manchmal, wenn man verliert oder glaubt, verloren zu haben, in Wirklichkeit gewonnen hat – weil man den Weg für andere geebnet hat, damit sie ihm folgen können. Zwanzig Jahre nach Jacksons zweiter Kandidatur würdigte Barack Obama, der erste schwarze US-Präsident, Jackson dafür, dass er seinen Sieg ermöglicht hatte.
Die folgenden Absätze stammen von Meta Commerse, Gründerin von Story Medicine Worldwide und Autorin mehrerer Bücher zum Thema Rassenversöhnung. Jesse Jackson, sagt sie, „war Teil meiner Kindheit, meiner Kirchengemeinde und der Geschichte meiner Heimatstadt. In unserer Stadt hat er Großartiges geleistet, er mobilisierte und organisierte Menschen und bewirkte enorme Veränderungen.“
Ihre Geschichte beginnt so: „An einem Samstagnachmittag in Chicago, als ich 12 Jahre alt war und mich auf die Chorprobe freute, wehte eine kühle Brise durch den Kirchenraum. Noch mehr Aufregung entstand, als ein junger Mann aus Dr. Kings SCLC-Gruppe unsere Kirche betrat. Genauer gesagt in die Fellowship Missionary Baptist Church. Er wirkte neugierig, als er dieses alte Gebäude betrat, das für ihn völlig neu war. Er war groß, trug eine blaue Latzhose und ein T-Shirt. Er suchte offensichtlich nach jemandem, und selbst vom Chorstand aus konnte ich seine Ausstrahlung wahrnehmen.“
„Wir ahnten nicht, dass er bald Teil unserer Gemeinde werden würde. Ein wichtiger Teil. Sein Name war Reverend Jesse Louis Jackson. Die nächste prägende Erinnerung an seine Ankunft ist ein Marsch, den er organisierte und an dem Eltern und Kinder aus unserem Viertel Englewood teilnahmen. Es war mein erster Protest, und wir sangen Lieder, trugen Plakate und gingen mit hoch erhobenem Kopf. Wir lernten, dass „Freiheit nicht umsonst ist“ und dass Protest der Preis ist, den man zahlt, um die Bedeutung von Demokratie zu verwirklichen. Wir demonstrierten gegen die Politik des Chicagoer Bildungsausschusses, der den einfachen Weg wählte, indem er mobile Büros auf dem Schulgelände abstellte und sie als Klassenzimmer nutzte, anstatt zu renovieren und in die Zukunft unserer Schule zu investieren. Schon in jungen Jahren brachte Reverend Jesse mich dazu, tief über Veränderung nachzudenken.“
„Am Sonntag der Ordination von Reverend Jackson saß ich zusammen mit Reverend Henry O. Hardy im Publikum. Im Seminar hatten sich die beiden angefreundet. Später wurden sie Freunde fürs Leben. Wenn man sich die rechte Seite der Bühne beim Parteitag der Demokraten 1984 lange genug ansieht, erkennt man Hardy hinter den Vorhängen stehen, wie er seinen Freund lautstark anfeuert. Obwohl Hardy selbst ein unvergleichlicher Redner ist, wusste jeder, dass es nur einen Jesse geben konnte.“
„Er war der Mann, der nach der Ermordung von Dr. King im Jahr 1968 den wirtschaftlichen Zweig des SCLC aufbaute und ihn zu neuen Höhen führte. Er arbeitete mit Unternehmen zusammen und forderte Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit anderer Hautfarbe, wo es zuvor keine gab. Er war es, der Anfang der 1990er-Jahre sagte: ‚Wir sollten uns Afroamerikaner nennen!‘ Und das taten wir. Unsere Generation der schwarzen Babyboomer konnte durch Türen gehen, die Reverend Jackson durch seinen Widerstand gegen Bigotterie und Diskriminierung aufgestoßen hatte. Im Christ Universal Temple in Chicago predigte Reverend Jackson 2008 über „Dienst“ und erzählte der Gemeinde, dass er seit 40 Jahren für Gerechtigkeit kämpfe. Wo ist nur die Zeit geblieben?“
„Er hat keine Sekunde davon verschwendet, sondern hat etwas bewegt und das Gesicht unserer Chicagoer Gemeinschaft sowie das der Demokratischen Partei grundlegend verändert. Immer aktiv, sahen wir ihn unermüdlich im Einsatz. Er verhandelte in Arbeitskämpfen, organisierte Unternehmensboykotte, registrierte Wähler, forderte Arbeitsplätze, hielt Trauerreden bei den Beerdigungen von Menschen, die unsere Geschichte geprägt haben – von Jackie Robinson bis Sammy Davis Jr. – denen er unvergessliche Nachrufe widmete. Viele Babyboomer packten schließlich ihre Koffer und folgten dem Ruf in andere Gefilde, wobei sie durch jene Türen schritten, die er aufgestoßen hatte.
„Und als die Dämmerung hereinbrach, sah ich ihn bei den Beerdigungen seiner Mentoren und Freunde aus der Gemeinde, inzwischen nicht mehr in der Lage, selbst zu sprechen, und von den Jahren gezeichnet. In der Dreifaltigkeitskirche, beim Trinity-Sonntagsgottesdienst, sah ich ihn im Rollstuhl, uns allen immer noch zuwinkend.
Als er am Dienstag, dem 17. Februar 2026, von uns ging, verloren wir einen großartigen Kämpfer und eine tragende Säule unseres Lebens. Ruhe in Frieden, Reverend Jesse. Danke, dass du unsere gemeinsame Heilung unterstützt und uns ein visionäres Leben vorgelebt hast. Bis zum letzten Moment.
Cher Gilmore ist Mitarbeiterin von Share International und lebt in Los Angeles, Kalifornien, USA.
Krieg und Frieden – eine Zusammenstellung
Wenn sich dunkle Wolken des Krieges zusammenbrauen und den sonnigen Himmel des Friedens trüben, reagiert die Menschheit auf zweierlei Weise: stumme Hinnahme und Fügsamkeit gegenüber dem Willen der Kriegstreiber oder aktiver, beherzter Widerstand gegen ihre Pläne und heimlichen Manöver. Heute halten beide Reaktionen sich die Waage. Die Hälfte der Welt hat sich in der Illusion eines „Kriegs gegen den Terrorismus“ verfangen (ohne die eigentliche Ursache zu erkennen) wie auch im Terrorismus selbst. Die andere Hälfte beklagt sowohl den Terrorismus, als auch den Mangel an Verständnis für seine Wurzeln. Sie wissen, dass dieses entsetzliche Übel einzig und allein durch umfassende Veränderungen beseitigt werden kann, und sie rufen die Führer der Nationen auf, die Ungleichheiten zu erkennen, die ungerechterweise die Welt spalten, und sie entschlossen anzugehen.
Diese zweite Gruppe muss wachsen und ihren Widerstand gegen die Pläne derer verstärken, die jetzt an der Macht sind und das Gleichgewicht der Welt ernstlich gefährden. Sie müssen sich finden und zusammenarbeiten, in dem Bewusstsein, dass sie für die große, aber schweigende Mehrheit sprechen, die ihre Sehnsucht nach Frieden und gelebter Gerechtigkeit teilt.
Frieden kann erst entstehen, wenn Gerechtigkeit herrscht; wenn das Teilen den Menschen das Herz geöffnet und ihr Vertrauen geweckt hat. Darum müssen die Menschen sich laut und aktiv für Gerechtigkeit und Teilen einsetzen, weil allein dadurch das Leiden der Menschen, Terrorismus und Krieg beendet werden können.
(Benjamin Cremes Meister, „Das Versprechen der Meister“, Share International, Januar/Februar 2004)
Ich bin auf jeden Jünger angewiesen, der die Gefahren dieser Zeit erkannt hat. Ich brauche auch diejenigen, die meine Präsenz spüren und diese frohe Botschaft an ihre Brüdern weitergeben. Alle, die meine Hoffnung teilen, dass die Menschheit in Frieden zusammenleben kann, arbeiten für mich. Frieden, Teilen und Gerechtigkeit sind der Kern meiner Lehren. Wo ich das Licht dieser allgemeingültigen Wahrheiten aufleuchten sehe, dahin sende ich auf dem Strahl dieses Lichts meine Liebe. So arbeite ich. So kann ich mit euch diese Welt verändern.
(Maitreya, Botschaft Nr. 92)
Im Grunde wünscht sich jeder eine Welt in Frieden. Nur die verrückten Kriegstreiber wollen Krieg, der gut fürs Geschäft ist und einigen Kreisen fette Gewinne verschafft. Wenn aber die Menschheit insgesamt erkennt, dass Frieden eine pure Notwendigkeit ist, kann auch der Krieg als solcher beendet werden. Diese Fakten der Menschheit nahezubringen, ist das Anliegen Maitreyas. Es geht ihm darum, die Menschen in dem, was sie wissen, zu bestärken: Ich weiß, Sie wissen, jeder weiß, dass Frieden unabdingbar ist – aber immer noch haben wir Kriege.
(Benjamin Creme, The Awakening of Humanity)
Wenn eine Nation erwachsen wird und eine gewisse Reife entwickelt hat, verhält sie sich anderen Ländern gegenüber ganz anders als bisher. Sie fängt an, das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit zu respektieren, das alle Länder in wechselseitiger Verantwortung und Abhängigkeit verbindet. Das Zeichen für diese Reife ist gerade diese Achtung vor den Gesetzen, die Menschen für notwendig hielten, um miteinander in Frieden zu leben. Von Zeit zu Zeit kann eine Nation das Gefühl haben, mächtig genug zu sein, um das Gesetz ignorieren zu können, das sie in ihren Machtambitionen und Kriegsgelüsten stört, obwohl ihre Freunde sie zur Zurückhaltung mahnen. Mit dieser Haltung irritieren und beunruhigen heute die Vereinigten Staaten – jetzt die einzige „Supermacht“ – die Menschen in den reiferen Nationen, die erwachsen genug sind, den Irrsinn einseitiger Handlungen ohne eine rechtliche Grundlage zu erkennen. Die junge und übermäßig selbstsichere „Supermacht“, die jetzt ihre Muskeln spielen lässt, wird sich übernehmen, und je eher das geschieht, desto sicherer für die Welt.
(Benjamin Cremes Meister, „Ein endgültiger Triumph“, Share International, April 2004)
Frieden und Krieg – Frieden und Krieg sind zwei Seiten derselben Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass ihr Frieden haben werdet, wenn ihr die Energien respektiert, die die Schöpfung beherrschen. Wenn ihr sie jedoch stört, führt das zum Krieg. Lernt, die Schöpfungsenergien zu respektieren. Kämpft nicht gegen sie an. Die politische Botschaft dieser Wahrheit lautet: Frieden herrscht dort, wo die Menschen über alles Lebensnotwendige verfügen. Wo dies nicht der Fall ist, herrscht Krieg.
(Maitreya, Maitreyas Lehren – Die Gesetze des Lebens)
Vor allem muss die Welt den Kern des Problems erkennen: Die USA werden heute von Männern geführt, die für die Impulse einer skrupellosen Energie empfänglich sind, die ihr Handeln lenkt und den Frieden in Gefahr bringt. Sie stimuliert ihre Machtbesessenheit, die sich auf die ganze Welt erstreckt, und bedroht den Weltfrieden. Ihre Vorposten liegen in Israel und Osteuropa, wobei Israel der eigentliche Brennpunkt ist. Diese Destruktivität leitet sich – wenn auch in geringerer Potenz – von der Energie ab, die im 20. Jahrhundert die Welt ins Kriegschaos gestürzt hat und die die Menschheit bereits überwunden zu haben glaubte. Daran kann man sehen, wie wichtig der Frieden im Nahen Osten ist; wie wichtig es ist, dass die Palästinenser wirklich Gerechtigkeit erfahren und ein existenzfähiges Heimatland erhalten. Das ist das mit Abstand wichtigste Problem, das sich den Menschen heute stellt.
