Share International, September 2026

Die deutsche Online-Ausgabe der internationalen Zeitschrift Share International enthält einen oder mehrere Artikel von Benjamin Cremes Meister, Beiträge zu aktuellen Themen von unseren Korrespondenten und bringt nicht zuletzt einige Fragen mit Antworten von Benjamin Creme zu ausgewählten Themen.



Während wir diese Zeilen Mitte August verfassen, richten wir unseren Blick auf die kommenden Monate – September, Oktober und November –, die eine ereignisreiche Zeit versprechen und deren Konturen sich bereits jetzt abzeichnen.

Lassen Sie uns für einen Moment annehmen, dass die Ideen, Ratschläge und Anregungen dieser Septemberausgabe von Share International jeden einzelnen Menschen auf unserem Planeten erreichen würden. Und malen wir uns aus, was dann geschehen würde und was die Zukunft bringen könnte. Man würde zum Beispiel den von einem Meister der Weisheit verfassten Artikel „Aufruf zur Vernunft lesen“, und die Amerikanerinnen und Amerikaner unter ihnen würden erkennen, dass das Wohlergehen der Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie das von Millionen Menschen auf der ganzen Welt von den Entscheidungen in den USA abhängt – insbesondere, aber nicht nur, bei der Wahl im November. Sie würden zu jenen gehören, „die Frieden und mitmenschliche Beziehungen schätzen“, um aus dem Artikel zu zitieren. Es wäre zu hoffen, dass sie gar nicht anders könnten, als auf die vernünftigen Ratschläge zu reagieren, sich vom Krieg abzuwenden, geschlossen, lautstark und unübersehbar gegen Konflikt und Aggression Stellung zu beziehen und anzuerkennen, dass nur durch wirtschaftliche Gerechtigkeit die Voraussetzungen für Vertrauen und damit Frieden geschaffen werden können.

Gehen wir weiterhin davon aus, dass sie – die Milliarden von imaginären Leserinnen und Lesern – dann von der Klarheit und Weisheit des Autors dieses Artikels so fasziniert wären, dass sie sich schnell auch einem zweiten Artikel von Benjamin Cremes Meister zuwenden würden: „Die Erde kämpft ums Überleben“, in dem er dazu aufruft, dem Problem der Umweltverschmutzung in jeglicher Beziehung dringende Aufmerksamkeit zu schenken, und an uns appelliert, die Gesundheit unseres „kranken Planeten“ wiederherzustellen. Mit Umweltverschmutzung ist nicht nur die Zerstörung, die wir sehen können, gemeint, sondern er weist darauf hin, dass die schlimmste Form die nukleare Strahlung ist. „Gerade diese ist für den Menschen und die niederen Naturreiche besonders toxisch und gefährlich. Auf allen diesen Gebieten müssen die Probleme der Umweltverschmutzung gelöst werden. Dies kann nur durch eine vollständige Neugestaltung der gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen erreicht werden.“ Der Autor stellt uns sodann vor eine Herausforderung: „Kann die Erde gerettet werden und mit welchen Mitteln? – Die Antwort ist ein klares Ja, und was die Mittel betrifft: nur durch eine Transformation der gegenwärtigen Lebensweise eines Großteils der Menschheit.“

„Nun“, so könnte einer der fast 8,4 Milliarden imaginären Leserinnen und Leser denken, „das ergibt ein ganz neues Bild … Es scheint, dass wir eine Hüterrolle, Verantwortung und Verpflichtungen haben, von denen ich gar nichts wusste. Aber mir gefällt das – denn es bedeutet, dass wir alle Teil dieser wunderbaren Erfahrung sind, die wir Leben nennen. Aber, wenn das stimmt, dann bin ich, dann sind wir alle verantwortlich für alles, was mit unserem Planeten geschieht. Ich kann jetzt die Bedeutung und die Wichtigkeit dieser Information erkennen …“

Und so würde die Leserin, der Leser mit jedem Mausklick noch inspirierter und sich auch dem dritten Artikel von Benjamin Cremes Meister in dieser Ausgabe zuwenden – „Die Rolle des Menschen“. Sie würden dort lesen: „Wenn man die Erde als ein lebendiges Wesen versteht, das in allen seinen Teilen vollkommen ist, und in dem jedes Teilchen wesentlich für das Ganze ist, dann wird sich eine neue, vernünftigere Sichtweise durchsetzen. Die Menschen werden sich als Verwalter einer natürlichen, vorgegebenen Ordnung begreifen, in der alles in Harmonie und Schönheit eine Funktion erfüllt und jedes Naturreich mit allen anderen Naturreichen über und unter ihm verbunden ist.“

Unsere fiktiven Leserinnen und Leser – und hoffentlich mehrere Milliarden Menschen mit ihnen – wären überglücklich darüber, dass ihre Intuition und ihre inneren Sehnsüchte keineswegs töricht sind, sondern ihr Gefühl der Verbundenheit mit allem Leben bestätigen und ihnen neue Perspektiven für möglichen Dienst eröffnen.

Mit dieser Ausgabe hoffen wir, Gedanken anzustoßen, Herzen zu erreichen, und unsere Leserinnen und Leser so zu berühren, dass sich ihre Beziehung zu allem Lebendigen für immer verändert. „Mit der Zeit werden die Menschen verstehen, was sie mit den niederen Naturreichen verbindet, und dann bereitwillig die Rolle des Hüters und Verwalters dieser Evolutionen übernehmen. Das wird zu einer Umgestaltung in allen Bereichen der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei führen.“

Stellen Sie sich vor, dass eines Tages weit mehr als die Hälfte der Menschheit durch die Erfahrung der Liebe, der Weisheit und des Willens von Maitreya, dem Christus, verwandelt werden könnte, wenn er den Plan und die Wege in die Zukunft aufzeigt. Stellen Sie sich nur vor, welche Welt wir schaffen könnten, verbunden durch ein außergewöhnliches Gefühl der Verbundenheit allen Lebens und der Lebendigkeit des Planeten Erde.

Der Grund, warum wir gerade diese drei Artikel zu diesem Zeitpunkt in der Weltgeschichte ausgesucht haben, liegt auf der Hand: Aus Solidarität mit allen Menschen (unseren fiktiven Milliarden Leserinnen und Lesern) richten wir unser Augenmerk auf die Notlage und die Bedürfnisse der Natur, genauso wie wir unsere Empörung, unser Entsetzen und unsere entschiedene Ablehnung des Krieges zum Ausdruck bringen. Experten, Historiker, Bürgerinnen und Bürger – sie alle sind sich einig: Beendet den Krieg, schränkt die Macht der Oligarchen und der außer Kontrolle geratenen Politiker ein, boykottiert die Geschäftemacher erbarmungsloser Grausamkeit, wahrt die Rechtsstaatlichkeit, stellt die Achtung der Menschenrechte und der internationalen Gerichte wieder her, erkennt die Dringlichkeit des Klimawandels an und handelt unverzüglich, um unseren Planeten und unsere Zukunft zu retten.

Um der Sache willen – und zum Wohle der Welt – sollten wir mutig und kreativ an die Herausforderungen herangehen, vor denen wir stehen. Sie mögen unüberwindbar erscheinen, zu zahlreich und zu verworren. Wie soll man sie angehen? Die gute Nachricht ist: Gerade weil sie alle eng miteinander verbunden sind, könnte eine einzige grundlegende Lösung – sofern sie flächendeckend umgesetzt wird – der Schlüssel sein.

Wenn wir die Sichtweise der Meister und Maitreya teilen, die alle darauf hinweisen, dass es sich tatsächlich so verhält, könnten wir an der Schwelle zu einem kühnen Schritt in Richtung Göttlichkeit stehen – einer gemeinsamen Göttlichkeit –, gemeinsam mit unseren Mitmenschen, aber auch mit allen Naturreichen auf unserem kostbaren Planeten. Wir könnten damit beginnen, die Weisheit anzunehmen, die uns diejenigen anbieten, die es wissen – die Meister.

In einem Artikel mit dem Titel „Die Suche nach Frieden“ (Juni 2010) schreibt Benjamin Cremes Meister: „Aus unserer Perspektive sind diese Probleme real und dringlich und zudem nur auf einen einzigen Umstand zurückzuführen: Es ist der Separatismus, der wie ein schweres Joch auf den Schultern der Menschheit liegt und einträchtiges Handeln verhindert.“ Und er fügt erklärend hinzu: „Es gibt nur einen Weg, um diese Probleme bewältigen zu können, ein Weg, der noch nie versucht wurde, der aber auf einen Schlag das Los von unzähligen Millionen lindern könnte und einer in Agonie verfallenen Welt schließlich und endlich einen echten und dauerhaften Frieden bescheren würde. Die Menschen müssen begreifen, dass sie nicht voneinander getrennt sind, es niemals waren und nie sein werden; dass sie alle Teil eines göttlichen und fugenlosen Ganzen sind, das uns alle umfasst und dem wir, jeder auf seine Weise, den Namen Gott geben. Die Menschen müssen begreifen, dass Gott Frieden und Gerechtigkeit, Teilen und Vertrauen bedeutet, und dass ihre eigene Angst auch die Angst ihrer Brüder ist. Maitreyas Aufgabe ist es, den Menschen diese Wahrheit verständlich zu machen und sie daran zu erinnern, dass die Sehnsucht nach Frieden sie alle verbindet und daher durch sie Realität werden kann.“


Seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift Share International hat Benjamin Cremes Meister fast 40 Jahre lang zu jeder Ausgabe einen Artikel beigetragen. Diese sollten auch wiederholt, der jeweiligen Weltsituation entsprechend, veröffentlicht werden.

von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme

Die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika nähern sich jetzt einem kritischen Augenblick der Entscheidung. Denn von ihrer Entscheidung im November dieses Jahres kann das künftige Glück vieler Millionen Menschen, nicht nur in Amerika, sondern auch in vielen anderen Ländern abhängen. Man sollte denken, dass diese Entscheidung nicht schwerfallen dürfte und dass die richtige Wahl für alle, die Frieden und mitmenschliche Beziehungen schätzen, auf der Hand liegt.

Es scheint jedoch Leute zu geben, die anders darüber denken und sich selbst das Recht vorbehalten, in andere Länder einzufallen, unter dem Vorwand, dass diese sich gegen sie verschworen hätten und ihnen Schaden zufügen wollten. Man sollte meinen, dass moderne, zivilisierte Staaten den Präventivkrieg schon lange aufgegeben und als Ausdruck einer gesetzlosen Vergangenheit des Menschen hinter sich gelassen hätten.

Doch leider ist das, wie wir sehen, nicht der Fall. Die jetzige US-Regierung zeigt keine Spur von Reue über ihre unrechtmäßige und grausame Invasion im Irak*, sondern versichert stolz, dass sie bei einer Wiederwahl fest entschlossen ist, ihr Programm der Plünderungen in ihrem „Krieg gegen den Terror“ fortzusetzen.

Einen „Krieg gegen den Terror“ zu führen, heißt ein Phantom zu bekämpfen – ein nutzloses, kostspieliges und gefährliches Unterfangen. Terror ist eine Hydra: ein vielköpfiges Ungeheuer, dem für jeden abgeschlagenen Kopf, wie Herkules entdeckte, zwei neue wachsen. Diese US-Regierung ist in ihrer Arroganz und Ignoranz blindlings in diese Falle getappt. Die Leidtragenden sind dabei das amerikanische Volk, ihre Opfer und die Welt insgesamt.

Es gibt nur einen Weg, dem Terror zu begegnen und diesem Krebsgeschwür in unserer Mitte ein Ende zu bereiten: die Ursache herauszufinden.

Natürlich hat der Terrorismus mehrere Ursachen, aber im Wesentlichen ist es die unausgewogene Verteilung der Weltressourcen. Dadurch entsteht diese gefährliche Kluft zwischen den Nationen, die Menschen dazu treibt, Terror anzuwenden, um ihre Träume zu verwirklichen. Das sind verzweifelte Menschen, die glauben, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Und es gibt eine gewaltige, noch unerschlossene Armee solcher verzweifelter Menschen, die bereit sind, wenn nötig, auch für die ersehnte Gerechtigkeit zu sterben, die ihnen, wie sie zu Recht meinen, zusteht.

Ein „Krieg gegen den Terror“ kann solch eine Armee niemals besiegen. Arrogante Machtdemonstrationen werden sie von den Bastionen der westlichen Welt nicht vertreiben.

Kein Land, wie stark es auch ist, kann den Terrorismus aus eigener Kraft besiegen, denn er entsteht aus der Ungerechtigkeit, die unsere Welt entstellt.

Nur wenn die Menschen lernen, zu teilen, werden wir das Ende des Terrorismus erleben. Nur durch Teilen kann das Ziel – Gerechtigkeit und Freiheit – erreicht werden. Wir appellieren an euch, Bürger der großen und gesegneten Vereinigten Staaten von Amerika: Denkt sorgfältig nach und lasst euch, wie es eure Art ist, von eurem Herzen leiten, wenn ihr eure Stimme abgebt. Stimmt für den Frieden, für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit.

(Share International, Oktober 2004)

* Dieser Artikel wurde im Oktober 2004, mehr als ein Jahr nach dem Einmarsch der USA in den Irak, veröffentlicht. Während damals der Irak im Fokus stand, könnte man dies angesichts der aktuellen Weltlage heute ebenso auf den Iran übertragen.


Die Erde kämpft ums Überleben

von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme

Man könnte sagen, dass nun endlich einige Menschen die Gefahren der Erderwärmung und die daraus resultierenden Klimaveränderungen ernst zu nehmen beginnen. Es stimmt, dass erhebliche Meinungsverschiedenheiten über die Realität und das Ausmaß der Gefahren bestehen sowie hinsichtlich der besten Vorgehensweise bei der Bewältigung bereits anerkannter Probleme. Jedoch gibt es keinen Zweifel, dass zumindest einige Menschen mittlerweile erkannt haben, dass wir vor einer gewaltigen Aufgabe stehen, um eine weitere Zerstörung zu verhindern und die Umwelt wieder zu stabilisieren. Es stimmt auch, dass selbst gut informierte und sehr engagierte Menschen zu wenig über das Ausmaß und die Komplexität der Probleme wissen.

Dazu gehört auch die Umweltverschmutzung. Diese Verschmutzung hat viele Formen, wobei einige offensichtlich und mit etwas gutem Willen leicht zu beheben sind. Andere jedoch erfordern wissenschaftliche Verfahren und Abhilfemaßnahmen, die den Menschen bislang unbekannt sind; sie sind so giftig und zerstörerisch, dass ihrer Bekämpfung höchste Priorität eingeräumt werden muss.

Die Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf die Qualität von Luft und Nahrung, auf Tiere allgemein und auf Fische in Flüssen und Ozeanen sind bekannt, werden aber weitgehend ignoriert. Die schädlichste Form der Umweltbelastung, die von nuklearer Strahlung verursacht wird, muss von den Wissenschaftlern erst noch entdeckt werden. Denn die feinere nukleare Strahlung wird von der heutigen Atomtechnologie noch gar nicht erfasst. Und gerade diese ist für den Menschen und die niederen Naturreiche besonders giftig und gefährlich. Auf allen diesen Gebieten müssen die Probleme der Umweltverschmutzung gelöst werden. Dies kann nur durch eine vollständige Neugestaltung der gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen erreicht werden.