(Benjamin Cremes Meister, „Für den Frieden“, Share International, Juli/August 2003)
Meine Freunde, ich bin jetzt bei euch, um euch den Weg zum Frieden zu zeigen – den Weg zu Gott. Gerechtigkeit wird euch dorthin führen. Begreift das und verbreitet Gerechtigkeit und Liebe. Begreift das und vertraut euch meiner Führung an. Meine Lehre ist wie immer wirklich einfach. Die Menschen müssen teilen, oder sie sterben. Ich sage das nicht gern, aber das ist die Wahrheit, und viele wissen das bereits. Menschen guten Willens werden sich zu Gruppen zusammenschließen und ihre Hoffnungen und Träume von Gerechtigkeit und Frieden einfordern. Dieser Aufruf wird die Fackel der Wahrheit unter den Völkern entzünden, in deren Mitte man mich finden wird.
(Maitreya, Botschaft Nr. 135)
Wenn man eines Tages die Verluste durch Kriege zusammenrechnet, werden die Menschen über das Ausmaß der Verschwendung erstaunt und beschämt sein. Mehr als jede andere Aktion des Menschen bedeutet Krieg Raubbau an Ressourcen und Leben. Nichts bleibt verschont, wenn es darum geht, den „Feind“ zu überwinden; alles wird dem Siegeswillen geopfert. So hat der Mensch unerbittlich seine Nachbarn bekämpft und das nicht immer zur Selbstverteidigung. […]
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Menschheit die Aufgabe, Kriege endgültig abzuschaffen, ernst nehmen muss. Sie muss begreifen, dass es kein Problem und keine Situation gibt, für die Krieg ein Mittel oder eine Lösung wäre. Angesichts dieser Erkenntnis müssen die Nationen gemeinsam handeln und dieser destruktiven Neigung des Menschen für immer ein Ende setzen.
(Benjamin Cremes Meister, „Das Ende der Kriege“, Share International, März 2006)
Lasst uns gemeinsam der Welt zeigen: dass Kriege nicht mehr nötig sind; dass der Mensch von Natur aus leben und lieben will; dass Hass aus Ausgrenzung erwächst; dass Gottes Gesetz im Menschen lebendig ist und seinem Wesen zugrunde liegt. All das werde ich euch zeigen. Arbeitet mit mir zusammen und beweist, dass es wahr ist.
(Maitreya, Botschaft Nr. 53)
In Erwartung seiner Ankunft bereiten sich inzwischen viele darauf vor, aktiv zu werden. Sie wissen, dass eine große Aufgabe auf sie zukommt, denn die bestehenden Spaltungen sind tief und ihre Wurzeln reichen bis in die ferne Vergangenheit zurück.
Diese Spaltung ist heute nirgends so augenfällig wie im Nahen Osten. In der gegenwärtigen Krise spitzt sich die verzweifelte Lage der Menschheit dramatisch zu: In einem unnötigen Krieg wird das Blut vieler Völker vergossen und ihr Hab und Gut zerstört. Die Anführer haben das Volk getäuscht und dazu verleitet, einem Trugbild zu folgen. Wenn die Bestialitäten aufhören, wird das Volk sich daran erinnern.
Beide Seiten erwartet nach dieser nutzlosen, blutigen Schlacht ein schmerzliches Erbe. Wenn die Menschen die Kosten errechnen und dem gegenüberstellen, was erreicht wurde, dann wird ihnen langsam das Ausmaß dieses Wahnsinns klar werden. Wenn Stolz und Ehrgeiz die Weisheit der Menschen ausschalten, dann ist die Zeit für einen Wandel gekommen.
Der Wiederaufbau wird keine leichte Aufgabe sein; viele Ursachen der Spannungen sind noch nicht ausgeräumt. Vor allem Israel und die Palästinenser müssen eine gerechte Lösung für ihre Probleme finden, sonst ist kein dauerhafter Frieden möglich. Das darf nicht länger hinausgeschoben werden.(Benjamin Cremes Meister, „Die Stimme des Volkes verschafft sich Gehör“, Share International, März 1991)
Die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten haben die Aufmerksamkeit der Welt erneut auf diese leidgeprüfte Region gelenkt. Unhaltbar ist die Annahme geworden, dass sich all die Probleme dort von selbst lösen oder verschwinden könnten, wenn man sie nur sich selbst überlässt; oder dass Konflikt und Spaltung endemisch und, solange man sie dort eindämmen könne, nicht weiter von Bedeutung wären, und dass für diesen historisch und strategisch wichtigen Teil der Welt gar nichts getan werden könne.
Der Stil und der technische Fortschritt der modernen Kriegführung haben diese Denkweise verändert und führen zu einer Neubewertung der Rolle, die die Vereinten Nationen auf diesem Schauplatz spielen könnten. Erstmals wird die Möglichkeit einer atomfreien Zone für den Nahen Osten ernsthaft in Erwägung gezogen. Ebenso wird zum ersten Mal einer endgültigen und fairen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts von vielen Seiten höchste Bedeutung beigemessen, wobei die Stimmen jener, die demokratische Reformen fordern, immer dringlicher werden.
Das bedeutet für die Staatengemeinschaft eine Herausforderung und eine Gelegenheit, diese zahlreichen Probleme mit Energie und Weisheit anzugehen. Vorbei sind die Tage, an denen ein Laisser-faire ausreichte, um die vielen widerstreitenden und um Vorherrschaft kämpfenden Parteien und Interessen unter Kontrolle zu halten. Die internationale Gemeinschaft muss für die Erhaltung des Friedens und für den Wohlstand in dieser Region die Verantwortung übernehmen; sie muss ihre neu gefundene Autorität dafür einsetzen, die Vertreter der verschiedenen Völker an den Verhandlungstisch zu bringen, und sie muss schließlich dafür sorgen, dass die in ernsten Verhandlungen durch Kompromisse erreichten Beschlüsse durchgesetzt werden.
Nur so können faire und dauerhafte Lösungen gefunden und wirklicher Frieden geschaffen werden. Die Zeit ist reif für eine solche Aktion. Es ist an der Zeit, die dunklen Wolken für immer aufzulösen, die seit vielen Jahren den Weltfrieden bedrohen und die heute im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne verdunkeln.
(Benjamin Cremes Meister, „Der Nahe Osten“, Share International, Mai 1991)
Die lebendige Sprache des Wassers
Interview mit Veda Austin
von Megan Scherer
Veda Austin ist eine in Neuseeland lebende Wasserforscherin, Vortragsrednerin, Mutter und Autorin. Seit 14 Jahren beobachtet und fotografiert sie die Bilder und Symbole, die sich in halb gefrorenem Wasser bilden, das sie als dessen „Schöpfungszustand“ bezeichnet. Sie beschreibt ihre Arbeit als eine Kombination aus Wissenschaft, Kunst und Spiritualität, und hat entdeckt, dass Wasser sowohl auf unsere Gedanken und Emotionen als auch auf Musik, Worte und Bilder reagiert. Für ihre Wasserbilder verwendet sie eine einfache Gefriertechnik, bei der beispielsweise ein Wort oder ein Foto 30 Sekunden lang unter eine Petrischale mit Wasser gelegt wird, bis es teilweise gefroren ist.
Neben ihrer Forschungen zum Thema Wasser hält Veda regelmäßig Workshops und Vorträge, nimmt an Webinaren, Vortragsreisen und Podcasts teil und arbeitet derzeit an einem Dokumentarfilm. Ihr Buch The Living Language of Water (Die lebendige Sprache des Wassers) ist das Ergebnis von zehn Jahren Forschung und enthält 1500 Fotos mit Begleittexten.
Megan Sherer hat sie für Share Internationalinterviewt.
Share International: Welche Einflüsse oder Erfahrungen haben Sie dazu bewegt, Wasserforscherin zu werden?
Veda Austin: Das Wichtigste, das mir gezeigt hat, dass Wasser mehr ist, als man auf den ersten Blick sieht, war eine Heilungserfahrung nach einem sehr schweren Autounfall. Mein Auto war unter einen sieben Tonnen schweren Lkw geraten, überschlug sich zweimal und war völlig zerstört. Im Laufe von zwanzig Jahren hatte ich acht Operationen, überwiegend Bauchoperationen, weil der Sicherheitsgurt meine inneren Organe und das Schlüsselbein zerquetscht hatte. Als ich nach meiner letzten Operation aufwachte, war ich von Ärzten umgeben, die mir erklärten, dass etwas schief gelaufen war, dass ich Blutgerinnsel in den Lungen habe und für den Rest meines Lebens Warfarin, einen Blutverdünner, einnehmen müsse. Ich war jung, fit und gesund – und war schockiert, das zu hören. Dreieinhalb, vielleicht vier Monate lang, nahm ich das Warfarin, und dann traf ich eine Entscheidung; ich vergewissere mich immer, dass den Leuten klar ist, dass das meine ganz persönliche Entscheidung war – es ist keine allgemeine Empfehlung –, das Medikament abzusetzen und meinen eigenen Heilungsweg zu gehen. Einer der Gründe, warum ich mich dazu entschlossen habe, war, dass mir drei verschiedene Ärzte gesagt hatten, ich würde aufgrund der starken Vernarbung meiner Fortpflanzungsorgane niemals Kinder bekommen können. Ich bekam später drei Kinder, daher wusste ich, dass mein Körper zu Dingen fähig war, von denen vielleicht nicht einmal Ärzte geglaubt hätten, dass er dazu in der Lage sei.
Ein Freund, der Arzt war, aber auch ayurvedische Medizin praktizierte, riet mir, natürliches basisches Wasser zu trinken, was vielleicht dazu beitragen könnte, meinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ich habe jeweils zwei Wochen lang verschiedene natürlich basische Wässer mit einem pH-Wert über sieben ausprobiert, bemerkte jedoch keinen großen Unterschied.

Zu diesem Zeitpunkt leitete ich ein Wellnesszentrum – ich hatte eine gewisse Begabung für das Heilen. Eine Klientin erzählte mir von einem Mann, der eine private Quelle habe, aus der das Wasser direkt aus dem Boden sprudelte und einen pH-Wert von 9,9 habe; er gebe es ausschließlich Krebspatienten, bei denen es offenbar erstaunliche Ergebnisse erzielte. Er gab mir für einen Monat Wasser zum Trinken, und am 3. Tag bemerkte ich eine Veränderung meiner Darmtätigkeit, was bemerkenswert war, denn es war ein Zeichen innerer Gesundheit. Am zehnten Tag bildeten sich an meinem Arm und am Kiefer lauter Beulen, die unglaublich wehtaten. Zwischen dem zehnten und zwölften Tag wurden [mit einer Pinzette] 27 grüne Glassplitter aus meinem Körper entfernt – sie hatten sich dort seit über zwanzig Jahren festgesetzt. Hinten im Auto waren Bierkisten gewesen: Auf meiner rechten Seite hatte ich mehr grünes Glass und auf der linken Seite mehr Stückchen von der Windschutzscheibe. Das fand ich bemerkenswert.
Das brachte mich dazu, der Frage nachzugehen, was manche Gewässer heilkräftig macht. Ich sah mir eine Analyse an – es gibt Bikarbonate und Kalk, die das Wasser von Natur aus alkalisch und stabil machen, aber wo ist die heilende Komponente? Dann erinnerte ich mich an das, was Nikola Tesla einst sagte: „Wenn du die Geheimnisse des Universums ergründen willst, denke in Begriffen von Energie, Frequenz und Schwingung.“
Ich wurde Leiterin von Forschung und Entwicklung für eine Gesellschaft, die von Menschen wegen des Wassers, das mir bei der Heilung geholfen hatte, aufgebaut wurde. Sie wollten klinische Studien durchführen, um herauszufinden, was daran so besonders ist. Ich hatte ein paar gläserne Petrischalen, und mein Plan war, einen Gedanken in das Wasser zu projizieren und es in meinem Gefrierfach einzufrieren und zu schauen, was geschieht, was damals ziemlich radikal war. Dr. Emotos* Arbeit bestand im Wesentlichen darin, einen Wassertropfen, der einem positiven oder negativen Gedanken, Wort, Gefühl oder Gebet ausgesetzt worden war, schockzufrieren und anschließend die Struktur zu fotografieren, die sich beim Gefrieren bildete – der positiv „beeinflusste“ Tropfen ähnelte eher einer Schneeflocke, während der negativ „beeinflusste“ Tropfen in der Regel keine Struktur bildete.

Ich hielt meine Schale mit Wasser in der Hand, und darin schwammen kleine Fussel herum, also tauchte ich meine Hand hinein, nahm die Fussel heraus und fragte mich, ob meine Hand Einfluss auf das Gedächtnis des Wassers haben würde. Mein allererstes Bild sah aus wie ein Röntgenbild meiner Hand und nahm die Hälfte der Petrischale ein [siehe Foto]. Ich fragte mich, ob es Zufall war? Dann sieht man immer wieder, dass Wasser nicht nur Informationen weitergibt, die mit den eigenen Gedanken zusammenhängen, sondern sehr oft auch Informationen, die mit seiner Umgebung zu tun haben – und mit dem, worauf man gerade seine Aufmerksamkeit richtet.
Nach 15 Jahren in habe ich mehr als 85 000 Fotos, die belegen, dass Wasser unglaublich intelligent auf Bewusstsein antwortet – und ich sage auf Bewusstsein antwortet und nicht nur reagiert.
SI: Was Dr. Masaru Emoto betrifft: Er hat sich auf den gefrorenen Zustand von Wasser konzentriert – warum haben Sie sich entschieden, halb gefrorenes Wasser zu untersuchen?
VA: Dieser halb gefrorene Zustand wird als Flüssigkristall bezeichnet. Wasser in festem Zustand ist nicht sehr beweglich. Es gibt zwar winzige Bewegungen in seinem Inneren, aber sobald es vollständig gefroren ist, gibt es kaum noch Informationen weiter.
Ein halb gefrorener Zustand liegt vor, wenn sich in der Petrischale oben Flüssigkeit und unten Eis befindet und man die Flüssigkeit abgießt. Da der Zustand nur etwa fünf Minuten anhält, ist es ein sehr schneller Vorgang, der als Flüssigkristall bezeichnet wird. Das Stadium oder die Phase, in der ich das Wasser einfriere, hat viel mehr gemein mit dem Wasser in unseren Zellen als mit dem Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt. Das liegt daran, dass das Wasser in unseren Zellen Wasser der vierten Phase ist. Es enthält ein zusätzliches Wasserstoff- und Sauerstoffatom; es absorbiert mehr Licht als normales Wasser und ist negativ geladen. Stellen Sie sich Aloe Vera oder Eiweiß vor – nicht ganz so dickflüssig, aber es hat eine gewisse Viskosität und funktioniert wie eine Batterie.

Dr. Gerald Pollack hat darüber ein Buch geschrieben mit dem Titel The Fourth Phase of Water: Beyond Solid, Liquid, and Vapor [Die vierte Phase des Wassers: Jenseits von fest, flüssig und gasförmig]. Er hat in seinem Labor entdeckt, dass es in normalem Wasser eine vierte Phase des Wassers gibt. Man füllt Wasser in ein Reagenzglas, gibt Mikrokügelchen hinzu, mit denen man die Bewegung beobachten kann, setzt ein kleines Nafion-Röhrchen ein und schaut durch ein Mikroskop. Man sieht, dass sich die Mikrokügelchen, wenn sich darin Wasser der vierten Phase befindet, im Kreis drehen und sich selbstständig durch das Röhrchen bewegen. Damit Wasser in der vierten Phase auftritt, muss es sich in der Nähe einer hydrophilen Oberfläche wie Glas oder der Zellmembran unseres Körpers befinden. Dann beginnt sich dieses Wasser der vierten Phase aufzubauen – es drückt alles, was sich in ihm befindet, nach außen. Auf diese Weise werden alle Mineralien, Salze und Solvate herausgedrückt, wodurch ein winziger mikroskopischer Bereich entsteht, der rein ist und eine negative Ladung aufweist; alles, was ausgestoßen wurde, ist positiv geladen. Und wenn man einen Minuspol und einen Pluspol hat, hat man eine Batterie. Das ist sozusagen die Batterie deiner Zellen.
Wasser in der vierten Phase kommt auch zwischen einer Flüssigkeit und einem Feststoff vor. Ich fing an, den Gefrierschrank immer früher zu öffnen, um zu sehen, wann sich das Muster zu bilden begann. Als ich oben Flüssigkeit und unten Eis sah, habe ich die Flüssigkeit abgegossen – das waren eigentlich alle Feststoffe, die positive Ladung, die herausgedrückt worden war.
SI: Sie erwähnen in Ihrem Buch den französischen Fotografen Laurent Costa, der ebenfalls mit Eis und Eiskristallen arbeitet. Ich habe den Eindruck, dass Sie seine persönliche Lebenseinstellung sehr bewundern – er betrachtet Wasser als einen spirituellen Lehrer, und er zieht es vor, anstatt zu experimentieren, das Wasser dazu einzuladen, sich durch die Formen seiner Muster mitzuteilen. Prägt diese einladende Haltung – und nicht etwa eine experimentelle – nach wie vor Ihre Arbeit?
VA: Hundertprozentig. Ich betrachte meine Arbeit nie als experimentell. Einer der vielen, vielen Gründe dafür ist, dass ich Wasser nicht als Ressource sehe, sondern als Quelle. Ich habe festgestellt, dass Wasser nicht nur auf die Umgebung reagiert, sondern auch auf meine Gefühle, und dass es also eine Art Intelligenz besitzt, was wirklich bemerkenswert ist. Mein Vater ist ein gebürtiger neuseeländischer Māori [ein bekannter Fischer], der den größten Teil seines Lebens auf dem Meer verbracht hat. In der Māori-Kultur gibt es zahlreiche Sprichwörter. Eines, das ich besonders mag, lautet: „Ich bin der Fluss und der Fluss ist ich“ [Ko au te awa, ko te awa ko au]. Wir sind eins. Und dadurch habe ich, glaube ich, eine andere Sichtweise auf Wasser.

Jeder kann diese Arbeit machen. Jeder kann meine Gefriermethode erlernen. Eines der drei Dinge, die man zu Beginn der Kristallografie sieht, ist ein charakteristisches Muster von Wasser, anhand dessen man erkennen kann, mit welcher Art von Wasser man es zu tun hat; oder man sieht vielleicht Kunst, und ich sage immer, Kunst ist das Herz des Wassers – da erkennt man vielleicht ein Gesicht, das dem Foto ähnelt, das man unter die Wasserschale gelegt hat. Als Drittes gibt es dann die Hydroglyphen, also Symbole im Eis, die eine oder mehrere Bedeutungen haben [beispielsweise „Treppe“ und „Heirat“]. Das Wasser nimmt die Energie des geschriebenen Wortes auf und kristallisiert sie zu einem Symbol. Um zu bestätigen, dass es sich um eine Hydroglyphe handelt, wird dasselbe Experiment über fünfzig Mal wiederholt, wobei sowohl Englisch als auch andere Sprachen verwendet werden.
Für viele Menschen ist die Erwartungshaltung, die dabei entsteht, ein Problem. Wasser ist unberechenbar: Es tut nicht immer das, was man will – es tut das, was man braucht. Viele Leute sagen, dass die Wiederholbarkeit nur deshalb funktioniert, weil man sie erwartet. In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt, so funktioniert das nicht: Man darf nicht an einem Ergebnis haften, um ein Ergebnis zu bekommen. Es geht wirklich darum, dem Wasser zu erlauben, das zu tun, was es will, und nicht das, was man selbst will, sondern neugierig zu sein – und das ist einer der Gründe, warum Kinder so viel Freude daran haben.
SI:Ich finde die Unterschiede zwischen Ihren Fotos von Leitungswasser und Quellwasser sehr interessant. Welche Art von Wasser verwenden Sie für Ihre Forschung, und haben wir die Möglichkeit, die Qualität unseres Leitungswassers zu verbessern?
VA: Wir können zwar massive strukturelle Veränderungen feststellen, aber keine chemischen. Ich behaupte also nicht, dass man sein Wasser einfach nur reinigen muss. Ich arbeite sehr gerne mit Quellwasser, aber ich arbeite genauso gerne mit Leitungswasser. Die Leute sind immer überrascht, wenn ich das sage – der Grund, warum ich so gerne mit Leitungswasser arbeite, ist, dass es tatsächlich sehr empfindsam ist.
Meine Erfahrung ist, dass man bei Leitungswasser zwar tatsächlich viele Unregelmäßigkeiten sieht, aber wenn man dieselbe Probe schmelzen und anschließend wieder gefrieren lässt, nachdem man dem Wasser bewusst liebevolle Energie zukommen ließ, verändert es seine Struktur drastisch und beginnt jener zu ähneln, wie wir sie beispielsweise in einem Fluss finden würden. Um es mit einem Begriff aus der Māori-Sprache auszudrücken: Es geht im Wesentlichen darum, ihm „Mana“ [Würde] zu verleihen; indem man ihm seine Würde zurückgibt, wird es fähig, energetisch gesünder zu sein.
Wasser verhält sich in mancher Hinsicht ganz ähnlich wie Menschen. Es reagiert sehr empfindsam auf Emotionen – es setzt sich über meine Gedanken hinweg, um mir zu zeigen, was ich fühle, was einer der Gründe ist, warum ich es als reaktionsfähig und nicht als bloß reaktiv betrachte.
SI: Moderne Gesellschaften scheinen sich größtenteils nicht bewusst zu sein, wie eng wir mit unserer Umwelt verbunden sind. Wie können wir Ihrer Meinung nach unsere Beziehung zu Mutter Natur und zum Wasser verbessern?
VA: Wie würden Sie aussehen, wenn Ihre Haut und inneren Organe unsichtbar wären oder durchsichtig? Das würde Sie daran erinnern, dass Sie mehr wie Flüsse, Bäche und Nebenströme wären. Sie sind ein flüssiges, sich bewegendes, intelligentes System. Wenn man sich selbst so betrachtet, wird einem allmählich bewusst: „Mensch, ich trage tatsächlich diese typischen Muster der gesamten Natur in mir. Ich habe die Äste der Bäume, ich habe Bäche.“ Die Äste, die von unserer Augenlinse abzweigen, bestehen zu 99 Prozent aus hochgeordnetem Wasser der vierten Phase. Man betrachtet die Welt buchstäblich durch die Linse des Wassers. Wenn man in diesem Zusammenhang beginnt, sich selbst zu betrachten – das innere Spiegelbild –, dann erkennt man allmählich, dass man tatsächlich vollständig mit dem äußeren Spiegelbild verbunden ist und dass die Trennung, die wir wahrnehmen, auf die Form zurückzuführen ist.