Der Mensch hat die Erde ausgeplündert und vergiftet und sein eigenes Umfeld schwer geschädigt. Jetzt muss er seine vorrangige Aufgabe darin sehen, zu heilen, was er verletzt hat, um die Gesundheit seines kranken Planeten wiederherzustellen. Er muss lernen, seine Ansprüche an den Planeten herunterzuschrauben, und die Schönheit des Einfachen und die Freude des Teilens entdecken.

Der Mensch hat keine andere Wahl: Die Dringlichkeit der Aufgabe verlangt sofortiges Handeln; doch nur wenige haben das wahre Ausmaß des bereits angerichteten Schadens erkannt. Die Frage heißt also: Kann die Erde gerettet werden und mit welchen Mitteln?

Die Antwort ist ein klares Ja, und was die Mittel betrifft: nur durch eine Transformation der gegenwärtigen Lebensweise eines Großteils der Menschheit.

Das höchste Ziel aller „entwickelten“ Länder besteht heute darin, ein noch größeres Wirtschaftswachstum zu erreichen, um dadurch noch reicher zu werden; und in einer Wirtschaftsordnung, die auf Wettbewerb beruht, die Vorherrschaft zu gewinnen, um sich einen noch höheren Lebensstandard zu verschaffen. Weil das so ist, sieht man die Plünderung der Erde und die leichtfertige Ressourcenverschwendung als geradezu natürlich und notwendig an. Dieses unverantwortliche Handeln hat den Planeten Erde schon fast in die Knie gezwungen.

Sie können sicher sein, dass Maitreya dieses dringende Problem sofort ansprechen und Lösungsvorschläge anbieten wird. Der erste Schritt, zu dem er raten wird, ist, die Dringlichkeit der Situation anzuerkennen, die heute viele leugnen. Teilen, so wird er sagen, ist der Beginn eines Wandlungsprozesses, der die Lösung unserer leidvollen Probleme und die Wiederherstellung des Planeten möglich macht.

(Share International, November 2007)



Die Rolle des Menschen

von Meister –, übermittelt von Benjamin Creme

Mit der Zeit werden die Menschen verstehen, was sie mit den niederen Naturreichen verbindet, und bereitwillig die Rolle des Hüters und Verwalters dieser Evolutionen übernehmen. Das wird zu einer Umgestaltung in allen Bereichen der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei führen. Die heute üblichen Methoden wird man für immer aufgeben: Wald und Erdboden auszuplündern, ausgelaugte Felder zu überdüngen und die gierige und rücksichtslose Jagd auf viele Tier- und Fischarten.

Diesem unheilvollen Krieg gegen die Gaben der Natur muss bald und energisch Einhalt geboten werden. Die Menschen dürfen die Vergiftung der Erde und der Gewässer nicht länger hinnehmen, da sie das Leben von Mensch und Tier in gleicher Weise bedroht. Man darf nicht mehr viehwirtschaftliche Methoden anwenden, die grundlegende Rechte auf Bewegung, Luft und Licht missachten. Die grausame Ausbeutung unzähliger Kreaturen zu Versuchszwecken muss vernünftigeren Forschungsmethoden und Erkenntnisprozessen weichen.

Viele sind sehr besorgt über diese Situation und fordern Veränderungen. Die Überlegungen der Menschen gehen in die richtige Richtung, und nichts kann diese Entwicklung mehr aufhalten. Doch um das ökologische Gleichgewicht auf der Welt aufrechtzuerhalten, sind unverzügliche und umfassende Veränderungen notwendig.

Wenn man die Erde als ein lebendiges Wesen versteht, das in allen seinen Teilen vollkommen ist, und in dem jedes Teilchen wesentlich für das Ganze ist, dann wird sich eine neue, vernünftigere Sichtweise durchsetzen. Die Menschen werden sich als Verwalter einer natürlichen, vorgegebenen Ordnung begreifen, in der alles in Harmonie und Schönheit eine Funktion erfüllt und jedes Naturreich mit allen anderen Naturreichen über und unter ihm verbunden ist.

Heutzutage werden große Summen in die Erforschung der Naturgesetze investiert, gleichzeitig werden enorme Ressourcen verschwendet und missbraucht. Würde man sie zur Stabilisierung des natürlichen Gleichgewichts einsetzen, so würde eine neue Welt entstehen. Der Mensch sähe sich im Besitz von ihm bisher verborgenen Geheimnissen. Er würde in Wissensbereiche vordringen, die seinem forschenden Geist bisher verschlossen blieben. Die Natur würde ihre Geheimnisse enthüllen und der Mensch zum Partner des Schöpferlogos werden und damit seinen rechtmäßigen Platz als Hüter des Plans einnehmen.

Der Mensch hat es in der Hand, alles neu zu gestalten oder seine Welt zu zerstören. Niemals zuvor besaß er diese Allmacht. Um sie richtig einsetzen zu können, muss er eine Weisheit entwickeln, die heute noch selten ist, die er aber in sich entdecken muss, wenn er nicht zugrunde gehen will.

Zu ihrem Glück ist die Menschheit nicht allein. Auf der Bühne des Lebens tritt nun eine Gruppe Wissender auf – es sind Menschen, die mit allen Attributen Gottes ausgestattet sind. Sie bringen die Weisheit der Jahrtausende mit und können daher den Menschen den Weg zeigen und sie behüten.

Unter ihrer Inspiration wird der Mensch umkehren und neu beginnen. Unter ihrer weisen Führung wird er den Aufstieg zur Göttlichkeit antreten und dieses in ihm angelegte, noch nicht manifestierte Göttliche schließlich beweisen.

So werden die Menschen sich im Laufe der Zeit zu Wissenden entwickeln und ebenso Gottes Zielen dienen. Dann kann von ihnen ein Strom universaler Weisheit ausgehen, der alles nährt und der Förderung des großen Plans dient.

(Share International, Dezember 1985)

Diese Artikel stammen von einem älteren Mitglied der Hierarchie der Meister der Weisheit. Sein Name kann aus verschiedenen Gründen noch nicht veröffentlicht werden, nur so viel, dass er esoterischen Kreisen vertraut ist. Benjamin Creme stand mit ihm in ständigem telepathischem Kontakt und erhielt die Artikel dieses Meisters per Diktat.
Weitere Artikel dieses Meisters


von Jeffrey und Sonia Sachs

Chiwa, Usbekistan, 7. Juli 2026 – Transoxanien, der antike griechische Name für das heutige Usbekistan, war Schauplatz vieler bedeutender historischer Wendepunkte. Der Name bezeichnet die Gebiete jenseits des Oxus, den wir heute Amudarja nennen – den Fluss, der seit Jahrtausenden den Oasen dieser Wüstenregion Leben schenkt und sie zu einem zentralen Knotenpunkt der Seidenstraße gemacht hat. In Transoxanien führte Alexander der Große einige seiner schwersten Feldzüge gegen das ostpersische Volk der Sogdier.

Die Kämpfe endeten, als Alexander die Sogdierin Roxana – „kleiner Stern“ in der alten iranischen Sprache – zur Frau nahm und damit die Sogdier auf seine Seite zog. Unser einheimischer Fahrer, ein fröhlicher Mann, heißt ebenfalls Iskander (Alexander). Dieser Name wird seit 2300 Jahren mit Stolz in dem Land getragen, das die Makedonier für sich gewonnen hatten.

Karte der Regionen Chorasan, Transoxanien und Choremien in Zentralasien (Bild: Hairy Dude, Wikimedia Commons)

Die Sogdier waren schon lange vor Alexander, vor Rom und mehr als zwei Jahrtausende vor der von dem Westen dominierten Welt der letzten Jahrhunderte hier. Die Brüder Polo kamen vor etwa 750 Jahren auf diesem Weg hier vorbei. Und in diese uralte und bezaubernde Region rollte heute unsere kleine Karawane aus Elektroautos hinein.

Wir sind im Zentrum der Welt angekommen, wie sie in der Antike und im Mittelalter verstanden wurde. Dies ist das Bindeglied zwischen China und Persien, Indien und der Steppe – der Ort, an dem Seide, Papier, Glaubensrichtungen und die Ziffern, mit denen wir zählen, den Besitzer wechselten. Heute entwickelt sich die Region zu einem Reiseziel des 21. Jahrhunderts für Tourismus, Handel und Kultur entlang des neuen „Mittleren Korridors“, der Europa und China erneut miteinander verbindet.

Während wir auf dieser Reise waren, feierte Amerika seinen 250. Geburtstag. Zweihundertfünfzig Jahre sind in Transoxanien nur ein Wimpernschlag. Ich empfinde große Trauer darüber, wie sich das noch junge US-Imperium verhält – indem es gegen uralte Zivilisationen vorgeht, vor allem gegen die Iraner, ein Volk, dessen Staatskunst, Poesie und Wissenschaft etwa zehnmal so weit zurückreichen wie Amerikas eigene kurze nationale Geschichte. Wie wir wissen, verlief Amerikas willkürlicher Krieg gegen den Iran in diesem Jahr nicht gut.

Die alten Stadtmauern und historischen Medresen von Chiwa bergen eine Weisheit, die Washington wieder lernen sollte: Große und alte Nationen lassen sich nicht durch Einschüchterung zur Unterwerfung zwingen, sondern sollten im Handel als gleichberechtigte Partner behandelt werden. Frieden – das oberste Ziel unserer Marco-Polo-Reise – beginnt mit Demut vor der Würde anderer Völker.

Medrese Alla Kuli Khan in Chiwa, Usbekistan (Foto: Davide Mauro, Wikimedia Commons)

Die ummauerte Altstadt von Chiwa – die Itchan Kala – ist eine wunderbar erhaltene mittelalterliche Stadt, deren Lehmziegelwälle in der Abenddämmerung bernsteinfarben leuchten, während sich im Inneren Minarette, Medresen und der massive türkisfarbene Stumpf des unvollendeten Kalta Minor erheben. Ich bin wie verzaubert. Doch diese ummauerte Stadt ist kein bloßes Museumsstück. Noch immer leben etwa zweitausend Menschen innerhalb der alten Mauern und schicken ihre Kinder auf dem Weg zur Schule durch Gassen, die durch tausend Jahre Handel und Handwerk glatt geschliffen wurden. Hier überlagern sich Schicht um Schicht verschiedene Kulturen – die der Choresmier, Perser, Türken, Mongolen, Timuriden, Usbeken und Russen, und das Ganze ist auch heute noch ein lebendiger, funktionierender Teil der Stadt. Das ist ein Wunder: ein Ort, der seine gesamte Vergangenheit in die Gegenwart trägt und immer noch stets ein Zuhause bleibt.

Diese Region, die den alten Griechen als Transoxanien bekannt war und für uns Usbekistan heißt, ist nach wie vor ein Knotenpunkt vieler großer Zivilisationen, die sich eher miteinander vermischt haben, als dass sie sich gegenseitig verdrängt hätten. Die persische Welt gab dem Land seine Poesie und seine Verwaltungskunst. Die griechische Welt hinterließ ihre Iskanders und Städte wie das heutige Chudschand in Tadschikistan (einst bekannt als Alexandria Eschate oder „das entfernteste Alexandria“). Die türkischen Völker brachten der Region die usbekische Sprache und einen Teil der Bevölkerung, die heute das Straßenbild prägt. Auch das Christentum war hier präsent, insbesondere in Form der nestorianischen Kirchen, die einst die Seidenstraße bis nach China säumten. In Buchara, wohin wir heute fahren, sind noch Überreste einer alten jüdischen Gemeinde erhalten, der Buchara-Juden, die hier seit Jahrtausenden beten, Handel treiben und singen. All diese zivilisatorischen Fäden sind im Geflecht dieser bemerkenswerten Region noch immer sichtbar.

Südmauer der Zitadelle Ark in der usbekischen Stadt Buchara (Foto: Christoph Höhn, Wikimedia Commons)

Nach Buchara – der Stadt der Pilger, Gelehrten und Heiligen – erreichen wir Samarkand, das Juwel im Herzen Transoxaniens. Samarkand war die Hauptstadt des riesigen Reiches von Timur, den Europa als Tamerlan kennenlernte: ein Eroberer, so brutal wie kaum ein anderer in der Geschichte, und doch auch der Gründer einer Dynastie, die diese Stadt zu einem Leuchtturm der Kunst und Gelehrsamkeit machte. Es ist sein Enkel, den ich dort besonders ehren möchte. Ulugh Beg – Prinz, Sultan und vor allem Astronom – errichtete auf dem Hügel von Samarkand eine der größten Sternwarten der vormodernen Welt, mit einem Sextanten, der so gewaltig war, dass sein Bogen tief in den Fels eingegraben wurde. Dort vermaßen er und sein Team von Mathematikern über siebzehn Jahre hinweg den Himmel mit einer Präzision, die Europa damals nicht erreichen konnte.

Ihr großartiger Sternkatalog, der Zīj-i Sultānī aus dem Jahr 1437, legte die Positionen von mehr als tausend Sternen neu fest – der erste derartige Katalog, der seit Ptolemäus, dreizehn Jahrhunderte zuvor, auf neuen Beobachtungen beruhte – und wurde in seiner Genauigkeit erst anderthalb Jahrhunderte später von Tycho Brahe übertroffen. Ulugh Begs Messungen der Jahreslänge und der Neigung der Erdachse waren genauer als die Werte, die Kopernikus selbst verwenden würde. Und das Wissen verbreitete sich: Seine Tabellen gelangten nach Europa, wurden 1665 in Oxford von Thomas Hyde gedruckt und von Astronomen wie Hevelius studiert, wodurch sie genau jenen Beobachtungsstrom nährten, aus dem die kopernikanische Revolution und die moderne Astronomie hervorgehen sollten. Dass ein timuridischer Prinz auf diesem Hügel an der Seidenstraße dazu beitrug, den Weg für Kepler und Newton zu ebnen, ist genau die Art von Verbindung, die unsere „Marco-Polo-Initiative“ feiern sollte – die lange, geduldige, grenzenlose Zusammenarbeit menschlicher Geister über alle Grenzen von Nationen, Glaubensrichtungen und Sprachen hinweg.

Aus dem Herzen der Seidenstraße, mit dem Staub von Chiwa an unseren Sandalen und den blauen Kuppeln von Samarkand noch vor uns – herzlichste Grüße und unsere innigsten Wünsche für Frieden unter den alten wie den jungen Nationen.

(Quelle: jeffsachs.org)

Der Marco-Polo-Initiative für Frieden können Sie in den sozialen Medien und auf der Website folgen:

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Webseite: themarcopolodrive.com

Professor Jeffrey Sachs ist ein US-amerikanischer Ökonom, Wissenschaftler und Analyst für öffentliche Politik. Er ist bekannt für seine Arbeit in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung. Er ist Präsident des Netzwerks für Lösungen zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen und Mitglied der UN-Breitbandkommission für Entwicklung.