Jedes Lebewesen enthält Wasser, Salze und eine Form von Bewusstsein; daher ist das verbindende Element, das sich durch alles Leben zieht, immer Wasser – und zwar nicht nur flüssiges Wasser: Das Wasser in der Luft, die wir ausatmen, bedeutet, dass Wasser in der Luft ist.
SI: Traditionell machen Wissenschaftler ihre Entdeckungen durch Experimente. Ich habe mich daher gefragt, ob Sie der Meinung sind, dass die Wissenschaft insgesamt davon profitieren könnte, ihre Herangehensweise zu ändern, das heißt, das, was sie untersucht, ganzheitlicher oder einladender zu betrachten?
VA: Ich liebe die Wissenschaft – meine gesamte Arbeit besteht darin, Wissenschaft, Kunst und Bewusstsein miteinander zu verweben. Ich glaube, dass die Kunst der Mittelweg ist. Kunst hat ihre eigene Sprache. Sie kann die Welt der Wissenschaft einladen, zu Hilfe zu kommen, und sie kann spirituell interessierte Menschen dazu einladen, sich das anzuschauen.

Die Quantenphysik kann sicherlich helfen. Zum Beispiel geht die gängige Wissenschaft davon aus, dass Wasser kein Gedächtnis hat, da es sich in einem molekularen Chaos befinde. Es aktualisiert die Informationen in jedem Billionstel eines Billionstels einer Sekunde. Die Wasserstoffbrückenbindungen brechen bei diesen wahnsinnigen Geschwindigkeiten, doch die Quantenphysik würde sagen, dass es einen Unterschied zwischen molekularem Chaos und molekularer Erregung gibt. Wenn das Bewusstsein beteiligt ist, entsteht molekulare Erregung; je mehr Aufmerksamkeit vorhanden ist, desto größer ist die Erregung. Deshalb glaube ich, dass sich dieser Bereich weiterentwickeln wird. Wenn die Wissenschaft tatsächlich beginnen würde, sich der Erforschung dieses Themas unvoreingenommener zu nähern, käme sie wahrscheinlich viel weiter. Nikola Tesla sagte: „An dem Tag, an dem die Wissenschaft beginnt, die nicht physischen Phänomene zu studieren, wird sie in einem Jahrzehnt mehr Fortschritte machen als in allen vorherigen Jahrhunderten ihres Bestehens.“
Die Quantenbiologie und die Quantenphysik beginnen tatsächlich, den Beobachtereffekt zu belegen. Ich glaube, einer der spirituellsten Aspekte des Wassers ist der Beobachter. Das führt dann zu vielen anderen Konzepten rund um Wasser und Geist, und dazu: wie können wir uns selbst beobachten? Wie werden Menschen bei Nahtoderfahrungen zum Beobachter?
SI: Was ist Ihrer Meinung nach die Botschaft des Wassers an die Menschheit?
VA: Ich denke, ein anderes Wort für Wasser ist Hoffnung. Und einer der Gründe, warum ich das sage, ist, dass zwei Prozent eine sehr geringe Menge sind – ich spreche hier nicht von Primärwasser, das im Erdmantel gebunden ist –, sondern vom Wasser an der Erdoberfläche; nur etwa zwei Prozent davon sind trinkbar. Und gleichzeitig reichen schon zwei Prozent der Menschen, die wirklich verstehen, dass wir als intelligente, fließende Wasserkörper gemeinsam Veränderungen bewirken können. Wir können die größten Wellen des Wandels auslösen, die diese Welt je gesehen hat, denn wir treten nun in das Wassermannzeitalter ein, in dem der Wasserträger das Wasser und die Informationen mit uns teilt. Wir müssen es nur annehmen und uns bewusst machen, dass Wasser nicht einfach nur Wasser ist. Wasser ist ein Spiegel des Göttlichen, und wir bestehen aus Billionen und Aberbillionen von Wassermolekülen. Tatsächlich gibt es in unserem Körper mehr Wassermoleküle als Sterne im gesamten wahrnehmbaren Universum.
*Dr. Masaru Emoto (1943–2014) veröffentlichte das Buch Die Botschaft des Wassers (siehe Share International, Juli/August 2001)
Website von Veda Austin: vedaaustin.com
Megan Scherer ist Mitarbeiterin von Share International und lebt in Neuseeland.
SOP – Save Our Planet
„Abgesehen von Krieg ist die bei Weitem größte Gefahr für die Zukunft aller Menschen die Umweltverschmutzung. Manche Länder haben diese Tatsache erkannt und einige Maßnahmen eingeleitet, um die Verschmutzung und die Erwärmung der Erde einzudämmen. Andere, teilweise die Hauptverursacher der Umweltverschmutzung, leugnen die Realität der Erderwärmung, obwohl dafür überwältigende Beweise vorliegen. Tagtäglich beweisen die Klimaveränderungen, dass unser Planet krank ist und sofort sachkundige Hilfe braucht, damit das Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind muss sich an dieser Aufgabe beteiligen. Die Zeit rennt uns wirklich davon. SOP! Save Our Planet – Rettet unseren Planeten!“
(Benjamin Cremes Meister, 8. September 2012)
Wassergewinnung aus der Luft
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser stellt für viele Kommunen eine große Herausforderung dar. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen haben weltweit 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Es wurden Lösungen vorgeschlagen, um in Regionen, in denen es nicht regnet, vor Ort Feuchtigkeit aus der Luft zu gewinnen, doch die notwendigen Finanzmittel für eine groß angelegte Produktion – die die Kosten senken würde – konnten nicht immer gesichert werden.
Die Inkas gewannen Wasser aus der Luft mithilfe von Nebelzäunen, an denen das Wasser nachts kondensierte. Seitdem sind mehrere Initiativen entstanden, die es ermöglichen, Wasser vor Ort durch Kondensation aus der Atmosphäre zu gewinnen und so die lokale Bevölkerung mit Wasser zu versorgen, wenn keine Infrastruktur vorhanden ist oder diese durch eine Naturkatastrophe beschädigt wurde.
Ein Beispiel ist Majik Water, ein kenianisches Start-up, das ein Gerät anbietet, das mithilfe von Sonnenenergie Wasser aus der Luft gewinnt, indem es atmosphärische Feuchtigkeit kondensiert, filtert und reinigt. Im Jahr 2023 produzierten diese Systeme 200 000 Liter Trinkwasser in den trockenen Regionen Kenias.
Ein weiteres Beispiel ist Max Hildago, ein peruanischer Ingenieur, und sein Start-up Yawa, Gewinner des „Young Champion of the Earth“-Preises 2020. Seine Maschine produziert täglich zwischen 50 und 300 Liter Wasser aus der Luftfeuchtigkeit.
Darüber hinaus ist eine völlig neue Methode zur Gewinnung von Wasser aus der Luft entstanden. Die retikuläre Chemie ist ein neues wissenschaftliches Fachgebiet, das von Omar Yaghi begründet wurde und mittlerweile von Hunderten von wissenschaftlichen Teams weltweit erforscht wird. Yaghi erhielt 2025 gemeinsam mit Susumu Kitawaga und Richard Robson den Nobelpreis für Chemie für „die Entwicklung metallorganischer Gerüststrukturen“. Diese neue Technologie schafft „molekulare Strukturen mit großen Hohlräumen, durch die Gase und andere Chemikalien strömen können“. „Die metallorganischen Gerüststrukturen können genutzt werden, um Wasser aus Wüstenluft zu gewinnen …“
Professor Yaghi wurde in Jordanien, in einer wasserarmen Gegend, geboren. Er erzählte, wie er eines Tages, als er sich in einer Bibliothek molekulare Zeichnungen ansah, „nach Hause ging und tatsächlich das Gefühl hatte, gerade die Liebe meines Lebens getroffen zu haben“. Im Alter von 15 Jahren wanderte er dann dank der Ersparnisse seiner Familie in die USA aus und widmete sein Leben der Arbeit an Molekülen.

Yaghi gründete das Unternehmen Atoco und entwickelte eine Lösung auf Basis der retikulären Chemie, die mit einem netzunabhängigen Gerät, das mit externer Energie betrieben wird, bis zu 1000 Liter Wasser pro Tag liefert. Diese Lösung könnte gefährdeten Gemeinden helfen, in denen sauberes Wasser knapp ist.
Professor Yaghi: „… Wasser aus der Luft zu gewinnen, um die Welt mit Wasser zu versorgen […] wird den Menschen Unabhängigkeit verschaffen, damit sie die Kontrolle über ihr eigenes Wasser haben … Kreativität in der Wissenschaft ist von entscheidender Bedeutung, um gesellschaftliche Probleme anzugehen.“
(Quellen: majikwater.africa; Unep.org; atoco.com);
Grasland und Feuchtgebiete sind durch die Tierhaltung bedroht
Den meisten umweltbewussten Leserinnen und Lesern ist bekannt, dass Urwälder, unter anderem im Amazonasgebiet, rasch abgeholzt werden, um Platz für Weideland zu schaffen. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Nicht-Wald-Ökosysteme – Grasland, Feuchtgebiete und Savannen – fast viermal so schnell verschwinden wie Wälder. Und wie bei den Wäldern ist die Viehhaltung der Hauptverursacher.
Die in Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie ist der erste Versuch, die Formen der Landwirtschaft zu analysieren, die weltweit für die Umwandlung natürlicher Ökosysteme verantwortlich sind, und zu ermitteln, welche Rohstoffe den Bedarf an dieser Umwandlung antreiben.
Diese Erkenntnisse sind wichtig, da Graslandgebiete weltweit mehr eisfreie Oberfläche einnehmen als jedes andere Ökosystem und fast ebenso viel terrestrischen Kohlenstoff speichern wie Wälder (etwa 34 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent bei Wäldern). Zudem erhalten sie, obwohl sie zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen der Erde gehören, wenig Beachtung, da ihr Verschwinden und die Ursachen dafür unklar sind. Feuchtgebiete werden etwa halb so schnell für die Landwirtschaft umgewandelt wie Trockengebiete, sind jedoch besonders wichtige Kohlenstoffsenken.
Die Studie, die den Zeitraum von 2005 bis 2020 untersuchte, ergab, dass die Tierhaltung für etwa zwei Drittel des Graslandverlusts verantwortlich ist, sei es durch Umwandlung in Weideland oder in Ackerland für den Anbau von Futtermitteln. Das verbleibende Drittel entfällt auf den Anbau von Nahrungsmitteln für den menschlichen Verzehr.
Biokraftstoffe sind ein weiterer wichtiger Faktor für den Verlust von Graslandschaften – insbesondere in den USA. Elise Mazur, Forscherin am World Resources Institute und Mitautorin des Berichts, hofft, dass die politischen Entscheidungsträger, Graslandschaften in ihre Naturschutzziele einbeziehen werden. Manche politischen Maßnahmen verringern zwar die Umwandlung in einem Ökosystem, verlagern die landwirtschaftliche Expansion jedoch in andere Ökosysteme. „Sowohl Wald- als auch Nicht-Wald-Ökosysteme müssen gemeinsam berücksichtigt werden“, sagt sie. „Wir wollen sicherstellen, dass alle politischen Maßnahmen oder freiwilligen Zielsetzungen alle natürlichen Ökosysteme berücksichtigen.“
Ein Experiment, das 2019 im Texas Panhandle in den USA stattfand, zeigte, wie verlorene Graslandschaften auf scheinbar wundersame Weise schnell wiederhergestellt werden können, wenn wir uns dazu entschließen. Eine Gruppe brachte 5000 Bisons in ein abgelegenes Gebiet des Panhandle, das zur Wüste geworden war, nachdem die Rinderzucht im 19. Jahrhundert die ursprünglichen Bisonbestände verdrängt hatte. Innerhalb von zwei Jahren verwandelte sich die Landschaft wieder in eine Kurzgrasprärie. In den Tausenden von Bison-Suhlen sammelte sich Wasser, und dank des reichlich vorhandenen Bison-Mists und der Belüftung durch die Hufe der 900 Kilogramm schweren Tiere wurde der Boden zu reichhaltiger, dunkler, feuchter Erde statt zu betonhartem Sand. Wildtiere kehrten zurück, als das angesammelte Wasser einsickerte und die ruhenden einheimischen Grassamen wieder zum Leben erweckte; nach dem zweiten Jahr siedelten sich große Raubtiere an. Das gesamte rund 60 000 Hektar große Ökosystem wurde ohne jeglichen menschlichen Eingriff wiederhergestellt. Die Lehre daraus ist: Die Natur ist widerstandsfähig, wenn wir die zerstörerischen Elemente (Kühe) beseitigen, die richtigen „Werkzeuge“ (in diesem Fall die Bisons) bereitstellen und uns nicht einmischen.
Ein Vertrag der indigenen Bevölkerung über die Rechte der Wale könnte das neuseeländische Recht ändern
Neuseeländische Gesetzgeber haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der Wale als Rechtspersonen anerkennt. Die Gesetzgebung würde die Regierung verpflichten, die Rechte der Wale bei der Regulierung von Aktivitäten zu berücksichtigen, die sich auf sie und ihre Lebensräume auswirken, darunter Schifffahrt, Fischerei, Tiefseebergbau und Küstenbebauung.
Der Gesetzentwurf basiert auf einer wegweisenden Erklärung, die von indigenen Führern des Pazifikraums unterzeichnet wurde und den Titel „He Whakaputanga Moana“ (Erklärung für den Ozean) trägt. Der Maori-König Tuheitia Potatau Te Wherowhero trug maßgeblich dazu bei, indigene Führer aus Aotearoa (Neuseeland), den Cookinseln, Tahiti, Tonga, Hawaii und Rapanui (Osterinsel) zu mobilisieren, die Erklärung zur Anerkennung der Rechte der Wale zu unterzeichnen, und traf sich kurz vor seinem Tod im Jahr 2024 mit Abgeordneten der neuseeländischen Grünen.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass es selten vorkommt, dass ein von indigenen Völkern abgeschlossener Vertrag nationales Recht prägt, und dass dies eine Umkehrung des üblichen Top-down-Ansatzes in der Umweltpolitik darstellt.
Der Gesetzentwurf bekräftigt das Recht der Wale auf Migration, die Bewahrung natürlicher Verhaltensweisen und das Leben in einer gesunden Umwelt. Ein auf den Rechten der Natur basierender Ansatz konzentriert sich auf den Schutz der biologischen Integrität der Natur und behandelt diese als Teil der Familie, nicht als Ware – eine Sichtweise, die von vielen indigenen Kulturen geteilt wird.
Bestehende Gesetze wie das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten und das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs sind zwar wirksame Instrumente zum Artenschutz, betrachten Wale und Meeresökosysteme jedoch als Ressourcen, die zum Nutzen des Menschen bewirtschaftet werden können. He Whakaputanga Moana geht von einer anderen Perspektive aus: Es erkennt Wale als Vorfahren mit eigenem Geist und eigenem Wesen an. (Wale und Menschen haben einen gemeinsamen Vorfahren, der vor etwa 90 Millionen Jahren lebte).
„Wir erkennen die Verbundenheit aller Dinge an und verstehen, dass der Atem des Ozeans unser eigener ist“, heißt es in der Erklärung. Tuiono, der Abgeordnete, der den neuseeländischen Gesetzesentwurf eingebracht hat, sagt: „Wir haben die Welt immer aus einer anthropozentrischen Perspektive betrachtet und gedacht, sie drehe sich um uns. … Wir sollten eine ökozentrische Sichtweise einnehmen – uns als Teil des Lebensnetzes sehen, nicht als dessen Mittelpunkt.“
Tuiono fuhr fort: „Es darf nicht länger um Ausbeutung gehen. Wir leben auf einem endlichen Planeten mit endlichen Ressourcen. Wir müssen die anderen Arten respektieren, mit denen wir ihn teilen. … Wir müssen uns um die Umwelt kümmern, damit sie gedeiht – für alle, die diesen Ort ihr Zuhause nennen.“
(Quelle: insideclimatenews.org)
Die Finanzmärkte steigen bereits aus fossilen Brennstoffen aus
Umweltschützer waren zutiefst enttäuscht, dass die jüngsten COP30-Verhandlungen keinen Aufruf zu einem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen erzielten. Laut Ingmar Rentzhog, Gründer und CEO der Klimamedienplattform „We Don’t Have Time“, sind solche politischen Vereinbarungen jedoch möglicherweise weniger entscheidend als die Finanzmärkte, wenn es darum geht, ob fossile Brennstoffe tatsächlich auslaufen oder nicht. Tatsächlich schreibt er in einem aktuellen Artikel im Forbes Magazin, dass sich das Kapital bereits so verhält, als ob ein solcher Ausstieg bereits im Gange wäre.
Das COP30-Abkommen war zwar schwach, aber seine wahre Bedeutung hinsichtlich der Entschlossenheit zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffe, lag nicht im fehlenden Konsens, sondern in der Bildung einer „Koalition der Willigen“: 83 Länder, die einen Fahrplan weg von fossilen Brennstoffen unterstützten. Zudem haben sich Kolumbien und die Niederlande verpflichtet, 2026 gemeinsam die erste internationale Konferenz auszurichten, um diese Arbeit voranzubringen. Wie Rentzhog betont, brauchen Investoren nicht die Zustimmung aller großen Emittenten, um mit der Neubewertung von Risiken zu beginnen.
Das Institute for Sustainable Investing von Morgan Stanley befragte im November 2025 über 900 institutionelle Investoren, und der Bericht zeigte, dass „86 Prozent der Vermögensinhaber erwarten, ihre Anlagen für nachhaltige Investitionen in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen“. Viele davon sind Mega-Institutionen, sodass die Umfrage Entscheidungsträger abdeckt, die zusammen viele Billionen Dollar verwalten. Das Kapital ist der Politik voraus.
Dieses Wachstum widerlegt die These vom Rückgang des ESG-Trends – wobei ESG für ein Anlageprinzip steht, das Umweltfragen, soziale Aspekte und Unternehmensführung priorisiert. Tatsächlich haben nordamerikanische Investoren eine höhere Erwartungshaltung hinsichtlich steigender Investitionen in nachhaltige Fonds (90 Prozent) als europäische oder asiatisch-pazifische Investoren, obwohl diese Region häufig als Epizentrum der Abkehr vom ESG-Trend gilt.
Ein weiteres Signal für einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist der Aufstieg der „grünen Wirtschaft“ von einem Nischenmarkt zu einem Wachstumsmarkt im Wert von mehreren Billionen Dollar. Im Jahr 2025 waren die Investitionen in grüne Energie bereits höher als die Investitionen in fossile Brennstoffe. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) entfielen von den prognostizierten Energieinvestitionen in Höhe von insgesamt 3,3 Billionen US-Dollar etwa 2,2 Billionen US-Dollar auf Kategorien im Zusammenhang mit sauberer Energie, während etwa 1,1 Billionen US-Dollar für fossile Brennstoffe aufgewendet wurden.
Zudem stiegen die weltweiten Ölvorräte im Dezember 2025 laut IEA auf ein Vierjahreshoch, und dieser Überschuss könnte zu plötzlichen Preisänderungen führen, da die Lagerung zu einem Problem wird. Die wachsende Batteriespeicherindustrie ist mittlerweile ein starker Konkurrent, der rasch an Größe gewinnt und Schwankungen in der Energieversorgung bewältigen kann, ohne überhaupt etwas zu verbrennen. Insgesamt sieht es für fossile Brennstoffe nicht gut aus.
Die Geistige Hierarchie (Teil zwei)
von Aart Jurriaanse
Aart Jurriaanse (1907–2002) war ein südafrikanischer Autor, der auch einige Zusammenstellungen aus den Werken von Alice A. Bailey veröffentlicht hat. Er hatte Share International freundlicherweise die Erlaubnis zum Abdruck seiner Artikel gegeben, wie sie erstmals in dem Buch Bridges (1978, deutsche Ausgabe: Philosophie der Synthese*) erschienen sind. Diese inspirierenden und informativen Artikel, die wir hier in loser Folge wiedergeben, behandeln spirituelle Sichtweisen, die sich von den alten Archiven der Meister bis in unsere Zeit erstrecken.
In manchen Kreisen wird darüber diskutiert, ob das geistige und religiöse Leben des Menschen überhaupt einem genauen Studium und einer Analyse unterzogen werden darf. Bei einer mentalen Annäherung an diesen Lebensbereich wird häufig der Verlust des Mystischen und Erhabenen befürchtet, wobei mit Mystik zumeist nur das Gefühl des Vagen, Ungewissen verbunden wird. Ist es nicht gerade aus diesem Grund zu begrüßen, wenn durch das Licht des Denkvermögens diese Unwissenheit beseitigt wird und damit ein besseres Verständnis und eine engere Beziehung zwischen dem suchenden Menschen und Gott geschaffen werden kann? (Stellen wir uns also darauf ein, dass auf jede tiefere Erkenntnis ein weiteres ungelöstes Mysterium folgen wird.) Und gehört es nicht zur geistigen Entfaltung, dass sich das Bewusstsein ständig erweitert und von Offenbarung zu Offenbarung, von Wahrheit zu noch größerer Wahrheit und von Licht zu noch hellerem Licht aufwärts strebt?
Warum sollte es dem Menschen dann nicht gestattet sein, so tief in die Natur des Göttlichen einzutauchen, wie es ihm seine mentale Ausrüstung und sein bewusster Wille erlauben? Wollen wir uns tatsächlich weismachen, Gott hätte den Menschen mit einem wundervollen Denkvermögen und der Fähigkeit der mentalen Analyse ausgestattet, um ihn alles ergründen zu lassen, einzig mit Ausnahme jenes Aspekts, der die wichtigste Rolle in seinem Leben spielen sollte — die geistige Welt? Klingt ein solches Argument nicht allzu naiv? Logischer und wahrscheinlicher dürfte es doch sein, dass Gott den Menschen mit einer ständig sich entfaltenden mentalen Gabe versehen hat, damit er seine eigene Beschaffenheit und seine geistigen Beziehungen besser verstehen lernt, anstatt zum Beispiel immer mehr zerstörende Waffen und Geheimnisse des „Raumes“ zu entdecken, die es ihm ermöglichen, die strategische Position seines Nachbarn noch effektiver auszuspionieren? Doch auch die, die eine mentale Annäherung an das geistige Leben verwerfen, werden zu ihrer Zeit einmal die innere Freude erleben, wenn sich nach beharrlicher mentaler Suche ein weiteres Stückchen Wahrheit enthüllt; oder das Erbeben, das sich einstellt, wenn man sich des inneren Selbst, der Seele, gewahr wird. Sie erkennen dann, dass das konzentrierte Licht des Denkvermögens ein tieferes Verstehen und Bewusstsein erwachen lässt, was unweigerlich in eine stärkere Aspiration und Invokation und in eine wachsende Anerkennung und Beachtung des göttlichen Plans mündet. Gott beziehungsweise die Wahrheit bleibt grundsätzlich unveränderlich und konstant. Was sich verändert ist die vage und flüchtige Vorstellung eines jeden Menschen von sich selbst als geistiges Wesen. Mit wachsendem Verständnis dehnt sich dieser Gottesbegriff aus und nimmt immer größere Dimensionen der Liebe und der Macht des Vaters an.