Dr. Sonia Ehrlich Sachs ist Kinderärztin, Endokrinologin und Expertin für öffentliche Gesundheit. Seit 2005 leitet sie am Earth Institute der Columbia University Projekte zur Konzeption und Umsetzung kostengünstiger Systeme der medizinischen Grundversorgung in einkommensschwachen ländlichen Regionen Afrikas und Indiens. Sie ist mit Professor Jeffrey Sachs verheiratet.


Wir präsentieren hier eine Auswahl von Zitaten von Maitreya aus seinen Botschaften und Lehren, von Benjamin Cremes Meister und Benjamin Creme (teilweise neu übersetzt) aus Share International und den von ihm herausgegebenen Büchern.

Wirtschaftssystem

Die Welt kann sich die enormen Unterschiede im Lebensstandard zwischen den reichen und den armen Ländern nicht länger leisten. Dieses Ungleichgewicht ist der Kern unserer heutigen politischen und wirtschaftlichen Probleme. Im Grunde handelt es sich um ein spirituelles Problem: eine Entscheidung zwischen Materialismus und Spaltung einerseits und spirituellem Teilen, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit andererseits. Unsere Wahl wird über das Schicksal der Menschheit entscheiden.
(Benjamin Creme, aus Maitreyas Mission, Band zwei)

Von Zeit zu Zeit habe ich davon gesprochen, dass sich der Geist des Teilens durchsetzen muss, damit die Güter der Erde gerechter verteilt werden können. Das würde nach und nach Spannungen und unermessliches Leid verringern und brächte zudem eine Revitalisierung des Lebens sowie der Wirtschaft der Industrieländer mit sich. Das Lebensblut des Planeten muss zirkulieren. Die stagnierende Wirtschaft der reichen Nationen kann nur wieder in Bewegung kommen, wenn man einsieht, dass die ärmeren Länder ebenfalls ein Recht zu leben haben und auch ihnen ein vernünftiger Lebensstandard zusteht. Nur durch Teilen wird dies möglich.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Die Zukunft winkt“, Share International, März 1983)

Das derzeitige System, bei dem Industriegütern ein verzerrter Wert beigemessen wird – zum Nachteil jener Länder, deren Hauptproduktion aus Rohstoffen besteht –, sollte durch eine ausgefeilte Form des Tauschhandels ersetzt werden, die auf einem vereinbarten Wert für die Erzeugnisse jedes Landes basiert. Ein solches System würde den Weg für gesündere wirtschaftliche Beziehungen zwischen Nationen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien ebnen.
(Benjamin Creme, aus Maitreya – Christus und die Meister der Weisheit)

Obgleich meine Lehre einfach ist, wird sie euch die Notwendigkeit des Teilens der Ressourcen und eines gemeinsamen Fundus aufzeigen, der allen Menschen zur Verfügung steht, damit statt Gier Zusammenarbeit und Vertrauen herrschen und die innere Göttlichkeit des Menschen sich manifestieren kann. Diese Manifestation, meine Freunde, muss zügig vorankommen, denn ohne sie sähe die Zukunft des Menschen tatsächlich finster aus. Die Menschheit steht vor einer schweren Entscheidung. Meine Liebe erzeugt eine Polarisierung der Standpunkte; das ist das Schwert, das ich führe. (Maitreya, aus Botschaft Nr. 64)

Klimawandel

Diese Probleme hat der Mensch – heute wie immer – selbst verursacht. Sie sind in Gottes Plan nicht vorgesehen. Durch den Missbrauch seines göttlichen freien Willens hat der Mensch seine Zukunft und die aller Naturreiche aufs Spiel gesetzt. Viele beginnen das heute zu begreifen und unternehmen die ihnen möglichen Schritte, um eine Katastrophe abzuwenden. Das ist gut. Aber nicht alle Menschen erkennen die zunehmende Gefahr, die der Menschheit droht. Die Zeit zum Wiederaufbau unserer Welt nach Richtlinien, die des Menschen wahrer Rolle und Bestimmung besser entsprechen, ist nur noch kurz. Meine Aufgabe besteht nur darin, euch den Weg zu zeigen und die Möglichkeiten zu beschreiben, da der Mensch die neue Welt selbst schaffen muss.
(Maitreya, aus Botschaft Nr. 12)

Tagtäglich beweisen die Klimaveränderungen, dass unser Planet krank ist und umgehende und sachkundige Hilfe braucht, damit das Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Die Zeit, wo Menschen die Transformation aufhalten könnten, an der täglich auf dem Planeten Erde gearbeitet wird, geht zu Ende. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind muss sich an dieser Aufgabe beteiligen. Die Zeit rennt uns wirklich davon. SOP! Save Our Planet – Rettet unseren Planeten!
(Benjamin Cremes Meister, aus „S.O.P. – Save Our Planet! – Rettet unseren Planeten“, Share International, Oktober 2012)

Die Menschheit neigt dazu, mechanistisch zu denken, doch die Welt ist eine Einheit, ein organisches, lebendiges Wesen. Jedes Atom dieses Lebewesens steht mit jedem anderen Atom in Verbindung. Deshalb müssen wir lernen, anders zu denken – nicht fragmentiert, sondern organisch. Der einzige Weg, gemäß dem Gesetz von Ursache und Wirkung richtig zu leben, besteht darin, diesen organischen Raum, den Planeten Erde, organisch zu verstehen und organisch in ihm zu leben.
(Benjamin Creme, aus Share International, Juli/August 2009)

Dass die Erderwärmung eine Realität ist, wird jetzt Millionen von Menschen bewusst, und dennoch leugnen einige trotz überwältigender Indizien, dass der Mensch die Ursache ist. Wir, eure älteren Brüder, können voller Überzeugung sagen, dass die Vorgehensweise der Menschen für 80 Prozent der Erderwärmung verantwortlich ist. Ihr werdet sehen, dass Maitreya die Menschen umgehend auf dieses dringende Problem aufmerksam machen wird. Er wird sie mit den Alternativen konfrontieren: einerseits mit dem positiven Ergebnis schnellen Handelns, andererseits mit der Zerstörung, die entsteht, wenn nichts oder zu wenig unternommen wird. Die Entscheidung darüber liegt allein beim Menschen.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Rettet den Planeten“, Share International, Mai 2007)

Wir müssen unseren Lebensstil vereinfachen und weniger und intelligentere Anforderungen an den Planeten stellen. Das ökologische Gleichgewicht der Welt wird eines der wichtigsten Anliegen Maitreyas sein. Er wird auf höchstem Niveau den Missbrauch des Planeten Erde und die zwangsläufigen Folgen aufzeigen, wenn wir so weitermachen wie bisher. Der dringende Handlungsbedarf wird den Wissenschaftlern einleuchten und durch sie auch den Regierungen der Welt.
(Benjamin Creme, aus Der Lehrer der Menschheit)

Nationalismus und Geflüchtete

Immer dann, wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihnen ein gewaltiger Umbruch bevorsteht, neigen sie dazu, sich abzuschotten, sich auf ihre Traditionen zu besinnen und altvertraute Bindungen wieder aufzunehmen und zu festigen. Das ist auch heute so, denn auf jedem Gebiet, sei es Religion, Politik oder Ökonomie, spüren Menschen den Einfluss von Energien, die ihre bisherigen Ansichten und Vorurteile infrage stellen und ihre lieb gewonnene Lebensweise bedrohen. […]
Dann werden wir miterleben, wie in jenen Ländern, die bislang noch in dogmatischen, zumeist realitätsfernen Ideologien befangen sind, der gesunde Menschenverstand erwacht und eine pragmatische und objektive Einstellung das Handeln bestimmt. Ein neuer Geist der Kompromissbereitschaft, der Unternehmungslust und des guten Willens wird die isolationistischen Tendenzen der Vergangenheit überwinden, und in den Annalen dieser alten Völker und Kulturen wird ein neues Kapitel beginnen.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Fundamentalismus im Rückgang“, Share International, Oktober 1990)

Die Errungenschaften dieses Zeitalters, die Aspiration von Millionen Menschen, die Bereitschaft zum Teilen, die Hilfsorganisationen, Organisationen wie die Vereinten Nationen und die vielen internationalen Gruppierungen, die hinter den Kulissen die Menschen miteinander vereinigen und einen Sinn für Internationalismus und Zusammenarbeit vermitteln, sie alle werden weiterbestehen und noch wachsen – sie können in dieser neuen Situation nur gedeihen. Aber denen, die sich dem in den Weg stellen, die diese engstirnigen, nationalistischen Strukturen auf der Grundlage von Konkurrenzkampf, Marktkräften und Habgier vertreten, wird es unmöglich sein, sich „dem Ansturm des Neuen“, den Ideen der neuen Zeit entgegenzustellen.
(Benjamin Creme, aus Maitreyas Mission, Band drei)

Die Fachleute, Politiker wie Ökonomen, treiben hilflos in den kontroversen Strömungen und können nicht planen, da sie notgedrungen Richtungen einschlagen müssen, die widersprüchlich sind. Täglich treten neue Probleme auf, die auch den guten Willen der wirklichen Kenner auf die Probe stellen, während hinter den Kulissen die rücksichtslose Habgier der Spekulanten ganze Nationen in die Knie zwingt.
Immer dann, wenn es zu einer solchen Situation kommt, wächst die Angst der Menschen; aus Angst wird Wut – und sie schlagen zu. Das zeigt sich heute in vielen Regionen der Welt. Eine zunehmende Intoleranz gegenüber Flüchtlingen und Fremden, sobald der Lebensstandard sinkt und die Sicherheit bedroht ist, trübt den demokratischen Prozess. Politische Extremisten, die nur auf ihr Stichwort warten, nutzen die Stunde, um in altbewährter Manier unkritische Jugendliche für sich zu gewinnen. […]
In diesen Sturm begibt sich die Gruppe der älteren Brüder hinein. Einer nach dem anderen nehmen sie ihren Platz in eurer Mitte ein und sind, wenn man sie ruft, bereit, ihren Rat und ihre Hilfe anzubieten.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Warten auf das Neue“, Share International, November 1992)

Viele erwarten meine Ankunft mit Bangen, da sie den Verlust all dessen befürchten, was sie geliebt und was sie angesammelt und erreicht haben. Fürchtet euch nicht, meine Freunde, denn es wird nur der Verlust von Isolation sein, von Ausgrenzung und Furcht, von Neid und Hass. Um die Welt davon zu befreien, muss alles neu gemacht werden. Begreift das, meine Freunde, und seid bereit zu teilen, in eurem Bruder euch selbst zu sehen, ihn in die Arme zu schließen und ihn Freund zu nennen.
(Maitreya, aus Botschaft Nr. 125)

Armut

Wir müssen neu definieren, wer und was wir in unserer Beziehung zueinander sind. Maitreya sagt, um dieses Probleme anzugehen, müssen wir uns als Erstes als eins zu betrachten, als Brüder und Schwestern einer Menschheit. Wir müssen ein Gefühl der globalen Einheit entwickeln und begreifen, dass wir ein Volk, eine Gruppe sind – und dass daher die Nahrung, Rohstoffe, Energie, das wissenschaftliche Know-how und die Bildungsmöglichkeiten der Welt allen gehören.
Diese Ressourcen sind da, sodass alle Menschen sich entsprechend dem Plan, der unserem Evolutionsprozess zugrundeliegt, richtig entwickeln können. Folglich müssen wir diese Ressourcen gerechter verteilen. Wenn wir teilen, sagt Maitreya, schaffen wir Gerechtigkeit in der Welt, und wenn wir das tun – und nur dann –, werden wir Frieden haben.
(Benjamin Creme, aus Maitreyas Mission, Band drei)

Wahrer Frieden hängt vor allem von Vertrauen ab, das nur dann entstehen kann, wenn das Gesetz der Gerechtigkeit befolgt wird. Die große, national und international wachsende Kluft zwischen dem Lebensstil der Reichen und dem der Armen ist heute das größte Hindernis für den Frieden. Unterschiedliche Ideologien tragen zwar zur Spaltung bei, allerdings nimmt die Bedeutung dieses Faktors ab. Weitaus schwerwiegender sind die tief sitzende Selbstgefälligkeit und die Habgier der Industrienationen. Frieden beruht auf Gleichgewicht, und dessen Fehlen bürgt für Konflikte und Kriege. Voraussetzung für ein Gleichgewicht ist die Anerkennung der Tatsache, dass alle Völker und Staaten voneinander abhängen und dass die Bedürfnisse aller befriedigt werden können, wenn gerecht geteilt wird. Solange das nicht erkannt wird und zu entsprechendem Handeln führt, wird die Welt instabil bleiben. Solange die halbe Welt Hunger leidet und jährlich Millionen Menschen verhungern, bleibt wahrer Frieden nur ein Traum.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Handeln tut not“, Share International, November 1990)

Die Gruppe meiner Mitarbeiter wird der Welt zeigen, dass die Probleme der Menschheit gelöst werden können. Durch den Vorgang des Teilens und durch gerechte Neuverteilung kann man den Bedürfnissen aller gerecht werden. Diese wachsende Gruppe wird den Menschen zeigen, dass Leiden, Hunger, Krankheit und Schmerz, die die Menschheit bedrängen, kaum nötig sind.
(Maitreya, aus Botschaft Nr. 26)

Sein vorrangiges Anliegen ist das Wohl der Armen und Mittellosen. Die Hälfte der Weltbevölkerung fällt in diese Kategorie, und das stellt den guten Willen der Menschen vor eine enorme Herausforderung. Maitreya beabsichtigt, diesen guten Willen zu wecken und zu mobilisieren und damit diese Ungerechtigkeit für immer auszuräumen. Dass dies nicht leicht sein wird, das weiß er bereits; die Habsucht und Selbstsucht der Menschen sind hartnäckig und tief verwurzelt. Aber mit der Zeit werden die Menschen einsehen, dass es im eigenen Interesse liegt, die Ressourcen der Welt miteinander zu teilen, da nichts anderes sie vor der Katastrophe retten kann. Wenn sie diese Notwendigkeit bereitwillig anerkennen, dann werden die Pläne für das Teilen den Nationen vorgelegt. Damit wird ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Planeten für immer zu Ende gehen und die Menschheit ihren Weg nach oben fortsetzen können.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Ende eines dunklen Kapitels“, Share International, Januar/Februar 1992)

Krieg

Wenn man eines Tages die Verluste durch Kriege zusammenrechnet, werden die Menschen über das Ausmaß der Verschwendung erstaunt und beschämt sein. Mehr als jede andere Aktion des Menschen bedeutet Krieg Raubbau an Ressourcen und Leben. Nichts bleibt verschont, wenn es darum geht, den „Feind“ zu überwinden; alles wird dem Siegeswillen geopfert. So hat der Mensch unerbittlich seine Nachbarn bekämpft und das nicht immer zur Selbstverteidigung. […]
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Menschheit die Aufgabe, Kriege endgültig abzuschaffen, ernst nehmen muss. Sie muss begreifen, dass es kein Problem und keine Situation gibt, für die Krieg ein Mittel oder eine Lösung wäre. Angesichts dieser Erkenntnis müssen die Nationen gemeinsam handeln und dieser destruktiven Neigung des Menschen für immer ein Ende setzen.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Das Ende der Kriege“, Share International, März 2006)