Durch eine tiefere Wertschätzung der geistigen Welt, ihrer Aufgaben und ihrer Organisation und durch die Erkenntnis, dass dieses ganze System dem Willen, der Absicht und der Liebe Gottes unterworfen bleibt, erfährt der Lernende ein wachsendes Gefühl der Demut, des Respekts und der Verehrung. Und dieses Gefühl wächst mit der Ausdehnung seines Bewusstseins. Bevor wir zur näheren Betrachtung der Geistigen Hierarchie kommen, sollen noch einmal zwei grundlegende Prinzipien hervorgehoben werden, in der Absicht, die vielfach als schwierig empfundenen Konzepte verständlicher zu machen.
Als Erstes geht es um die Anerkennung einer Beziehung zwischen allen Formen – um die Tatsache also, dass jede geschaffene Form mit dem Rest der manifestierten Welt durch die ätherischen Sphären verbunden ist, welche die Formen nicht nur umgeben, sondern sie auch durchdringen. Sie verknüpfen sie miteinander und vereinigen die ganze Schöpfung in ein zusammenhängendes Ganzes. Das gilt nicht nur für unseren Planeten, sondern für das ganze Universum und alles was ist! Kosmische und solare Energien oder Strahlen strömen durch das ätherische System, durchdringen die Erde und alles Manifestierte und rufen Kräfte hervor, die ihrerseits wieder in die ätherische Umgebung ausgestrahlt werden, um den ständigen Prozess der Aktion und Interaktion fortzusetzen. Jeder existierende Körper gilt als eine Zusammensetzung vieler Teile zu einer größeren Einheit, die wiederum Teil eines noch größeren Komplexes ist, bis schließlich alles als Teil des Einen erkannt wird. Die Umkehrung dieses Bildes zeigt, dass sich jede Form aus unzählbaren kleineren Einheiten zusammensetzt, welche ihrerseits in noch kleinere Elemente aufgelöst werden können, wobei man letztlich zum anderen Extrem gelangt und alles in Begriffen von Energie betrachtet.
Zweitens ist jede Form als die Manifestation einer separierten Einheit zu betrachten – ob es sich nun um ein Atom, einen Menschen, einen Kontinent, einen Planeten oder ein Sonnensystem handelt. Die Persönlichkeit eines Menschen beispielsweise ist die Form, mittels derer sich die Monade für eine gewisse Zeitspanne durch die Seele ausdrückt. Genauso ist die Sonne mit ihrem planetaren System die physische Manifestation des Sonnenlogos. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Sonnensystem nicht der Logos selbst ist. Es repräsentiert nur seinen physischen Ausdruck. Durch die Sonne werden die Energien des Sonnenlogos an die Planeten ausgestrahlt. In diesem Sinne dient „die physische Sonne dazu, die geistige Sonne zu verdecken“. Die physische Form ist immer von vorübergehender Natur, obwohl sie, bezogen auf ein Sonnensystem, nach menschlichen Maßstäben Milliarden von Jahre dauern kann. Die inspirierende Kraft hingegen, die die Form mit Lebenskraft versorgt, ist von geistiger Natur, unsterblich und ewig.
Unser Planet Erde ist mit seinen Naturreichen eine physische Form durch die der Planetare Logos arbeitet, und der physische Körper des Menschen kann als ein Atom der physischen Form des Planetaren Logos verstanden werden. Die Seele oder die Monade des Menschen ist ein Funke Gottes – der einen Seele, der Überseele oder mit welchem Namen wir auch immer diese alles umfassende geistige Einheit benennen wollen. Unser planetarer Logos ist eine subjektive Entität, die auf dem höchsten oder göttlichen Plan des kosmisch-physischen Plans weilt, von dem der physische Plan des Menschen der siebente, der niederste und festeste ist. Genauso wie die menschliche Monade im physischen Körper durch die Seele vertreten wird, so hat auch der Planetare Logos, der seinen Brennpunkt auf höheren geistigen Ebenen hat, den Herrn der Welt entsandt, um sich von ihm auf den physischen oder genauer auf den ätherischen Ebenen der Erde vertreten zu lassen. Im Osten ist er gewöhnlich unter dem Namen der „erste Kumara“ oder Sanat Kumara bekannt und um keine Verwirrung zu stiften, wird dieser Name hier beibehalten.
Aufgrund seiner außerordentlichen Reinheit, seiner hohen Schwingung und infolge der Dringlichkeit seiner Aufgabe, hat sich Sanat Kumara entschieden, ein ätherisches und nicht etwa ein grobstoffliches physisches Vehikel zu benutzen. Mit seinen älteren Helfern – der Hierarchie der Brüder des Lichts – hat er seinen Wohnort in einem ätherischen Zentrum bezogen, das uns unter der Bezeichnung Schamballa bekannt ist.
* Philosophie der Synthese. Eine Einführung in die zeitlosen Weisheitslehren, 2. Auflage 2014, Verlag Hans-Jürgen Maurer, Frankfurt, maurer.press
Zusammenarbeit mit Naturgeistern und Devas – Teil zwei
von Cher Gilmore
Teil eins (März-Ausgabe 2026) stellte den ersten modernen Nachweis vor, dass Naturgeister und Devas mit dem Menschenreich zusammenarbeiteten. Das von Peter und Eileen Caddy sowie ihrer Kollegin Dorothy Maclean geleitete Gartenbauprojekt in Findhorn, Schottland, zeigte, dass durch die Umsetzung der Anweisungen der für jede Pflanze zuständigen Devas und Naturgeister außergewöhnlich vitale Gemüse-, Kräuter- und Blumenkulturen angebaut werden konnten.
Perelandra
Ein weiteres Zentrum, das sich der Zusammenarbeit mit der Natur widmet, entstand ein Jahrzehnt nach Findhorn in den Blue Ridge Mountains in Virginia, USA. Machaelle Wright gründete das Perelandra Center for Nature Research, um die Intelligenz der Natur zu erforschen und ein Instrumentarium für die Zusammenarbeit mit ihr bereitzustellen.
Sie ist überzeugt, dass unsere gegenwärtigen globalen Krisen zeigen, dass wir nicht wissen, wie wir im Einklang mit der der Natur innewohnenden Intelligenz leben können. Wir haben ein Chaos geschaffen, indem „jeder von uns eigenmächtig handelte und einen privaten und beruflichen Lebensstil pflegte, der gegenüber der Umwelt taub, stumm und blind war“. Wenn wir jedoch partnerschaftlich mit der Natur zusammenarbeiten, können wir lernen, die besten Entscheidungen für uns und für den Planeten zu treffen.

Machaelles Forschungsarbeit zu Perelandra begann 1976, als sie beschloss, von der Natur selbst zu lernen. Sie hatte einige Zeit in Findhorn verbracht und wurde dazu inspiriert, mit der Intelligenz der Natur zusammenzuarbeiten – in einem Vorhaben, das sie „ko-kreative Wissenschaft“ nennt. Gemeint ist damit die Erforschung der Wirklichkeit und ihrer Funktionsweise (die im Mittelpunkt der traditionellen Wissenschaft steht) durch das Zusammenwirken von menschlicher und natürlicher Intelligenz als gleichberechtigte Partner (der ko-kreative Teil). Zunächst arbeitete sie mit der Intelligenz der Natur zusammen, um Blütenessenzen und Hilfsmittel für den Gartenbau zu entwickeln, um anderen zu helfen und sie darin zu schulen, auf ko-kreative Weise mit der Natur zusammenzuarbeiten.
Eines der einzigartigsten und universal nützlichsten Projekte, das Machaelle entwickelt hat, ist MAP: The Co-Creative White Brotherhood Medical Assistance Program (Ko-kreatives medizinisches Assistenzprogramm der Weißen Bruderschaft), das in ihrem gleichnamigen Buch ausführlich beschrieben wird. Es entstand, als sie ihre ursprüngliche Arbeit mit der Natur ausdehnte und 1982 die Weiße Bruderschaft miteinbezog. Sie beschreibt die Weiße Bruderschaft als eine „große Gruppe hoch entwickelter Seelen [die nicht in grobstofflicher physischer Form existieren], die sich der Unterstützung des Evolutionsprozesses widmen, durch den sich die universelle Realität, Prinzipien, Gesetze und Muster durch alle Ebenen und Formen hindurchbewegen.“ Derzeit vollziehe sich ein Übergang von den abklingenden Mustern und Rhythmen des Fischezeitalters hin zu solchen, die die Dynamik des bevorstehenden Wassermannzeitalters fördern. Sie nennt beispielsweise St. Germain als einen Meisterlehrer der Weißen Bruderschaft.
Das Medical Assistance Program (MAP) steht in keinem Zusammenhang mit alternativen Heilmethoden oder konventionellen medizinischen Fachgebieten; es ist auch weder esoterisch, New-Age-orientiert noch spirituell. Es handelt sich vielmehr um einen völlig anderen Ansatz in Bezug auf die Gesundheit, der den involutiven (zur Form hinführenden) Einfluss der Natur mit der evolutionären Entwicklung des Menschen (zum Geist hinführend) verbindet. Es ist ein physisches Programm, das das Wohlbefinden des Einzelnen gleichzeitig auf körperlicher, emotionaler, geistiger und spiritueller Ebene fördert.
MAP ist ein Beispiel dafür, wie die Weiße Bruderschaft und die Natur durch einen organisierten Rahmen zu unserem Wohl zusammenwirken. Sein Kernstück ist das „Coning“ – technisch gesehen ein ausgewogener Wirbel bewusster Energie, der es ermöglicht, gleichzeitig mit mehr als einer Intelligenz zu arbeiten. Man könnte es als eine Art „Telefonkonferenz“ betrachten; sie ist so konzipiert, dass ein perfektes Gleichgewicht zwischen der involutionären Dynamik (der Natur) und der evolutionären Dynamik (der Weißen Bruderschaft und demjenigen, der die Verbindung herstellt) gewährleistet ist. Vor der Geburt übermittelt die menschliche Seele (die Kraft hinter der Evolution) der Natur (der Kraft hinter der Involution) die notwendigen Informationen für alles, was zur Erfüllung eines individuellen Lebens erforderlich ist, und die Natur stellt einen Körper nach diesen Vorgaben bereit.
Da die Natur den menschlichen Körper erschaffen hat, weiß sie auch, wie sie ihn wieder in Ordnung bringen kann, wenn er nicht richtig funktioniert. Durch MAP schlägt die Natur eine Brücke zwischen jedem Menschen auf unserer Ebene und den medizinischen Teams der Weißen Bruderschaft, um uns dabei zu helfen, unsere Körper funktionstüchtig zu erhalten. Dank der Mitwirkung der Natur ist kein Vermittler nötig, um uns mit der Weißen Bruderschaft zu verbinden. Die Teams können direkt mit uns zusammenarbeiten.
Das „Coning“ wird von uns (den menschlichen Teammitgliedern) erstellt und aktiviert, indem wir bewusst den Wunsch äußern, ein MAP-Coning zu öffnen und mit dem entsprechenden Team, zu dem auch die Natur gehört, verbunden zu werden – genau so, wie es im MAP-Buch beschrieben ist. Eine reguläre MAP-Sitzung dauert 40 Minuten und kann für alle Bereiche der Gesundheit angewandt werden: emotionale, mentale, körperliche oder spirituelle. Die Probleme liegen oft auf mehr als nur einer Ebene, und das medizinische Team kann auf alle gleichzeitig einwirken. Die meisten Menschen kommunizieren mit ihrem medizinischen Team (und erhalten „Ja“- oder „Nein“-Antworten) mithilfe der Kinesiologie (Muskeltests); konkrete Anweisungen für eine effektive Durchführung finden sich im Buch. Es können auch stellvertretende MAP-Sitzungen für unsere Kinder durchgeführt werden, und für die Gesundheit unserer Haustiere wird im Buch ein eigener Prozess beschrieben.
Eines der Produkte von Perelandra, ETS Plus (Emergency Trauma Solution Plus – Trauma-Notfall-Mischung), wird zur eigenen Stabilisierung bei einer MAP Sitzung empfohlen, und unmittelbar nach der Sitzung zur Stabilisierung der Arbeit des medizinischen Teams. Es handelt sich um eine Flüssigkeit, die Machaelle Wright gemeinsam mit der Natur zusammengestellt hat und eine Kombination aus elektrischen Extrakten von 153 verschiedenen Pflanzen, Mineralien, natürlichen Gasen und Elementen aus dem Meer, der Atmosphäre und der Erde enthält. Die Mischung ist ganz natürlich, und da ausschließlich elektrische Muster verwendet werden und nicht die physikalischen Bestandteile der 153 „Zutaten“, aus denen diese neuen elektrischen Muster entstehen, werden keine allergischen Reaktionen oder Nebenwirkungen ausgelöst – es sei denn, jemand ist allergisch gegen Wasser, Essig oder Weinbrand (der zur Konservierung dient). ETS ist so zusammengesetzt, dass es bei allen plötzlichen oder anhaltenden traumatischen Situationen hilft und ist besonders nützlich in dieser beunruhigenden Zeit.
Auf der Website sind Publikationen zu weiteren Aspekten von Machaelles Forschung, Perelandra-Blütenessenzen und Sets zur Ausbalancierung von Böden erhältlich. Außerdem werden Lehraudios und Videos zu allen Aspekten von Machaelles Arbeit bei Perelandra für alle angeboten, die daran interessiert sind, intelligent mit der Natur zusammenzuarbeiten.
Cher Gilmore ist Mitarbeiterin von Share International und lebt in Los Angeles, Kalifornien, USA.
Die Stimme des Volkes
In dieser Rubrik berichtet Share International über die sich abzeichnende Tendenz zur Basisdemokratie, die immer stärker wird, bis die Menschen unter Maitreyas weiser Anleitung ihre politische Führung zum Aufbau einer gerechten Gesellschaft veranlassen, in der die Rechte und Bedürfnisse aller anerkannt und erfüllt werden.
Die Macht des Volkes bewahrt einen bedrohten Teil Patagoniens
Im Jahr 2012 planten die Behörden, das chilenische Cochamó-Tal für ein gewaltiges Wasserkraftprojekt zu überfluten. Dann wollte ein privates Unternehmen eine Luxusferienhaussiedlung errichten und Straßen durch das Tal bauen. Doch diese Pläne und andere Großprojekte scheiterten am lautstarken Widerstand der Bevölkerung. Im Jahr 2025 ging eine von der NGO Puelo Patagonia angeführte Graswurzel-Spendenkampagne, an der Viehzüchterfamilien, Kletterer, Rucksacktouristen, Reiseveranstalter und Forscher beteiligt waren, noch einen Schritt weiter. Anstatt die Erschließung zuzulassen, erwarben sie 133.000 Hektar der unberührten Wildnis für 63 Millionen Dollar und übertrugen im vergangenen Dezember das Eigentumsrecht an die chilenische gemeinnützige Stiftung Fundación Conserva Puchegüín.
Das geschützte Ökosystem ist 383-mal so groß wie der Central Park in Manhattan oder 800-mal so groß wie der Regent’s Park in London, und zu seinen Urwäldern gehören Haine aus Alerce-Bäumen, die dort seit etwa 1000 v. Chr. wachsen. Es führen keine Straßen durch das Tal, und die wenigen Häuser erzeugen ihren eigenen Strom mit Solar- oder Windenergie. Das Gebiet ist ein wichtiger biologischer Korridor, der die anliegenden Schutzgebiete in Chile und Argentinien miteinander verbindet.
Die Naturschutzbemühungen in Cochamó wurden durch die Arbeit von Kris und Doug Tompkins inspiriert, die ihre Führungspositionen bei den Bekleidungsunternehmen Patagonia bzw. Esprit aufgaben und die Naturschutzorganisation Tompkins gründeten, die inzwischen in Rewilding Chile umbenannt wurde. Über einen Zeitraum von 25 Jahren gaben sie 300 Millionen Dollar aus, um riesige Landflächen zu kaufen und verhandelten anschließend mit der chilenischen Regierung über die Erweiterung bestehender Parks. Auf diese Weise wurden mehr als 5,7 Millionen Hektar Wildnis unter Schutz gestellt.
Die Pläne für Cochamó sehen vor, 80 Prozent der Fläche als geschütztes Nationalparkgebiet auszuweisen, während die übrigen 20 Prozent für Tourismus, Familienbetriebe und kleine Ranches erhalten bleiben, damit die Einheimischen ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Da das Gebiet immer beliebter wird, wurde eine Obergrenze von 15.000 Besuchern pro Jahr festgelegt, und es sind nun Reservierungen erforderlich. Ein Masterplan für Wanderwege, Basislager und Stallungen wird unter direkter Beteiligung der lokalen Gemeinden entwickelt. Das Volk hat gesprochen – und gesiegt!
Persische Poesie
Die gleiche Essenz
Die Menschen sind Glieder eines Leibes,
geschaffen aus derselben Essenz.
Wenn dich eines Tages Schmerz trifft,
wird Wandel durch deine eigene Hand kommen.
Dieses Gedicht, das die Grundgedanken der Alten Weisheitslehren – die Einheit der Menschheit – widerspiegelt – wurde vom persischen Dichter Saadi (um 1210–1292, Iran) verfasst. Er gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der klassischen persischen Literatur.
Saadi ist auch als großer Lobredner und Lyriker sowie als Autor einer Reihe meisterhafter allgemeiner Oden in Erinnerung geblieben, die das menschliche Leben schildern. Bekannt ist er zudem für besondere Oden, wie etwa die Klage über den Fall Bagdads nach der mongolischen Invasion im Jahr 1258. Seine Gedichte finden sich in Ghazaliat [lyrische Gedichte in 4 Bänden], seine Oden in den Qasa’id. Sechs Prosaabhandlungen zu verschiedenen Themen werden ihm zugeschrieben; seine bekanntesten Hauptwerke, die er kurz nacheinander in Schiras verfasste, sind Bustān („Duftgarten“) und Golestān („Rosengarten“); er ist auch für eine Reihe von Werken in arabischer Sprache bekannt. Die besondere Mischung aus Menschlichkeit und Zynismus, Humor und Resignation, die in Saadis Werken zum Ausdruck kommt, macht ihn für viele zum meistbewunderten Schriftsteller der iranischen Kultur.
Fragen – mit Antworten von Benjamin Creme
Benjamin Creme wurden bei jedem seiner weltweit gehaltenen Vorträge, aber auch tagtäglich, unzählige Fragen zu sehr vielen Themen gestellt. Er verstand sich allerdings nie als Schiedsrichter über die Authentizität oder Aussagen anderer Gruppen. Wir veröffentlichen hier eine Auswahl der von Benjamin Creme und seinem Meister beantworteten Fragen.
Die Stimme des Volkes
F. Wie kann es sein, dass viele Menschen die neuen Energien wahrnehmen, nicht aber die Politiker – die schließlich auch Menschen sind? (Dezember 2005)
A. Ja, aber meist wohl nicht besonders nette Menschen! Politiker sind an Macht interessiert, sie wollen alle Macht ausüben. Macht ist eine Energie und kann wie alle Energien klug oder unklug eingesetzt werden. Manche Politiker benutzen ihre Macht nicht klug und verursachen dadurch immer wieder Krisen. Doch ihre Zeit geht zu Ende. Die wichtigste und mächtigste Struktur der Zukunft wird eine weltweite, gut informierte, spirituell orientierte und aufgeschlossene öffentliche Meinung sein. Das Volk, die Menschen werden die wahren Erben der Erde sein. Maitreya kommt auch für Politiker, aber in erster Linie für das Volk. Die Politiker sind so selbstbezogen, so mächtig und so gierig, dass sie ganz gut für sich selbst sorgen können, und das tun sie für gewöhnlich auch!
F. Wie kann sich die Antikriegsbewegung der neuen Situation anpassen [nach der Invasion des Irak im März 2003]? (Mai 2003)
A. Die Menschheit muss auf ihren Forderungen nach Frieden bestehen. Maitreya zufolge gibt es nur einen Weg, um Frieden zu erreichen: Wir müssen akzeptieren, dass die Menschheit prinzipiell eine Einheit ist und dass somit die Nahrungsmittel, wissenschaftliches Know-how, Bildung und Gesundheitsfürsorge jedem zustehen und gerechter verteilt werden müssen. Wir müssen eine Welt schaffen: Die eine Menschheit kann nur in dieser einen Welt leben. Derzeit sind es zwei Welten: eine für die Reichen und Superreichen, und eine für den Rest – die Armen, Unglücklichen und die, die buchstäblich verhungern.
Maitreya braucht unsere Protestmärsche und Demonstrationen, die weitergehen müssen. Auf der Demonstration am 15. Februar in London nahmen fast 2 Millionen Menschen teil, über 12,5 Millionen protestierten weltweit. Maitreya nahm an der Demonstration teil, er begreift sie als ein Zeichen unserer Bereitschaft, etwas für uns als Menschheit zu tun. Er ist entschlossen, seine Arbeit in der äußeren Welt zu beginnen, aber die Menschheit muss demonstrieren und zum Teilen aufrufen, was der einzige Weg ist, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen.
Die Regierungen werden so lange nicht reagieren, bis die Menschheit sie dazu zwingt. Und wenn das geschieht, dann ist es auf die Inspiration von Maitreya zurückzuführen, der damit die Menschheit als Ganzes schulen, zentrieren und aufklären wird. Kein Land dieser Erde kann sich der kollektiven Meinung der Weltöffentlichkeit entziehen oder widersetzen. Genau das wird uns die Transformation der Welt ermöglichen. Wir müssen es tun. Und was können wir tun? Auf jeden Fall bei jeder Gelegenheit demonstrieren: Sie müssen es immer und immer wieder tun. Nicht nur für das Kriegsende im Irak, sondern für den Frieden, für Gerechtigkeit, dafür, dass die Ressourcen der Welt geteilt werden. Sie müssen den Brennpunkt der Forderungen verschieben. Die Forderungen müssen von der Menschheit ausgehen: nach Gerechtigkeit durch Teilen. Wenn die Regierungen der Welt das erkennen, werden sie zittern, weil sie sehen, wie die Macht des Volkes in jedem Land zunimmt. Das erschreckt sie.
Sie kommen dann mit lauter Restriktionen, aber die Menschen haben einen Weg gefunden, sich selbst zu organisieren. Und das muss bewusst fortgesetzt werden, vom „Irak“ zum „Teilen“, um Gerechtigkeit zu schaffen als dem einzig möglichen Weg zum Frieden – es muss größer werden und breiter angelegt sein und auf dieser Wahrheit aufbauen.