Ich glaube (mit Maitreya): „Nichts geschieht von selbst. Der Mensch muss handeln und seinen Willen einsetzen.“ Ich denke nicht, dass wir den Frieden einfach durch Beten bekommen. Wir erreichen Frieden nur, wenn wir die Ursachen des Krieges beseitigen – Ungerechtigkeit, Habgier, Selbstsucht, Wettbewerb, Marktkräfte, nationalen Stolz.
(Benjamin Creme, aus Maitreyas Mission, Band zwei)

Lasst uns gemeinsam der Welt zeigen: dass Kriege nicht mehr nötig sind; dass der Mensch von Natur aus leben und lieben will; dass Hass aus Ausgrenzung erwächst; dass Gottes Gesetz im Menschen lebendig ist und seinem Wesen zugrunde liegt. All das werde ich euch zeigen. Arbeitet mit mir zusammen und beweist, dass es wahr ist.
(Maitreya, aus Botschaft Nr. 53)

Maitreya wird den Menschen die Prioritäten erläutern, die einzig und allein das Leben und die Sicherheit des Planeten Erde und aller Völker gewährleisten können. An oberster Stelle steht die Notwendigkeit des Friedens, da ohne Frieden alles andere aussichtslos ist. Er wird mit Nachdruck darauf hinweisen, dass der Friede nur gesichert werden kann, wenn überall Gerechtigkeit herrscht. Mangelnde Gerechtigkeit ist die Ursache für Kriege wie auch für Terrorismus. Gerechtigkeit, wird er betonen, kann nur durch Teilen geschaffen werden. Teilen ist deshalb der Schlüssel zum Frieden und zur Sicherheit der Welt.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Maitreyas Prioritäten“, Share International, Oktober 2006)

Brüderlichkeit

Noch nie zuvor in der Weltgeschichte bot sich den Menschen eine bessere Gelegenheit zur Weiterentwicklung als jetzt. Aus dem Chaos der Vergangenheit kann nun Ordnung entstehen, und auch in die tiefste Unwissenheit wird ein neues Licht vordringen. Zum ersten Mal können die Menschen jetzt gemeinsam – als Brüder – die Herrschaft des göttlichen Gesetzes etablieren und wieder Verbindung mit ihrem Ursprung aufnehmen.
Da nun die Zeit der Erneuerung beginnt, sollten die Menschen die Prinzipien begreifen, auf denen ein wirklicher Fortschritt beruht. Die Brüderlichkeit muss als naturgegebener Zustand allmählich für die neuen Lebensformen maßgebend werden. Jede Tätigkeit, die sich an dem Prinzip der Brüderlichkeit orientiert, wird sich als wegweisend für die Zukunft herausstellen. Jedes brüderliche Verhalten wird vonseiten der Hierarchie einen energetischen Impuls erfahren. Frieden wird sich auf die Idee der Brüderlichkeit gründen und damit die Welt endgültig vom Krebsgeschwür des Kriegs befreien.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Die Zukunft“, Share International, April 1985)

Einheit

Die Menschheit macht, ohne es zu erkennen, eine große geistige Krise durch, in deren Brennpunkt die Politik und die Wirtschaft stehen. Die Lösung dieser geistigen Krise kann nur in der Lösung unserer politischen und ökonomischen Probleme liegen, die sich auf die falsche Vorstellung des Getrenntseins gründen. Wenn wir uns entwickeln, uns als Menschenrasse entfalten wollen, müssen wir erkennen, dass wir eins sind, müssen wir begreifen, dass wir Brüder und Schwestern einer Familie, des einen göttlichen Ursprungs und mit diesem identisch sind. Was geschieht in einer normalen Familie? Alles, was sie hat, wird geteilt. Eine Mutter würde dem einen Kind kein besseres Essen geben als dem anderen, dem einen nicht 17 und dem anderen 83 Prozent der Nahrung geben. Wir müssen begreifen, dass wir eine Familie sind, und deswegen die Ressourcen der Welt überall gerechter verteilen.
(Benjamin Creme, aus Maitreyas Mission, Band drei)

Bald wird die Zeit kommen, wo die Menschen einsehen werden, dass die von ihnen eingeschlagene Richtung falsch ist, ihnen kein Glück bringt und zum Scheitern verurteilt ist. Sie werden sich fragen: Woher kommt dieses Gefühl der Leere? Warum gelingt es uns nicht, Frieden zu schaffen? Was haben wir verkehrt gemacht? Wenn sie sich mit diesen Fragen dann an Maitreya wenden, werden sie seine Worte evaluieren, um zu prüfen, ob sie für die Lösung ihrer Probleme tauglich sein könnten. Dabei wird sich herausstellen, dass der Grundgedanke von Maitreyas Weltbild das Prinzip der Einheit ist. Er wird ihnen versichern, dass sie sich als Teil eines gemeinsamen Ganzen – der menschlichen Familie – begreifen müssen und dass alles, was sie tun, diese Einheit widerspiegeln muss. Und er wird darauf hinweisen, dass das gegenwärtige Unvermögen, dieser Tatsache gerecht zu werden, verantwortlich ist für alle Schwierigkeiten und Probleme, für unsere Disharmonien und Ängste, für unsere Konflikte und Kriege. „Erkennt euch in eurem Bruder wieder“, sagt Maitreya. Richtet ein internationales Depot ein, das allen zur Verfügung steht. Nur so, nur durch das Teilen der Ressourcen kann die Welt erneuert werden. Das ist seine Lehre. Nur durch Teilen, wird er versichern, können die Menschen ihr Glück finden. Das Teilen der Ressourcen ist der einzige Weg, um Gerechtigkeit und Frieden herzustellen.
(Benjamin Cremes Meister, aus „Die Einheit der Menschen“, Share International, Juli/August 2008)


In der Januar/Februar-Ausgabe 2026 dieser Publikation haben wir Auszüge aus Benjamin Cremes Artikel zum Thema „Spiritualität“ vorgestellt, um die Definition und das Verständnis von Share International zu diesem Begriff zu erläutern.
Seitdem haben wir uns auf Aspekte konzentriert, die viele Menschen nicht in ihr Verständnis von Göttlichkeit einbeziehen würden: die Existenz einer Gruppe hoch entwickelter „Wesen“, die die Entwicklung unseres Planeten beaufsichtigen und ihn zur Erfüllung des Plan Gottes leiten.
Die vorangegangenen Kapitel und Abschnitte in Philosophie der Synthese (englischer Originaltitel: Bridges) von Aart Jurriaanse, aus denen diese Auszüge entnommen sind, behandelten ein außerordentlich breites Themenspektrum: das Wesen des Kosmos, verschiedene Existenzebenen, die Beschaffenheit des Menschen einschließlich des Geistes, der Seele und der ätherischen Ebenen der Materie, Leben und Tod, den Prozess des Sterbens sowie die Kontinuität des Bewusstseins nach dem Tod; dabei boten sie sowohl einen umfassenden Überblick über die Lehren der zeitlosen Weisheit wie auch faszinierende Details, die den einzelnen Menschen betreffen. Diese Abhandlung ist eine wahre Meisterleistung, die vom Makrokosmos bis zum Mikrokosmos reicht.
In den letzten Ausgaben haben wir uns entschieden, etwas „näher an unserem Zuhause“ zu beginnen, mit anderen Worten: mit dem nächsthöheren Naturreich, dem Bereich unmittelbar über dem menschlichen – dem geistigen Reich, auch bekannt als die Geistige Hierarchie unseres Planeten. Was ist damit gemeint? Wer ist das? Gemeinsam mit Aart Jurriaanse haben wir uns auf diesem Weg zunächst mit Begriffen und Deutungen des Höchsten Wesens befasst bis hin zu Gott und dem esoterischen Verständnis von Gott; zu Begriffen wie dem Sonnenlogos, dem Planetaren Logos – auch als „Stiller Wächter“ bezeichnet. Diese wunderbare Reise durch den Kosmos führte uns zum Herrn der Welt – Sanat Kumara, dem Licht der Welt, dem Gott der Liebe. Dieses höhere Wesen, so heißt es, residiert in einem ätherischen Zentrum namens Schamballa – dem „Haus des Vaters“ oder dem „Zentrum, das den Willen Gottes kennt“, wie es in der Großen Invokation genannt wird (siehe Share International, Mai 2026).
Aart Jurriaanse erläutert uns anschließend die Energie – die Schamballa-Energie, die aus diesem Zentrum strömt und den Willen, den Zweck oder den Plan Gottes verkörpert. Darauf folgt eine Beschreibung des göttlichen Plans, dem die Meister, Eingeweihten und Jünger der Welt entsprechend ihrer Einsicht und ihren Fähigkeiten dienen. In dieser Septemberausgabe befassen wir uns damit, wie die Menschheit – die Meister und ihre Jünger – daran arbeiten, den göttlichen Plan in allen Bereichen des menschlichen Wirkens umzusetzen.
In den kommenden Ausgaben werden wir diese Reise fortsetzen – eine Reise oder Beschreibung der miteinander verbundenen Kette des Lebens, vom Höchsten durch alles Leben und alle Lebensformen auf unserem Planeten. In den kommenden Monaten werden die Leserinnen und Leser mehr über die Meister erfahren: wer sie sind, ihre Entwicklung im Evolutionsprozess und welche Aufgaben sie als Inspiratoren und Wegweiser, als ältere Brüder der Menschheit, haben.
„Der Jünger lernt durch praktischen Dienst und Erfahrung mit dem Plan zu arbeiten“ (Aart Jurriaanse, „Der hierarchische Plan“, siehe unten). Und durch Versuch und Irrtum. Für viele mag dies eine aufschlussreiche Erkenntnis sein, für andere eine Bestätigung ihrer eigenen Hoffnungen oder Überzeugungen, ihrer persönlichen Erfahrungen und Bestrebungen. Wie auch immer man diese Informationen betrachten mag, sie sind sicherlich eine Quelle des Trostes und der Inspiration: Das Leben hat einen Sinn und ein Ziel; es gibt Führung, Hilfe und Heilung.

von Aart Jurriaanse

Der Jünger lernt durch praktischen Dienst und Erfahrung mit dem Plan zu arbeiten. Natürlich werden Fehler gemacht. In welchem Ausmaß diese Fehler auftreten ist abhängig vom Evolutionsstand des Jüngers: Je weniger weit entwickelt er ist, desto größer werden Zahl und Ausmaß dieser Fehler sein. Doch alle lernen nur durch Versuch und Irrtum, und entsprechend der gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen erweitert sich sein Bewusstsein, seine Empfänglichkeit für neue Facetten des Plans nimmt zu und damit auch seine Verantwortung.

Es ist deshalb wichtig, dass der Mensch erkennt, dass das ganze Universum unter der Leitung eines Höchsten Wesens gemäß einem universalen Plan koordiniert und belebt wird. „Wie oben, so unten.“ Unser Planet Erde mit seiner gesamten Schöpfung einschließlich des Menschenreichs wurde nach einem solchen Plan manifestiert und entwickelt; er funktioniert noch immer nach diesem Grundmuster und wird das bis in die unabsehbare Zukunft tun. Diejenigen Aspekte des Plans, die unmittelbar die Menschheit betreffen, stellen im Grunde nur einen relativ kleinen Teil eines weitaus größeren Gesamtplans dar. Für den Durchschnittsmenschen aber, der die Menschheit noch immer als den Brennpunkt des Universums betrachtet, bleibt dieser kleine Teil des großen Ganzen von entscheidender Bedeutung.

Der Mensch sollte auch erkennen, dass der Plan nicht in erster Linie auf seinen materiellen Vorteil, seine Bequemlichkeit und sein Glück ausgerichtet ist. Vielmehr liegt ganz im Gegenteil sein Zweck darin, ihm jede Erfahrung in allen Phasen der Existenz zu ermöglichen. Diese sollen sein Bewusstsein erweitern und ihn in die Lage versetzen, für sich selbst die Werte des geistigen Lebens zu entdecken und seinen eigenen freien Willen einzusetzen, um die notwendigen Veränderungen herbeizuführen.

Die Geistige Hierarchie respektiert den freien Willen des Menschen. Durch willkürliches und autokratisches Eingreifen der Hierarchie könnte der Mensch in seiner Entwicklung nicht vorankommen; er braucht die Gelegenheit zur Selbstbestimmung durch die Ausübung seines freien Willens. Der hierarchische Plan entspricht dieser Voraussetzung und führt seine Unterstützer zu dieser Freiheit des Ausdrucks, zu Liebe und Verständnis und zum Willen-zum-Guten für die ganze Menschheit. Letztendlich wird der Mensch dahin geführt, die Funktionen der Geistigen Hierarchie bei ihrer Führung der Menschheit zu erkennen und anzunehmen; dies wird schließlich zur Errichtung des Reiches Gottes auf Erden führen.

Obwohl der gesamte Plan die menschliche Vorstellungskraft noch weit übersteigt, lassen sich einige seiner praktischen Anwendungen vielleicht in groben Zügen anhand dreier Zielsetzungen darstellen:

1. Politik – Ein internationales Bewusstsein soll entwickelt werden, in dessen Zuge die Menschen sich als einen kollektiven Teil der einen Menschheit erkennen, unabhängig von Nation, ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe, Sprache oder der erreichten Entwicklungsstufe. Damit verknüpft sollen ein Geist wechselseitiger Abhängigkeit, Verbundenheit und der Zusammenarbeit gefördert werden. Nationalistische Tendenzen, Vorstellungen rassischer Überlegenheit und Feindseligkeit, die vielen Gesichter des Klassenhasses und der internationale egoistische Wettbewerb um die Weltressourcen bilden weiterhin wirksame Hindernisse. All dies sollte einer Bruderschaft unter den Nationen weichen, die auf gemeinsamen Bedürfnissen, gegenseitiger Unterstützung, auf Verständnis, Toleranz, Hilfsbereitschaft, gutem Willen und dem Teilen der von der Natur so großzügig bereitgestellten Ressourcen beruht. Dass es bereits eine Bewegung in diese Richtung gibt und ein solcher internationaler Geist im Erwachen ist, zeigt sich heute in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Vereinten Nationen sind das wohl offensichtlichste Beispiel. Die UNO kann – wenngleich sie sich zunächst in gewisser Hinsicht als ein Misserfolg erwiesen hat und in vielen Fällen eher als Forum für die Verbreitung von Hass und Rivalität denn für guten Willen und bessere menschliche Beziehungen gedient hat, ist sie dennoch ein Zeichen für einen zugrunde liegenden Geist, der nach Synthese strebt.