In den letzten Jahrhunderten hat die Stimme des Volkes nur in den großen, umwälzenden Revolutionsbewegungen eine zentrale Rolle gespielt und ihrer Zeit den Stempel aufgedrückt. Heute ist wieder einmal der Augenblick gekommen, wo die Stimme des Volkes sich Gehör verschaffen muss. Auch heute wieder gilt, dass das Bedürfnis aller Völker nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden von den rücksichtslosen Machthabern ernst genommen wird.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Der Beginn der Basisdemokratie“, Share International, März 2003)
F. Die Personen, die zurzeit an der Macht sind, scheinen voller Illusionen zu sein. Wie können normale Menschen wie wir jetzt dazu beitragen, dass Veränderungen zustande kommen? (Januar/Februar 2004)
A. Schließen Sie sich mit anderen Gruppen zusammen, damit sich die „Stimme des Volkes“ entwickeln kann. Verbinden Sie sich mit den Stimmen aller anderen Menschen – mit normalen Menschen, die nicht in hohen Positionen von Macht verblendet sind und sich einbilden, weise zu sein. Machen Sie bei Demonstrationen mit, wann immer sie stattfinden. Fördern Sie die Idee der „Stimme des Volkes“ – die einmal die stärkste Kraft in der Welt sein wird, wenn sie durch Maitreyas Ideen geschult und von ihm bestärkt wurde, um die vielen Probleme der Menschheit realistisch angehen zu können. So entwickelt sich die stärkste Kraft: eine gut informierte, konzentrierte öffentliche Meinung, eine Macht, gegen die keine Regierung etwas ausrichten kann. Schließen Sie sich den Stimmen der unzählbaren Millionen Menschen an.
F. Ist der Boykott von Waren aus Ländern wie beispielsweise Israel wirklich effektiv? Trifft einBoykott nicht immer die ärmere Bevölkerung eines Landes? (Oktober 2011)
A. Das kommt auf das Land an. Boykottkampagnen sind für die internationale Gemeinschaft eine mögliche Maßnahme, um ihre Missbilligung ungesetzlicher Praktiken zu demonstrieren. Sie sind eher ein Rundumschlag und können je nach Art des Boykotts reiche oder arme oder alle Bürger eines Landes treffen.
Die Atomfrage
F. Könnten Sie etwas zur positiven Nutzung der Atomkraft sagen, zum Beispiel auf medizinischem Gebiet? Also zur medizinischen Nutzung der Nukleartechnologie? Ist das bloß eine Frage fehlender Isotope? (Januar/Februar 2009)
A. Isotope kann man herstellen, aber man muss wissen, wozu man sie benutzen will. Man könnte zum Beispiel sehr einfache Isotope aus Wasser herstellen, wodurch eine sichere und saubere Nutzung der Kernkraft möglich würde, die nicht auf Kernspaltung beruht, wie sie bei der Atombombe und bei Kernkraftwerken zur Anwendung kommt, sondern auf der sogenannten Kernfusion.
Das ist ein sauberer und kalter Prozess mithilfe eines einfachen Isotops aus Wasser, das überall auf der Welt vorkommt. Das würde bedeuten, dass niemand die Kernfusion monopolisieren könnte. Jedes Land der Welt könnte seine eigenen Kernfusionswerke bauen, die uns die erforderliche sichere, saubere Energie liefern könnten und die Phase zwischen unseren gegenwärtigen diversen Energiesystemen und der Einführung der neuen Technologie des Lichts überbrücken würden.
Wann sie eingeführt wird, steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, ob die Menschheit für immer auf Krieg verzichtet. Wenn sie weiterhin auf ihrem Recht, Krieg zu führen, bestehen sollte, wird diese Technologie nicht freigegeben, Doch sobald die Menschheit mit absoluter Entschiedenheit ihre Abkehr vom Krieg bewiesen hat, kann die Technologie des Lichts der Welt übergeben werden. Sie ist eine sichere und saubere Methode mithilfe direkter Sonnenenergie.
Die Raumbrüder erzeugen auf der physischen Ebene ein Netz aus magnetischer Energie, das in Kombination mit den Sonnenströmen diese Lichtenergie liefern wird – das ist die neue Wissenschaft des Lichts. Aber wann das möglich wird, hängt von der Menschheit ab.
Inzwischen könnten wir schon morgen die Kernfusion einsetzen, die als sichere, saubere und ungefährliche Methode allen Bedürfnisse in Laboratorien und anderen Einrichtungen gerecht würde und für die heutige Wissenschaft außerordentlich hilfreich wäre. Die dafür erforderlichen Formeln liegen auf den Schreibtischen von Autoherstellern und anderen Produzenten längst bereit, und sie wissen, dass sie das Ende der Abhängigkeit vom Erdöl, vom Benzin bedeuten würden. Aber sie stellen erdöl- und benzinbetriebene Maschinen her, weshalb die Kernfusion das Letzte ist, was sie sehen wollen. Das hat alles nur mit der Kommerzialisierung zu tun – ich bin es allmählich leid, dieses Wort zu wiederholen, aber sie ist der Kern der Probleme der Menschheit.
F. Wie kam es dazu, dass die Meister jetzt, nach 98 000 Jahren, wieder in die Welt zurückkehren? (November 2002)
A. Die Meister wussten schon lange, dass sie in die Welt zurückkehren würden und beweisen müssten, draußen in der Welt als Gruppe wirken zu können. Die einzige Frage war nur, wann. Die Welt hat Atomwaffen. 28 Länder sind im Besitz von Atomwaffen, und schon ein Bruchteil davon würde genügen, um alles Leben auf der Erde zu zerstören. Also kommen die Meister mit Maitreya jetzt, um die Zerstörung allen Lebens auf unserem Planeten zu verhindern (schon 1945, am Ende des Weltkriegs, gab Maitreya seine Absicht, zurückzukehren, bekannt). Wenn man uns so weitermachen ließe wie bisher, würden wir alles Leben vernichten. Die Spannungen, die den Gegensätzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern innewohnen, bergen den Keim für Krieg in sich – und das wäre ein Atomkrieg.
F. (1) Glaubt die US-Regierung tatsächlich, dass der Iran versucht, Atomwaffen zu entwickeln, oder will sie bloß den iranischen Präsidenten entmachten? (2) Ist den Mächtigen in der US-Regierung nicht bewusst, wie scheinheilig sie sich verhalten, wenn sie andere Staaten dazu zwingen wollen, keine Atomwaffenprogramme zu entwickeln, wo doch Amerika selbst über ein beträchtliches Kernwaffenarsenal verfügt? (April 2007)
A. (1) Ja, ich denke, sie glaubt das. (2) Vermutlich nicht!
F. Glauben Sie, dass die Neokonservativen um Präsident Bush angesichts der schlimmen Lage im Irak mit ihrem Plan, beispielsweise Iran und Syrien anzugreifen, fortfahren werden? (Januar/Februar 2004)
A. Ich glaube nicht, dass sie es sich leisten können, der Iran ist sehr groß. Wenn sie schon nicht mit dem Irak fertig werden, wie wollen sie dann den Iran bewältigen? Sie werden alles tun, damit die Iraner keine Kernwaffen bekommen. Nach meiner Information sagen die Iraner die Wahrheit. Sie haben keine Kernwaffen, sie bauen keine Atombombe – und Syrien ebenfalls nicht.
F. Warum dauert es so lange, bis die Technologie des Lichts eingeführt wird? (September 2010)
A. Sobald wir einsehen, dass Kriege der Vergangenheit angehören, und das Prinzip des Teilens akzeptieren und endgültig auf Krieg verzichten, werden wir die Energien der Sonne zur Verfügung haben. Zurzeit kann man keinem Land trauen, also nicht sicher sein, ob es diese Energien nicht nur für seine eigenen Zwecke nutzen würde. Mit dieser neuen Energie könnten Waffen gebaut werden, die noch monströser sind als die Atombombe. Nur wenn wir alle Krieg für immer und ewig ablehnen, wird uns diese neue Energie anvertraut.
F. Nehmen wir mal an, der Deklarationstag ist für eine Weile aufgeschoben und die Welt befindet sich in einer Krise am Rande eines Atomkriegs — würden Sanat Kumara, der Herr der Welt, und die Hierarchie erlauben, dass die Erde zerstört wird? (November 1982)
A. Ich glaube, dass die Hierarchie oder vielmehr Sanat Kumara, der hinter der Hierarchie steht, nicht erlauben würde, dass der Planet zerstört und die Menschheit vernichtet wird. Ich glaube auch, dass die Anwesenheit des Christus Garantie dafür ist, dass die innere Entscheidung, die für den Frieden notwendig ist – also das Teilen – von der Menschheit bereits getroffen wurde, ob sie es weiß oder nicht. Der Christus hat das so oft gesagt, dass wir es einfach glauben müssen.
F. Stimmt es, dass Sanat Kumara direkt an der Freigabe der Nuklearenergie beteiligt ist? (November 1982)
A. Ja. Da das Geheimnis der Herstellung der Atombombe während des Krieges von 1939 bis 1945 von der Hierarchie an die Wissenschaftler der Alliierten weitergegeben wurde, ist Sanat Kumara nun unmittelbar an jedem Einsatz von Atomwaffen beteiligt und würde, wie ich glaube, eine solche Katastrophe nicht zulassen.
Ein zufällig ausgelöster Krieg ist eine weitere Möglichkeit, und natürlich scheint es auf den ersten Blick so, als könne dies jederzeit geschehen. Die Sicherheitsvorkehrungen zur Überwachung eines solchen Falls liegen nach wie vor in den Händen fehlbarer Menschen. Sollte es zu einem solchen versehentlichen Einsatz von Atomwaffen kommen, können diese – selbst noch während des Flugs – von der Hierarchie unschädlich gemacht werden. Man würde es uns nicht erlauben, den Planeten zu verwüsten.

Von Zeit zu Zeit tauchen in der Welt Persönlichkeiten auf, die das Beste oder das Schlechteste des Menschen verkörpern und alle Liebe oder allen Hass ihrer Mitmenschen auf sich ziehen. In beiden Fällen haben sie in der Regel viele Anhänger oder Verehrer. Solche Gestalten üben auf die meisten Menschen eine enorme, fast magnetische Anziehungskraft aus, sind aber unter Umständen auch in der Lage, zerstörerische Kräfte von gewaltigem Ausmaß hervorzurufen. In den Geschichtsbüchern findet man genügend Beispiele für beide Menschentypen.
Heute treten weltweit zahlreiche Exemplare beider Gattungen an. Die Folge ist, dass die Menschen sich mit zwei gegensätzlichen Handlungsmöglichkeiten konfrontiert sehen und die daraus resultierende Spannung sie zu einer Entscheidung zwingt, die die Zukunft der Menschheit bestimmen wird. Biblisch gesprochen, ist hier das „Schwert der Unterscheidung“ am Werk. Seit vielen Jahren wirken die Energien, die von Maitreya ausgehen und von ihm gelenkt werden, auf eine Konfrontation der Gegensätze hin. Das mag vielen unverständlich erscheinen, doch es ist unumgänglich, dass die Menschheit die richtigen Entscheidungen für die Zukunft trifft, da diese sonst düster aussähe.
Das Schwert der Unterscheidung ist die Energie, die wir Liebe nennen: in Maitreyas Hand führt es „Bruder gegen Bruder“ und stellt das wahre göttliche Bewusstsein aller Menschen auf die Probe. Das Ziel der Evolution ist, das „Reich Gottes“ auf der Erde einzuführen, und das Schwert der Unterscheidung weist uns den Weg.
Maitreyas Lehre ist einfach. Eigentlich sollte man annehmen, dass seine Prioritäten für alle selbstverständlich sind. Das ist aber leider nicht der Fall. Maitreya präsentiert uns eine heitere und friedliche Zukunft als natürliche Folge von Teilen und Gerechtigkeit, was bedeutet, dass wir eine Welt schaffen, in der „keiner Mangel leidet, wo kein Tag dem anderen gleicht und alle Menschen das Glück der Brüderlichkeit erleben.“
(Benjamin Cremes Meister, „Das Schwert der Unterscheidung“, Share International, Oktober 2011)