2. Religion – Es soll ein besseres weltweites Verständnis und Bewusstsein der inneren Reiche geschaffen werden sowie der Dualität des menschlichen Daseins, des geistigen Lebens, der Unsterblichkeit der Seele und der Existenz der Geistigen Hierarchie auf höheren Ebenen, die in ihren zahlreichen hierarchischen Ordnungen gegliedert sind. Das Ziel ist letztendlich eine Gemeinschaft der Religionen und die allmähliche Entstehung einer Weltreligion, die mit ihrer weiter gefassten Vorstellungen die ganze Menschheit einbeziehen wird.

3. Wissenschaft – Die in diesem Bereich Tätigen haben das Ziel, die Arbeit derjenigen zu koordinieren, die sich mit den vielen Aspekten der exakten Wissenschaften befassen, und zugleich eng mit der sich rasch entwickelnden Wissenschaft der Psychologie zusammenzuarbeiten. Beides soll durch ein gemeinsames Bildungsprogramm weiter miteinander verbunden werden, das das Bewusstsein für die neuen, sich entfaltenden Konzepte wecken soll. Endlich hat die Wissenschaft den Durchbruch geschafft und beginnt, sich der Existenz der ätherischen Welt bewusst zu werden. Natürlich gibt es immer konservative Gegner, die die Entwicklung aufhalten möchten. Es wird ihnen jedoch zunehmend unmöglich sein, sich der Flut der Beweise zu widersetzen, die beständig neue Gebiete für die Erforschung der ätherischen und den daran anknüpfenden Wissensbereichen aufzeigen. Es ist zu erwarten, dass dies vorübergehend zu einer Phase des Ungleichgewichts führt, in der Forschende miteinander wetteifern, immer fantastischere Behauptungen zu veröffentlichen, die nicht immer durch konkrete Experimente und Beobachtungen belegt sein werden. Aber dies ist lediglich eine vorübergehende Phase. Entscheidend ist, dass die Wissenschaft nun in das neue Zeitalter eintritt, in der die subtile und die exakte Wissenschaft immer näher miteinander verbunden sein werden.

Das Ergebnis dieser Tendenzen ist eine allgemeine Bewegung hin zu besseren menschlichen Beziehungen und damit zu größerer Synthese. Nach Aussage der Weisen führt all dies zu einer wunderbaren neuen Offenbarung, die tiefgreifende und wohltuende Veränderungen im menschlichen Dasein bewirken soll. Der Menschheit wird neues Licht zuteilwerden, das ihre Sichtweise und ihre Lebensbedingungen verändern und das neue Zeitalter einleiten wird.

Aart Jurriaanse (1907–2002) war ein südafrikanischer Autor, der auch einige Zusammenstellungen aus den Werken von Alice A. Bailey veröffentlicht hat. Er hatte Share International freundlicherweise die Erlaubnis zum Abdruck seiner Artikel gegeben, wie sie erstmals in dem Buch Bridges (1978, deutsche Ausgabe: Philosophie der Synthese: Eine Einführung in die zeitlosen Weisheitslehren, Verlag Hans-Jürgen Maurer, Frankfurt, maurer.press) erschienen sind. Diese inspirierenden und informativen Artikel, die wir hier in loser Folge wiedergeben, behandeln spirituelle Sichtweisen, die sich von den alten Archiven der Meister bis in unsere Zeit erstrecken.


Die Proteste der Flamingo-Revolution in Albanien gehen weiter
Mitte August schlossen sich Hunderte von albanischen Angehörigen aus der Diaspora Kundgebungen in Tirana auf dem Boulevard der Märtyrer der Nation an und markierten damit den 76. Tag friedlicher Proteste gegen die von Jared Kushner und Ivanka Trump geplanten Luxusresortprojekte in geschützten Naturschutzgebieten in Albanien.

Das betroffene Gebiet gehört zu den letzten unberührten Küstenökosystemen des Mittelmeerraums. 2024 verabschiedete die Regierung ein Gesetz, das die Erteilung von Genehmigungen für Touristenresorts, auch in geschützten Landschaftsgebieten, erlaubt.

Flamingo-Revolution: Proteste gegen die Regierung in Tirana, 14. Juni 2026 (Foto: Albinfo, Wikimedia Commons)

Denisa Kasa, Projektleiterin bei der Naturschutzorganisation zum Schutz und Erhaltung der natürlichen Umwelt in Albanien, sagte: „Das geplante Resortprojekt in Zvërnec ist besonders besorgniserregend. Es liegt in einem Gebiet von außergewöhnlichem ökologischem und landschaftlichem Wert. Das berüchtigte Kushner-Rama-Al-Khayyat-Projekt zeigt, wie der Bau einer einzigen groß angelegten Tourismusanlage wichtige Lebensräume vieler Arten der Gefahr der Vernichtung aussetzen kann.“

Die nächtlichen Proteste dauern nun bereits den dritten Monat an, und die Forderungen haben sich ausgeweitet: Zu den unmittelbaren Zielen gehören nun der Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama und seiner Regierung sowie die Aufhebung der Gesetze im Zusammenhang mit ausländischen Investitionen.

Diese Bewegung hat Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum vereint, darunter junge Menschen, Rentner und junge Familien, und ist dezentral organisiert, ohne klare Anführer. Die Kundgebungen auf dem Boulevard der Märtyrer sind familienfreundlich: Es gibt ein „Bürgerpodium“, auf dem die Menschen ihre Unzufriedenheit äußern können, sowie einen Malbereich für Kinder, der von lokalen Künstlern und Freiwilligen eingerichtet wurde.
(Quelle: www.pressenza.com)

Neu interpretierter Rockklassiker von Pink Floyd als Benefizaktion für den Gazastreifen
„Comfortably Numb Re-Imagined“ lautet der Titel einer neunminütigen zweisprachigen Zusammenarbeit zwischen Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters und der palästinensischen Sängerin Mona Miari. Der Rockklassiker aus dem Jahr 1979 wurde als humanitärer Appell neu interpretiert – als Spendenaktion für den Palestine Children’s Relief Fund (PCRF). Der Originalsong wurde von Waters und dem Gitarristen David Gilmour für das Doppelalbum „The Wall“ von Pink Floyd geschrieben und ist eine der markantesten Hymnen der Rockgeschichte – er schildert persönliche Isolation und Traumata, untermalt von der Refrainzeile „I have become comfortably numb“ (Ich bin angenehm abgestumpft).

Während das Original eine emotionale Abschottung angesichts des Leidens akzeptierte, wird dies in der neu interpretierten Version zu einem Bekenntnis zur Solidarität. Im gesamten Song drehen sich die neu geschriebenen englischen Strophen und die arabischen Gesangsarrangements um ein zentrales Gelübde: „I will never become comfortably numb“ (Ich werde niemals in einen angenehm abgestumpften Zustand verfallen).

Das schwarz-weiße Musikvideo kontrastiert Studioaufnahmen mit Außenaufnahmen aus dem Gazastreifen, und die mehrsprachigen Texte werden durch Untertitel zugänglich gemacht. Roger Waters, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten offen für die Befreiung Palästinas einsetzt, sagte: „Es spielt keine Rolle, ob man Arabisch oder Englisch spricht, man versteht es, und deshalb ist es so bewegend und beeindruckend.“

Mona Miari sagt: „Letztendlich geht es uns nicht um Lob oder darum, dass die Leute uns sagen: ‚Oh, wie wunderbar …‘ – wir wissen, dass es wunderbar ist … aber das ist nicht unser Ziel, weißt du, es ist ein Aufruf zum Handeln … im Grunde zwingen wir jeden dazu, sich damit auseinanderzusetzen und es zu verstehen, sich sogar mit dem Unbehagen auseinanderzusetzen, das diese Wahrheit auslöst.“ Miari fährt fort: „Wir schließen mit einem Höhepunkt, einem musikalischen und moralischen Höhepunkt. Palästina muss frei sein. Wir bleiben frei.“
(Quellen: cnbctv18.com; newarab.com)

Das Musikvideo kann hier angesehen werden.

Paris verleiht palästinensischen Bürgern und Journalisten die Ehrenbürgerschaft
Am 17. Juni 2026 verlieh der Stadtrat von Paris der Zivilbevölkerung von Gaza und dem Westjordanland sowie palästinensischen Journalisten, die in den Konfliktgebieten des Nahen Ostens tätig sind, die Ehrenbürgerschaft und bezeichnete die „Ehrenbürgerschaft als ‚Akt des Friedens‘“. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich die sicherheitspolitische und humanitäre Lage in Gaza und im Westjordanland verschlechtert und die tägliche Bedrohung für die in der Region eingesetzten Journalisten zunimmt.

Das Pariser Rathaus (Hôtel de Ville) weist zudem darauf hin, dass im Februar 2024 den von der Hamas festgehaltenen israelischen Geiseln die Ehrenbürgerschaft verliehen wurde. Ihre Porträts wurden vor dem Hôtel de Ville ausgestellt.

Israels Völkermordkrieg hat einen Großteil des palästinensischen Gebiets im Gazastreifen in Schutt und Asche gelegt; die Zahl der Todesopfer wird auf mehr als 73 000 geschätzt, wobei es sich laut dem Gesundheitsministerium des Gazastreifens überwiegend um Zivilisten handelt. Im Juni war Paris zudem Gastgeber eines Treffens israelischer und palästinensischer zivilgesellschaftlicher Gruppen, bei dem die G7 dazu aufgefordert wurde, eine Zwei-Staaten-Lösung zu unterstützen.

„Sowohl Israelis als auch Palästinenser sind nach wie vor in Angst, Unsicherheit und Trauma gefangen“, erklärten sie. „Das Zeitfenster für eine Lösung ist noch offen, wird aber immer kleiner. Diese Situation erfordert dringende diplomatische Bemühungen, die auf einer Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft beruhen.“ Frankreich hat ebenso wie Großbritannien, Kanada und mehrere andere Länder im vergangenen Jahr den Staat Palästina anerkannt.
(Quellen: newarab.com; www.paris.fr)


von Cher Gilmore

Teil 1 des dreiteiligen Beitrags über die Enzyklika von Papst Leo XIV. mit dem Titel: Magnifica Humanitas: Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz befasste sich mit seiner Analyse unseres kulturellen Scheidewegs und die Soziallehre der Kirche. Teil 2 konzentriert sich auf seine Empfehlungen zum Schutz der Menschheit in dieser Zeit des Wandels, und Teil 3 befasst sich mit der Kultur der Macht im Gegensatz zu einer Zivilisation der Liebe.

Technologie und Vorherrschaft

Leo vergleicht unsere gegenwärtige Beziehung zur KI mit einem Bauprojekt. Er wirft die Frage auf: Werden wir uns für einen Plan entscheiden, bei dem unser gemeinsames Werk von einem Herrschaftsstreben geleitet wird, das letztlich zur Entmenschlichung führt – wie beim Turm zu Babel –, oder für einen, bei dem gemeinsame Verantwortung ein Projekt entstehen lässt, das Stück für Stück aufgebaut wird und die Größe der Menschheit zur Geltung bringt, wie beim Wiederaufbau Jerusalems. Er prangert die weltweite Ausbreitung des technokratischen Paradigmas an, wo persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungen allein der Logik der Effizienz, der Kontrolle und des Profits unterworfen werden und sich die Kontrolle über diese digitale Macht in den Händen weniger wirtschaftlicher und technologischer Akteuren konzentriert.

Während er KI als nützliches Werkzeug anerkennt, warnt er davor, dass die persönliche Nutzung zu übermäßiger Abhängigkeit von vorgefertigten Antworten führen und damit die Kreativität und das Urteilsvermögen schwächen kann. Auf gesellschaftlicher Ebene verbraucht der Einsatz von KI enorme Ressourcen an Wasser und Energie, was unsere gemeinsame Lebensgrundlage gefährdet.

Wenn die KI in Prozesse eingebunden wird, die das Leben der Menschen beeinflussen – zum Beispiel bezüglich Arbeit, Kreditvergabe, Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen – kann dies zu neuen Formen der Ausgrenzung führen, da die Systeme in sich Stereotype oder ideologische Standpunkte ihrer Entwickler und Programmierer widerspiegeln und verstärken. So wird Ungerechtigkeit nicht erkannt, „denn die Ausgrenzung der Schwachen wird mit Neutralität und Objektivität ummantelt, gegen die man nicht protestieren kann“.

Um sich vor dem Missbrauch von KI zu schützen, braucht es feste rechtliche Rahmenbedingungen, unabhängige Aufsicht, aufgeklärte Nutzer und eine Politik, die sich nicht ihrer Aufgabe entzieht. Andernfalls setzen diejenigen, die KI kontrollieren, ihre eigene moralische Auffassung durch, und diese wird zur unsichtbaren Infrastruktur der Systeme.

Die KI müsse losgelöst werden vom Wettlauf um noch leistungsfähigere Algorithmen und noch größere Datenbanken, die auf geopolitische und wirtschaftliche Vorherrschaft zielen. Die Ansicht, dass technische Macht das Recht zu regieren verleiht, müsse entkräftet werden – um die KI von monopolitischer Kontrolle zu befreien und zu verhindern, dass sie die Menschheit beherrscht.

Bei seiner eingehenden Auseinandersetzung mit den Bedrohungen, die KI für unsere Menschlichkeit darstellt, erörtert Leo das unterschwellige Narrativ vom Transhumanismus und Posthumanismus, welche sich in ihrer radikalsten Form eine Hybridisierung von Mensch, Maschine und Umwelt vorstellen – bis hin zu einer neuen, perfektionierten Evolutionsstufe, die durch die Technologie herbeigeführt werden soll. Er wendet sich gegen die Auffassung, wonach manche Menschen, wenn der Mensch perfektioniert oder übertroffen werden soll, als weniger nützlich oder weniger würdig gelten könnten und damit „notwendige Opfer“ zugunsten einer vermeintlichen Optimierung der Spezies gerechtfertigt würden.

Er sagt, dass die Menschheit in ihrer Erhabenheit und Verwundbarkeit niemals ersetzt oder übertroffen werden dürfe. „Wenn die Macht jedoch wächst, während das Herz verkümmert und Bindungen zerbrechen, dann stehen wir vor einer neuen Form von Babel: einem grandiosen, aber unmenschlichen Bauwerk.“

Das Menschliche in Zeiten des Wandels bewahren

Ein ganzes Kapitel ist praktischen Möglichkeiten gewidmet, wie wir den negativen Einflüssen des technologischen Paradigmas entgegenwirken können. Grundlegend ist dabei die Bedeutung der Wahrheit als Gemeingut und als wesentliches Element der Demokratie. Papst Leo warnt, dass diejenigen, die digitale Plattformen und Medien kontrollieren, die kollektive Vorstellungskraft leicht beeinflussen können. Er betont, dass diese Macht stets vom Streben nach Wahrheit und von der Achtung der Menschenwürde geleitet sein muss.

Er plädiert für eine Ökologie der Kommunikation. Auf der Ebene öffentlicher Regelungen bedeutet dies, Vorschriften zu erlassen, die die Entscheidungsprozesse hinter der Auswahl und Verbreitung von Inhalten transparenter machen und den Schutz personenbezogener Daten gewährleisten. Auf sozialer und kultureller Ebene sollen intermediäre Organisationen und Foren für den Austausch gestärkt werden. In Familien und Schulen braucht es ein neues Erziehungs- und Bildungsverständnis für den sachgerechten und kritischen Umgang mit digitalen Instrumenten.

Den Schulen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Es braucht eine integrale Bildung, welche die Person in all ihren Dimensionen anspricht, sodass die Schülerinnen und Schüler Informationen mit einem vertieften Wissen verknüpfen können und den Sinnhorizont nicht verlieren.

Da Arbeit eine grundlegende Dimension der menschlichen Erfahrung ist, wird auch Beschäftigung zu einem wesentlichen Element im Bewahren unserer Menschenwürde. Wenn ein großer Teil der Bevölkerung keine nützliche Arbeit zu findet, würde das zu einer menschlichen und kulturellen Verarmung führen. Leo empfiehlt vorausschauende Maßnahmen, die ständige berufliche Weiterentwicklung und berufliche Veränderungen allen zugänglich macht, sowie die Verpflichtung der Unternehmen, Qualität und Würde der Arbeit als Erfolgsindikatoren zu berücksichtigen.

Die menschliche Freiheit schützen

Die digitale Revolution birgt Risiken im Zusammenhang für die psychische Gesundheit des Einzelnen als auch umfassendere gesellschaftliche Herausforderungen. Eine Form ist die Abhängigkeit, die mit der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie verbunden ist, wo Plattformen und Dienste darauf ausgelegt sind, die Zeit und Aufmerksamkeit der Nutzer zu binden, indem sie deren Schwachstellen ausnutzen. Ein weiteres Risiko ist die soziale Kontrolle, die ermöglicht wird durch die massive Datenerhebung und den Einsatz algorithmischer Systeme mit der Fähigkeit, Profile zu erstellen und Verhalten vorherzusehen und zu beeinflussen. Die Wurzel dieser Probleme liegt in einer posthumanistischen Mentalität, die den Menschen als manipulierbares Objekt betrachtet und keine Schutzmechanismen gegen ungezügeltes Profitstreben vorsieht.

Mit der digitalen Wirtschaft gehen auch verschiedene neue Formen der Knechtschaft einher. Sie funktioniert zum Beispiel nur, weil Millionen von Menschen zu einem Hungerlohn in unsichtbaren Arbeitsbereichen arbeiten, zum Beispiel Daten kennzeichnen, Modelle trainieren, und Inhalte moderieren. In manchen Regionen arbeiten Kinder und Jugendliche unter gefährlichen Bedingungen, extrahieren zum Beispiel Seltenerdmetalle für Mikroprozessoren. Darüber hinaus nutzen kriminelle Netzwerke Onlineplattformen, um Opfer für den Menschenhandel zu gewinnen, zu kontrollieren und zu transportieren.

Auch der Kolonialismus hat durch den Einsatz digitaler Technologien neue Formen angenommen und sich Daten angeeignet, die zur Herrschaftsausübung genutzt werden können. So können beispielsweise diejenigen, die die Gesundheitsdaten ganzer Bevölkerungen kontrollieren – die oft unter dem Vorwand von Hilfe, Forschung oder Innovation erhoben werden –, Märkte gestalten und entscheiden, wem Medikamente, Investitionen und Schutzmaßnahmen zugutekommen.

Um angesichts dieser Herausforderungen – der Suche nach Wahrheit im öffentlichen Leben, der Bildung im digitalen Umfeld, des Wandels der Arbeitswelt und neuer Formen der Sklaverei – unsere Menschlichkeit zu bewahren, ruft die Soziallehre der Kirche eine gemeinsame Verantwortung auf. „Sie fordert, dass diese Prozesse mit Weitsicht gesteuert werden: durch Institutionen, die in der Lage sind, zu regulieren, ohne zu ersticken, und zu schützen, ohne sich an die Stelle anderer zu setzen; durch Unternehmen, die Arbeit und Würde als Kriterien für den Erfolg anerkennen; durch intermediäre Körperschaften und Bildungsgemeinschaften, die Vertrauen und Beziehungen wiederaufbauen; und durch Bürger, die Verantwortung, Besonnenheit, Urteilsvermögen und einen Sinn für die Wahrheit pflegen. Nur so kann Innovation wirklich zu einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung werden und nicht zu einem Faktor der Ausgrenzung und der Herrschaft.“

Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe

Cher Gilmore ist langjährige Mitarbeiterin von Share International und lebt in Los Angeles, USA.


Interview mit Abby Maxman – Teil zwei

Abby Maxman ist Präsidentin und Geschäftsführerin von Oxfam America. Ihre Arbeit hat sie in mehr als 70 Länder geführt und umfasst entscheidende globale Herausforderungen – von der Zeit der Apartheid in Südafrika über die HIV/AIDS- und Ebola-Epidemien in Subsahara-Afrika bis hin zur chronischen Ernährungsunsicherheit in Äthiopien. Sie war an Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Völkermord in Ruanda beteiligt und hat groß angelegte humanitäre Einsätze in Haiti und Äthiopien geleitet. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, Geschlechter- und Klimagerechtigkeit voranzutreiben, Ungleichheit zu bekämpfen und die ambitionierte Strategie 2030 von Oxfam America voranzutreiben.

McNair Ezzard hat sie für Share International interviewt.

Share International: Abgesehen von Gaza: Was sind Ihrer Meinung nach derzeit einige der kritischsten Krisenherde weltweit, was Hunger und Armut angeht?

Abby Maxman: Einige dieser Krisenherde sind dort, wo Konflikte, Klima und andere Faktoren zusammenkommen. Der verheerende Ebola-Ausbruch, der seinen Ursprung in der Demokratischen Republik Kongo hat und sich nun weiter ausbreitet, ist eine Krise, die wir genau beobachten und auf die wir gemeinsam mit unseren Partnern reagieren. Unser Fokus liegt insbesondere auf Wasser und Sanitärversorgung, Gesundheit auf Gemeindeebene und vielem mehr – diese Arbeit ist von entscheidender Bedeutung, um Leben zu retten, Vertrauen bei den Gemeinden aufzubauen und die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. Da es noch keinen Impfstoff gibt, ist dies wirklich eine der besten Möglichkeiten, die uns zur Bewältigung der Krise zur Verfügung stehen.

Set für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (Foto: Oxfam)


Vor einem Jahr war ich dort. Das war eine Woche, nachdem Präsident Trump die Außenminister der Demokratischen Republik Kongo und Ruandas im Oval Office empfangen hatte, um ein Friedensabkommen zu unterzeichnen. Fantastisch. Das begrüßen wir alle. Ich habe mich dort mit diesem Außenminister getroffen. Wir alle wissen, dass Frieden der Weg zu Entwicklung und Eigenständigkeit für die Menschen ist. Die Menschen wollen Frieden. Niemand will von Hilfe abhängig sein. Einerseits gab es die Unterzeichnung eines Papiers im Oval Office, andererseits aber die Streichung von Hilfsgeldern, die den Menschen in ihrer Not geholfen hätten. Das untergräbt die Perspektiven, die die Regierung nach eigener Aussage anstrebt. Wir würden uns sehr freuen, ein Friedensabkommen zu feiern, das Bestand hat. Aber dafür muss man in die Menschen und ihre Entwicklung, ihre Würde und Sicherheit investieren.
Die Folgen davon sehen wir jetzt beim Ebola-Ausbruch – das kostet Menschenleben. Siebzig Prozent der humanitären Hilfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurde über Nacht eingestellt, was zu chaotischen Zuständen geführt hat. Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Ebola wurden aufgrund von Kürzungen der Hilfsgelder seitens der USA und anderer Länder verzögert und behindert – mit tödlichen Folgen.
Man hört immer noch vom Konflikt im Sudan. Und jenseits der Grenzen im Südsudan verursacht die Kombination von Konflikt, Klimaschocks, wirtschaftlicher Instabilität und die Vertreibung von Menschen eine verheerende Gemengelage aus Leid für diese Familien ohne ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln. Diese Risiken beobachten wir im Südsudan und in Somalia.
Ich weiß, dass das für manche Menschen entmutigend wirken kann. Warum bekommen wir das Problem nicht in den Griff? Wir wissen, dass humanitäre Hilfe allein nie als dauerhafte Lösung für Armut und Ungleichheit gedacht war. Aber die Arbeit im Rahmen eines prinzipientreuen humanitären Handelns – Leben zu retten und anschließend in die Zukunft der Menschen zu investieren, ihnen zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen und den Wiederaufbau voranzutreiben – ist Teil dessen, wie Entwicklung zustande kommt. Über Jahrzehnte hinweg haben wir tatsächlich Fortschritte gesehen, bis auf die letzten Jahre. Wir müssen weiterhin präsent sein und alles in unserer Macht Stehende tun, um zu reagieren, und unsere politischen Entscheidungsträger dazu drängen, ihnen klarzumachen, dass uns das Leben dieser Menschen am Herzen liegt – und dass wir wissen, dass sie die Macht haben, etwas zu verändern.

Salama Taga leitet eine Jugendorganisation in Rwampara in der Provinz Ituri und trägt dazu bei, das Bewusstsein für Ebola zu schärfen (Foto: Azaria Muhongya, Oxfam)

SI: Zeugt es von einer gewissen Ignoranz, zu fragen, wo die Vereinten Nationen bei all dem bleiben?

AM: Nein, überhaupt nicht. Die Vereinten Nationen sind ein wichtiger Teil des Ökosystems. Die UNO wird von den Mitgliedstaaten finanziert. Die US-Regierung hat verschiedenen Organisationen die Mittel entzogen, einschließlich der UNO. Sie hat der UNO zwar Gelder zugesagt, jedoch an Bedingungen geknüpft, die ihrer politischen Agenda dienen.
Wir alle haben über Jahrzehnte hinweg daran gearbeitet, wichtige, grundlegende Ansätze für die Koordinierung humanitärer Hilfe, Friedensförderung und Entwicklungsarbeit in Ländern zu etablieren, die sich in einer Krise befinden oder Hilfe benötigen. Derzeit befinden wir uns alle in einer ähnlichen Situation: Das bisherige Ökosystem, in dem wir Hilfe, Entwicklungsarbeit und Unterstützung geleistet haben, wurde auf den Kopf gestellt. Die chaotische Art und Weise, in der die Hilfsstrukturen abgebaut wurden, hat alle dazu gezwungen, neue Wege zu finden. Bei Oxfam stehen wir unter enormem Druck, was die Finanzierung, unsere Aktivitäten und unsere Arbeit angeht. Wir sind nun gezwungen, unmögliche Entscheidungen darüber zu treffen, wer Hilfe erhält und wer nicht.

SI: Es gibt eine Reihe von Themenbereichen, mit denen sich Oxfam beschäftigt, darunter wirtschaftliche Gerechtigkeit und Gerechtigkeit in Bezug auf ethnische Zugehörigkeit, die Förderung eines gerechten Steuerssystems, die Aufklärung der Bevölkerung darüber, was Oligarchie bedeutet, die Klimakrise, Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Warum ist es für Oxfam wichtig, sich auf diese Bereiche zu konzentrieren?

AM: Wir blicken auf eine mehr als achtzigjährige Geschichte zurück. Wir sind stolz darauf, eine auf Erkenntnissen, Forschung und Lernen basierende Organisation zu sein. Bis zur Einführung unserer aktuellen Strategie lag unser Schwerpunkt auf Armut und Hunger. Diese Themen sind nach wie vor aktuell, doch wir haben gezielt den Bereich Ungleichheit hinzugenommen. Wir bekämpfen Ungleichheit, um Armut und Ungerechtigkeit zu beenden. Das eine lässt sich nicht ohne das andere erreichen. Zunehmende Ungleichheit, Einkommensungleichheit, Fragen der Geschlechter- und der Klimagerechtigkeit sind alle miteinander verflochten.
Wir befassen uns mit Rechten und Würde sowie den humanitären Auswirkungen und wissen, dass ein unmittelbarer Zusammenhang mit der zunehmenden Ungleichheit in der Politik und gerechten Steuersystemen besteht. Im Laufe der Jahre haben wir beobachtet, wie die Politik von den Superreichen vereinnahmt wurde, sodass Entscheidungen getroffen werden, die den Reichen Steuererleichterungen gewähren, während den Armen und Randgruppen weltweit die grundlegende soziale Infrastruktur abgebaut wird. Deshalb verfolgen wir einen systemischen Ansatz zur Bekämpfung von Ungleichheit und Armut und helfen den Menschen gleichzeitig in ihrer konkreten Lebenssituation. Dieser duale Ansatz, der sowohl die Ursachen als auch die Folgen berücksichtigt, ist grundlegend für das, was wir tun und wie wir unsere Arbeit gestalten. Wir liefern Forschungsergebnisse und veröffentlichen Berichte, um auf Entscheidungsträger in der globalen Politik und Regierungen auf der ganzen Welt einzuwirken.
Für uns ist die US-Regierung wichtig. Ein Teil unserer Arbeit in 75 Ländern weltweit umfasst jedoch auch die Zusammenarbeit mit Regierungen im globalen Norden und Süden, wo wir Einfluss auf die Politik und auf eine gerechte Steuerpolitik nehmen können. Wir haben festgestellt, dass niemand der Meinung ist, die Superreichen sollten weniger Steuern zahlen als ein normaler Arbeitnehmer. Die Finanzierung des Staates, damit dieser grundlegende Dienstleistungen für seine Bevölkerung erbringen kann, ist von grundlegender Bedeutung für Wohlstand, Entwicklung und eine gerechtere Welt.

SI: Angesichts all dessen, was derzeit in der Welt, in Gaza und in Afrika geschieht, angesichts des Hungers und der Armut auf der ganzen Welt – glauben Sie daran, dass die Menschheit in der Lage ist, das Problem des Hungers und der Armut zu lösen?

AM: Wissen Sie, ich bin Optimistin. Ich mache diese Arbeit nun schon seit fast 40 Jahren – nicht, weil ich blind daran glaube, sondern weil ich gesehen habe, wie sie den Menschen hilft. Ich habe die Widerstandsfähigkeit von Frauen, Familien und Gemeinschaften erlebt, die schreckliche Zeiten und unaussprechliche Tragödien durchleben und dennoch großzügig sind und andere Menschen in ihre Familien aufnehmen. Sie helfen anderen Menschen und überstehen diese Zeiten; sie wollen ihr Leben wieder aufbauen und vorankommen.
Ich weiß, dass Veränderung möglich ist. Ich weiß, dass unsere Arbeit – von der lokalen bis zur globalen Ebene – wirklich etwas bewirken kann. Wir tragen die Verantwortung, für das zu kämpfen, was wir für richtig halten und von dem wir wissen und glauben, in unsere gemeinsame Menschlichkeit zu investieren und in Gemeinschaften, die etwas Besseres verdienen.
Wir wollen eine bessere Welt schaffen können. Ich glaube daran und weiß, dass es möglich ist. Ich weiß, dass es sehr viele Menschen gibt, die nicht damit einverstanden sind, was gerade geschieht, womit die Trump-Regierung beschäftigt ist – wie zum Beispiel den Abbau der US-Auslandshilfe und die Zerstörung langjähriger Beziehungen. Aber ich denke, wir können eine Welle des Widerstands auslösen, die das Blatt wendet. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen und müssen weitermachen. Wir müssen uns engagieren, unsere Stimme erheben und all die Macht, Ressourcen und den Einfluss nutzen, die wir haben.

SI: Was nehmen Sie persönlich aus Ihrem Engagement bei Oxfam und aus Ihrer langjährigen Erfahrung mit?

AM: Ich empfinde es als großen Segen, diese Organisation zu leiten. Es ist so erfüllend, jeden Tag aufzustehen, sich mit einigen der komplexesten Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen und zu versuchen, Menschen zu helfen. Als ich im Osten der Demokratischen Republik Kongo war, traf ich eine 24-jährige Frau namens Francine – eine unglaublich starke Frau. Sie war gerade gewaltsam aus einem Flüchtlingslager vertrieben worden. Ihr ganzes Leben lang kannte sie nichts anderes als Vertreibung, Flucht und Konflikt. Sie war in ihr Dorf zurückgekehrt, das als unsicher galt. Es war geplündert worden. Dort waren Nachbarn von ihr getötet worden. Sie wollte nicht auf Hilfe angewiesen sein. Sie wollte das Schicksal anderer junger Frauen vermeiden, die das Gefühl hatten, keine andere Wahl zu haben, als sich sexuell zu verkaufen, um ihre Familien ernähren zu können. Sie wollte einfach ein neues Leben beginnen, ein kleines Geschäft aufbauen, um den Menschen in ihrer Gemeinde Lebensmittel und Vorräte verkaufen zu können. Sie wollte ein Leben in Würde und Sicherheit beginnen.
Ich weiß, dass es Menschen gibt, die Dinge überstehen, von denen ich mir nicht einmal vorstellen kann, sie überleben zu können – die jeden Tag aufstehen und das Beste für sich selbst, ihre Familien und ihre Gemeinschaften erreichen wollen. Ich empfinde eine Verpflichtung, da ich im reichsten Land der Welt lebe und die Möglichkeit habe, Gutes und das Richtige zu tun – und das Richtige zu tun bedeutet so viel. Das ist eine sehr bereichernde Gelegenheit, die mir geboten wurde.

Abby Maxam schreibt für Share International und lebt in Denver, USA.


Charlie Chaplins Film Der große Diktator (1940) ist zugleich eine Komödie und eine bittere Anklage gegen den Faschismus. Die Hauptfigur ist ein bescheidener Friseur, der aufgrund einer äußerlichen Ähnlichkeit und einer Verwechslung gezwungen ist, sich als der Diktator aus dem Filmtitel auszugeben. In der Schlussszene wird er gebeten, über das Radio zum Volk zu sprechen. Der darauf folgende Monolog dürfte zu den inspirierendsten und bewegendsten Reden in der Filmgeschichte gehören. Wegen seiner besonderen Aktualität für unsere Zeit geben wir die Rede hier (in gekürzter Fassung) wieder.

Es tut mir leid … Ich will kein Herrscher der Welt sein. Das ist nicht meine Sache. Ich will niemanden beherrschen. Niemanden erobern. Ich möchte allen helfen, wenn ich kann. Juden, Nichtjuden, Farbigen, Weißen.
Wir alle … wir alle wollen einander helfen. So sind wir Menschen. Wir wollen am Glück des anderen teilhaben, nicht am Unglück. Wir wollen nicht hassen. Wir wollen nicht verachten.
Auf dieser Welt ist Platz genug für alle, und Mutter Erde ist reich und kann für alle sorgen. Das Leben könnte frei sein … und schön. Doch wir haben den Weg verloren.
Die Gier hat die Seelen der Menschen vergiftet – sie hat die Welt mit Hass verbarrikadiert; hat uns im Stechschritt ins Elend und ins Blutvergießen getrieben.
Wir haben die Geschwindigkeit gewonnen, aber innerlich sind wir stehen geblieben. Maschinen, die Überfluss schaffen, haben uns in Not zurückgelassen. Unser Wissen hat uns zynisch gemacht, unsere Klugheit hart und unfreundlich.
Wir denken zu viel … und fühlen zu wenig.
Mehr als Maschinen brauchen wir Menschlichkeit; mehr als Klugheit brauchen wir Freundlichkeit und Sanftmut.
Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.
Das Flugzeug … das Radio … sie haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen schreien nach dem Guten im Menschen. Sie schreien nach universaler Brüderlichkeit, nach der Einheit aller Menschen.
Schon jetzt … erreicht meine Stimme Millionen. Millionen verzweifelter Männer, Frauen und kleiner Kinder. Opfer eines Systems, das Menschen dazu bringt, Unschuldige zu foltern und einzusperren.
An alle, die mich hören: Verzweifelt nicht!

Charlie Chaplin am Ende des Films „Der große Diktator“ (1940) (Foto: public domain, Wikimedia Commons)

Das Elend, das uns jetzt bedrückt, ist nur vorübergehend. Es ist die Frucht der Gier. Die Bitterkeit derer, die den Weg des Fortschritts fürchten.
Der Hass wird vergehen. Diktatoren werden sterben. Und die Macht, die sie dem Volk nahmen, wird zum Volk zurückkehren.
Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.
Soldaten! Vertraut euch nicht den Barbaren an, den Männern, die euch verachten, euch versklaven, euch sagen, was ihr tun, denken, fühlen sollt! Die euch drillen, euch wie Vieh behandeln, euch als Kanonenfutter benutzen.
Unterwerft euch nicht diesen Unmenschen, diesen Maschinenmenschen mit Maschinenköpfen und Maschinenherzen!
Ihr seid keine Maschinen! Ihr seid kein Vieh! Ihr seid Menschen!
Ihr tragt die Liebe zur Menschlichkeit in euren Herzen! Ihr hasst nicht! Nur wer nicht geliebt wird, hasst, nur wer nicht geliebt wird …
Soldaten! Kämpft nicht für Sklaverei. Kämpft für Freiheit!
Im 17. Kapitel des Lukas-Evangeliums steht: Gott wohnt in jedem Menschen. Nicht in einem Menschen … nicht in einer Gruppe …In allen Menschen! In euch!
Ihr, das Volk, habt die Macht. Die Macht, Maschinen zu erschaffen. Die Macht, Glück zu erschaffen. Die Macht, dieses Leben frei und schön zu gestalten. Zu einem wunderbaren Abenteuer.
Dann, im Namen der Demokratie, lasst uns diese Macht nutzen. Lasst uns vereinen. Lasst uns kämpfen für eine neue Welt. Eine anständige Welt, die den Menschen Arbeit gibt, der Jugend eine Zukunft, den Älteren Sicherheit.
Versprochen haben die Unmenschen das auch, so sind sie an die Macht gekommen. Aber sie lügen. Sie erfüllen dieses Versprechen nicht. Sie werden es niemals erfüllen.
Diktatoren befreien sich selbst. Doch sie versklaven das Volk.
Lasst uns kämpfen, um dieses Versprechen einzulösen! Lasst uns kämpfen, um die Welt zu befreien! Lasst uns Grenzen niederreißen! Lasst uns die Gier, den Hass, die Intoleranz überwinden!
Lasst uns kämpfen für eine Welt der Vernunft. Eine Welt, in der Wissenschaft und Fortschritt zum Glück aller Menschen führen.
Kameraden, im Namen der Demokratie: Dafür lasst uns gemeinsam streiten!
[…] Blickt auf! Die Wolken zerstreuen sich. Die Sonne bricht durch! Wir kommen aus der Finsternis in das Licht! Wir kommen in eine neue Welt – in eine freundlichere Welt, wo die Menschen sich über ihre Gier, ihren Hass und ihre Brutalität erheben. Blickt auf! Die Seele des Menschen hat Flügel bekommen, und nun endlich beginnt er zu fliegen! Er fliegt in den Regenbogen, in das Licht der Hoffnung. Blickt auf! Blick auf!

Benjamin Creme antwortet auf eine Frage zur Inspirationsquelle von Charlie Chaplins Rede:
F. Vor Kurzem habe ich mir wieder den wunderbaren Schlussmonolog aus Charlie Chaplins Film Der große Diktator aus dem Jahr 1940 angehört – sehr inspirierend und bewegend; er scheint heute noch genauso gültig zu sein wie damals; es ist eine Absage an Krieg und Ausgrenzung und gibt einen hoffnungsvollen Ausblick auf eine neue, friedliche Welt. Wurde dieser Monolog unter der Inspiration eines Meisters geschrieben? Wenn ja, von welchem Meister?
A. Nein. Charlie Chaplins wurde von seiner eigenen Seele dazu inspiriert.


von Benjamin Creme

Bearbeitete Fassung der Antworten von Benjamin Creme auf Fragen, die ihm 1995 bei den Transmissionsmeditationstagungen in den USA und den Niederlanden gestellt wurden.

Viele Menschen heute können die moderne Welt eigentlich nicht tolerieren. Alles, was geschieht – politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, wissenschaftlich, kulturell –, ist ihnen zuwider. Sie sehnen sich entweder nach einer fernen Vergangenheit zurück oder nach einer bis jetzt noch nicht Wirklichkeit gewordenen Zukunft. Sie leben nicht in der Gegenwart. Ihre Veränderungsvorstellungen gehen dahin, alles Vorhandene zu beseitigen und eine völlig neue Welt zu schaffen. Aus eben diesem Grund, weil sie die Neigung haben, die Welt so zu sehen, üben die New-Age-Gruppen eine solche Anziehung auf sie aus. […]

Und aus diesen und anderen Gründen, so Benjamin Creme, würden viele Menschen die Welt, wie sie ist, nur zu gerne loswerden. Sie würden es begrüßen, wenn der größte Teil der alten und der heutigen Welt hinweggefegt würde, sodass ihnen die Welt und ihre Ressourcen zur Verfügung stünden, sobald sie von der „Entrückung“ zurückkehren.

Das neue Zeitalter wird nicht so sein. Wenn wir alles auf der Welt beseitigen würden, würden wir 18,5 Millionen Jahre Evolution beseitigen. Welchen Sinn sollte das haben? Die Vergangenheit hat uns ein gewaltiges Erbe hinterlassen, und wir würden unermesslich viel verlieren, würden wir es ausschlagen. Maitreya nennt es „die Schätze der Vergangenheit“. „Um uns die Schätze der Vergangenheit zu sichern und zu den Wundern der Zukunft zu inspirieren“: Nicht alles ist heute falsch, schlecht oder grundsätzlich unvereinbar mit Bedürfnissen der Zukunft – im Gegenteil: Unsere Bildungssysteme sind zwar unzulänglich, aber immerhin können Millionen Kinder zur Schule gehen.

Meister D.K. schreibt (durch Alice Bailey), dass ein durchschnittlich gebildetes Kind im Alter von 14 Jahren heute über ein Bewusstsein verfügt, das dem eines Gelehrten des Mittelalters entspricht. Ein Gelehrter hatte damals sozusagen den akademischen Doktorgrad. Er konnte Lateinisch und Griechisch sprechen, philosophische Lehren auslegen und wahrscheinlich auch alle möglichen alchimistischen und sogenannte wissenschaftliche Experimente durchführen. Ein Gelehrter im Mittelalter hatte also das Bewusstsein eines gebildeten 14-Jährigen von heute. Das ist ein phänomenaler Fortschritt.

Wollen wir also das ganze Bildungswesen ablegen, alles wegwerfen, sodass wir keine Bücher, keine Lehrer, kein Wissen und keine Weisheit aus dem Erbe der Vergangenheit mehr haben? Wollen wir alle wissenschaftlichen Laboratorien der Welt beseitigen? Wird es in Zukunft keine Technologien, keine Transportsysteme mehr geben? Selbstverständlich wird es das geben. Für die Dinge, die wir haben, gibt es einen enormen Bedarf auf der Welt. Doch wir übertreiben. Wir haben von denselben Dingen zu viel – oder besser gesagt: einige von uns.

Die Schätze der Vergangenheit sind immer von Nutzen. Die großen Universitäten, die großen Bibliotheken muss es ganz sicher weiterhin geben. Um wie vieles wäre die Welt heute reicher, wenn die Bibliothek von Alexandria nicht zerstört worden wäre? Können Sie sich vorstellen, welche Lehren, welches überlieferte esoterische Wissen, welche philosophischen Kenntnisse, wahrscheinlich auch zusammen mit einer Menge Unsinn, in dieser Bibliothek standen, die heute alle für die Welt verloren sind? Wäre heute die Vatikanische Bibliothek öffentlich zugänglich: Sie würden staunen, was für Lehren da zum Vorschein kämen. Was haben sie im Vatikan zu suchen? Warum stehen sie nicht der Menschheit zur Verfügung? Wir brauchen die Vergangenheit. Wir kommen nicht aus dem Nichts. Unsere gegenwärtigen Inkarnationen mit ihren Strahlenstrukturen, Ideen, Hoffnungen und Ängsten haben sich aus unserer Vergangenheit ergeben. Es gibt niemanden ohne Vergangenheit. Fast jeder hat eine Vergangenheit, die so lange her, so fern ist, dass er sich an sie nicht einmal mehr erinnern kann. Deshalb glauben wir nicht, dass sie einmal existierte.

Die Bibliothek von Alexandria, Stich, 1890 (Bild: Wikimedia Commons)

Wir müssen unsere vorhandenen Schätze bewahren – die besten Aspekte des heutigen Lebens, das, was wir aufgebaut haben, wie zum Beispiel unseren Bildungsprozess (nicht die aktuellen Bildungsideen, sondern den Bildungsprozess selbst), Verkehrssysteme, Kommunikationssysteme wie Radio und Fernsehen, die jedoch so weit weiterentwickelt sind, dass man sie kaum noch ihrer ursprünglichen Erfindung zuschreiben kann. Alles geht aus etwas hervor. Vor der Elektrizität hatten wir Gas, vor dem Gas Kerzen, vor den Kerzen Binsenlichter, und das Feuer mussten wir immerzu erhalten, weil wir sonst kein Licht gehabt hätten. Auf die Elektrizität wird eine andere Energieform folgen, die Energie von der Sonne direkt nutzt. Wir werden alle so viel Energie bekommen, wie wir brauchen. Das ist allerdings nur auf der Grundlage dessen, was wir bereits haben, möglich. Eine Technologie geht auf eine andere Technologie zurück, die wiederum aus einer anderen hervorging. Wissenschaft ist Wissen. Man wirft nicht das Wissen, das man hat, weg, solange man nicht zu etwas Neuem gelangt ist.

Wir werden die Kraft der psychischen Energie verstehen lernen, die in jedem Menschen steckt. Nehmen Sie eines der Fotos von Maitreya in Nairobi. Noch in der Sekunde bevor es gemacht wurde, war er nicht da. Und auf einmal ist er da. Das ist ein Wunder. Dann verschwindet er wieder – wieder ein Wunder. Doch all das ist kein einmaliges Wunder, sondern eine Eigenschaft, eine Fähigkeit, die vollkommen im Rahmen der Gesetze des Lebens und für viele sichtbar ist. Wenn wir nach Australien möchten, werden wir uns einfach dorthin denken – und auch wieder zurück. Wir werden auf diese fantastische Weise um die Welt reisen und Zeit und Energie sparen.

In einem Zimmer eines Anhängers im Sai-Baba-Ashram in Puttaparthi, Indien, ist auf einem großen Foto von Sai Baba Vibhuti zu sehen. Aufgenommen und eingesandt von P. L., Großbritannien.
(Benjamin Cremes Meister bestätigte, dass dieses Wunder von Sai Baba manifestiert wurde.)

Wir haben einen großen, schweren Koffer und wollen ihn von A nach B bringen. Wir heben einfach die Schwerkraft auf, und schon können wir ihn wie einen Ball hüpfen lassen. Alles auf der Welt Vorstellbare ist auch möglich. Wir werden solche Fähigkeiten demonstrieren. Das sind göttliche Kräfte, nicht Tricks. Wenn Sai Baba Vibhuti [heilige Asche] manifestiert, einen Ring oder einen Armreif macht, dann ist das kein Trick. Wer nicht glaubt, dass im Menschen solche Fähigkeiten liegen, sagt, das sei ein Trick. Aber Sai Baba tut das, weil er die göttlichen Kräfte demonstriert. Seine Göttlichkeit unterscheidet sich nicht von der Ihren oder meinen, wir haben alle dieselben Kräfte. Sie sind in jedem Menschen latent vorhanden, und jeder wird sie eines Tages offenbaren.

Unsere Lebensqualität wird von unserer Anpassungsfähigkeit an die Notwendigkeit des Wandels und von der Richtung abhängen, die dieser Wandel nimmt. Unser Verständnis von Wissenschaft wird sich erweitern. Beispielsweise ist Wissenschaft ohne Religion nicht möglich. Mit Religion meine ich nicht eine Reihe von Glaubenssätzen, sondern ein Verständnis von den Gesetzen des Lebens und der Liebe. Das ist Religion. Aber das lehren die Kirchen nicht, weil sie es nicht verstehen. Sie meinen, Religion habe mit Glauben zu tun. Doch Religion ist die Wissenschaft vom menschlichen Geist. Wissenschaft bedeutet, zu wissen – und das Wissen über die Eigenschaften des göttlichen Lebens im Menschen bringt das hervor, was wir Wissenschaft und Religion nennen. Sie sind ein und dasselbe.

Die neue Wissenschaft wird sich auf einem religiösen Verständnis von den Gesetzen des Lebens und der Liebe stützen, und die neue Religion wird auf dem beruhen, was wir eher exoterisch Wissenschaft nennen würden. Die Trennung zwischen Religion und Wissenschaft ist künstlich und wurde tatsächlich von den Religionsgemeinschaften herbeigeführt, da die sich weiter entwickelnde Wissenschaft die Gültigkeit der religiösen Weltanschauung infrage zu stellen schien. Doch die Wissenschaft stellt die Religion nur insofern infrage, als diese sich auf Glauben gründet. Die Religion sollte jedoch nicht auf Glauben beruhen, sondern auf der Kenntnis der Gesetze des Lebens und der Liebe. In der Wissenschaft sollte es um die Anwendung der Gesetze des Lebens und der Liebe gehen. Religion und Wissenschaft zusammenfinden, werden die Wunder der Zukunft beginnen.

Benjamin Creme (1922–2016) war Gründungsherausgeber der Zeitschrift Share International, Künstler und langjähriger Esoteriker. Sein telepathischer Kontakt zu einem Meister der Weisheit ermöglichte es ihm, aktuelle Informationen über die Ankunft des Christus zu erhalten und die Lehren der zeitlosen Weisheit weiterzuentwickeln. 


Bei jedem seiner weltweit gehaltenen Vorträge, und praktisch an jedem Tag seines Lebens wurden Benjamin Creme zahlreiche Fragen zu einer Vielzahl von Themen gestellt. Wir präsentieren hier eine Auswahl an Antworten, die Benjamin Creme und sein Meister im Laufe der Jahre gegeben haben und die für unsere Zeit allgemein von Bedeutung sind.

F. Könnten Sie bitte etwas über das Wesen der Liebe und des Bewusstseins sagen?
A. Ich spreche über manifestierte Liebe. Liebe ist nicht etwas, das uns ein herrliches Gefühl be-schert, bei dem wir unsere Hände aufs Herz legen und sagen: ,,Ich bin so voller Liebe. Oh, ich liebe meine Frau, meine Kinder und Großeltern und die Menschen in meiner Gemeinde. Aber diese Muslime kann ich nicht leiden. Ich verabscheue sie. Sie stecken hinter dem 11. September, da bin ich ganz sicher. Ich hasse sie.“ Das ist das, was wir unter Liebe verstehen. Das hat aber mit Liebe nichts zu tun. Liebe ist Handeln. Sie ist die Fähigkeit, den Bedürfnissen der Menschheit entsprechend zu handeln. Sie müssen lernen, die Welt zu lieben. Sich selbst zu lieben, ist einfach. Seine Frau und seine Kinder zu lieben, ist leicht, die eigene Gemeinde, das eigene Land zu lieben (für Amerika wird es langsam schwieriger), ist noch relativ einfach. Zu lernen, die Welt als Ganzes zu lieben, alle Menschen als eins zu empfinden und jeden mit seinem Recht auf das, was die Welt zu bieten hat, zu achten, das ist Liebe. Tätige Liebe ist das, was zählt.
(Share International, Oktober 2004)

F. Wie schaffen wir Frieden?
A. Die Menschheit muss vor allen Dingen Frieden schaffen. Ohne Frieden kann es keine Zukunft geben, weil wir die nukleare Kapazität besitzen, die Welt und alles Leben, das menschliche, das tierische und pflanzliche gleichermaßen zu zerstören. Wie schaffen wir Frieden? Das ist die entscheidende Frage. Gewiss nicht mit den Methoden wie sie die amerikanische und britische Regierung in letzter Zeit anwenden, wenn sie ein Land nach dem anderen angreifen. Das wird der Welt sicher keinen Frieden bringen. Es wird nicht einmal den Terrorismus in der Welt beenden. Der Terrorismus wird nicht aufhören, solange die Welt sich nicht geändert hat. Das Einzige, was zum Frieden führen und das Ende des Terrorismus bewirken kann, ist, eine gerechte Welt zu schaffen.
(Benjamin Creme, Der Lehrer der Menschheit)

F. (1) Wie könnte man der Medizinwissenschaft verständlich machen, dass Atomkraftwerke grundsätzlich gefährlich und hochgiftig sind, auch wenn es nicht zu Unfällen und Katastrophen kommt? (2) Könnte eine Weiterentwicklung der Kirlianfotografie überzeugende Beweise liefern? (3) Wenn nicht, welche wissenschaftliche Methode könnte dann möglichst schnell die tatsächliche Umweltschädlichkeit der Kernenergie beweisen?
A. (1) Wenn das möglich wäre, hätte ich „Wissenschaftler“ hören nur auf ihresgleichen, die leider dieselbe Sorte Scheuklappen tragen. (2) Nein. (3) Die Erfahrung von Katastrophen wie die in Fukushima, Tschernobyl und anderswo.
(Share International, Juli/August 2011)

F. Die Hierarchie rät, alle Atomkraftwerke so bald wie möglich abzuschalten. (1) Wissenschaftler sagen, die Atomenergie sei sauberer als Energie auf Kohlenstoffbasis. (2) Es gibt keine wirklich effizienten Alternativen. (3) Es ist so viel Geld in die Atomindustrie investiert worden, dass es praktisch unmöglich ist, dass unsere Wirtschaft daraus aussteigen könnte. Könnten Sie dieses Thema bitte kommentieren?
A. (1) Hinsichtlich des Kohlenstoffs, ja – aber nicht hinsichtlich der Zerstörungskraft. (2) Die Alternative ist Energiegewinnung durch Kernfusion – nicht durch Kernspaltung. Sie ist sauber, verursacht keinen Abfall und erfordert Meister Djwhal Khul zufolge (dem Urheber der Alice-Bailey-Lehren) nur ein einfaches und weltweit jedem zugängliches Wasserisotop, um unseren gesamten Energiebedarf zu decken. Es gibt verschiedene Formeln für den Fusionsprozess, von denen einige bereits von Branchen der Ölindustrie aufgekauft wurden, um ihre Domäne zu sichern. (3) Das trifft auf höherentwickelte Industrienationen zu, aber nicht auf die ganze Welt. Wir brauchen keine Atomkraftwerke, die auf dem Spaltungsprozess beruhen. Sie sind veraltet und äußerst gefährlich.
(Share International, Juli/August 2011)

F. Könnte Ihr Meister bitte sagen, wie der Energiebedarf der Welt kurz- bis mittelfristig gedeckt werden kann, falls die Welt dem Rat der Hierarchie folgt, die Atomenergie nicht weiter zu nutzen?
A. Durch den Prozess der kalten Fusion.
(Share International, Juli/August 2011)

F. Wenn die gesamten politischen Institutionen noch von der Haltung des Fischezeitalters ge-prägt und sehr korrupt sind, wie ich meine, kommt es dann überhaupt noch darauf an, wer zum US-Präsidenten gewählt wird?
A. Mir scheint das eine sehr oberflächliche Sicht der heutigen politischen Situation der USA zu sein. Sie war noch nie so polarisiert wie heute, und es war noch nie so wichtig für die Welt, dass das amerikanische Volk am 2. November die richtige Wahl trifft. Auch wenn es Republikaner gibt, die aus lauter Abscheu vor den Lügen und der Korruption der gegenwärtigen Regierung demokratisch wählen werden, und Demokraten (vor allem im Süden), die sehr konservativ (und von der ,,Fischequalität“ durchdrungen) sind und für Bush stimmen werden, sind die Unterschiede in der Zielsetzung dieser beider Parteien noch nie so klar gewesen wie jetzt. Die eine scheint um jeden Preis wie illegal und ungerechtfertigt auch immer auf Konfrontation und Krieg versessen zu sein; die andere ist stabiler, ist willens, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, und hat weniger grandiose Pläne für eine ,,Pax Americana“ und eine US-Vorherrschaft in der Welt. Ich würde sagen. dass beide Parteien sich in ihrem Ansatz zu 45 Prozent voneinander unterscheiden.
(Share International, Oktober 2004)

F. Wenn die US-Regierung für die Energie des Bösen empfänglich ist, (1) ist sie sich dessen auch bewusst? (2) Verfolgt sie diesen Weg willentlich? (3) Ist sie ihren Verblendungen erlegen?
A.(1) Nein. (2) Ja, (3) Ja.
(Share International, Oktober 2004)

F. (1) Auf welche Weise werden die Männer, die sich auf der „echten“ Achse des Bösen bewegen, beeinflusst? Handelt es sich dabei um Besessenheit, Medialität oder Ähnliches? (2) Soweit ich es verstanden habe, war Hitler besessen. Gilt das auch für irgendwelche führenden und einflussreichen Persönlichkeiten der heutigen politischen Szene?
A. (1) Medialität. (2) Nein, nicht auf die gleiche Weise.
(Share International, Oktober 2004)

F. Es hat mich schockiert, dass Sie Israel als einen Brennpunkt des Bösen bezeichnet haben. Was soll das heißen?
A. Es überrascht mich, dass der Fragesteller schockiert ist angesichts der hartherzigen Unterdrückung des palästinensischen Volkes durch Israel. Israel rechtfertigt sein Vorgehen als Teil des ,,Krieges gegen den Terrorismus“, wie ihn Bush vertritt, der den Irak angegriffen hat, obwohl dieser nicht terroristisch und keineswegs eine Bedrohung für die USA war. Nach der Niederlage der Achsenmächte 1945 wurden die ,,Kräfte des Bösen“, wie wir sie nennen – ,,die Herren der Materie“, wie die Hierarchie sie nennt –, allmählich in ihren eigenen Herrschaftsbereich zurück verbannt: die Aufrechterhaltung des Materieaspektes des Planeten. Als der Staat Israel 1948 mithilfe terroristischer Aktionen gegen die Mandatsmacht Großbritanniens und das palästinensische Volk geschaffen wurde, war es Meister D.K. zufolge, als ob die Kräfte des Bösen wieder einen Fuß in die Tür gesetzt hätten“. Israel hat die Schlüsselposition in einem Dreieck des Bösen, das von lsrael, dem Pentagon in den USA und gewissen Staaten in Osteuropa ausgehend seine Wirkung ausübt. Was wir zur Zeit erleben, ist eine Explosion dieser Kräfte, die von der Menschheit mithilfe der Hierarchie des Lichts – von Maitreya und den Meistern der Weisheit – bekämpft und aufgelöst werden müssen.
(Share International, Oktober 2004)

F. Warum nennen Sie das Israel der 1980er-Jahre noch Palästina? Haben Sie das Gefühl, dass die Juden nicht existieren?
A. Als religiöse Gruppe existieren die Juden ganz offensichtlich ebenso wie der israelische Staat, aber ich glaube, dass die Gründung eines separaten israelischen Staates ein tragischer Fehler war. Tatsächlich droht seit seiner Gründung 1948 immer die Möglichkeit eines dritten Weltkriegs. Für die Meister der Geistigen Hierarchie ist der Nahe Osten seit 1948 das „Pulverfass“ für eine solche Katastrophe gewesen. Mit dem Anspruch auf ein uraltes, aber unmöglich gewordenes Recht auf Palästina, kämpften die Juden mit denselben terroristischen Techniken, die sie jetzt brandmarken, wenn die Araber sie anwenden. Sie nahmen den Palästinensern ihre Heimat, und es wird meiner Meinung nach keinen Frieden in der Welt geben, solange die Palästinenser nicht ihre Heimat zurückbekommen. Ob man auf den Rat des Christus irgendeine Form der Teilung der Macht oder einen anderen Kompromiss vereinbaren wird – auf jeden Fall ist es für den Weltfrieden wesentlich, dass das Palästinenserproblem eine Lösung findet.
(Share International, Dezember 1986)

F. Was sind Ihre Informationen über Juden des Alten Testaments, von denen berichtet wird, dass sie 900 oder mehr Jahre in einem Körper gelebt haben? War das eine Superrasse? Eine Laune der Natur? Von der Hierarchie geplant?
A. Ich nehme an, der Fragesteller denkt an Gestalten wie Noah, von dem es heißt, dass er Hunderte von Jahren lebte. Die biblische Geschichte von der Sintflut ist eine symbolische Darstellung der endgültigen Zerstörung der letzten Reste des atlantischen Kontinents und seiner Zivilisation, Poseidonis (der Azoren von heute), vor 16 000 Jahren. Noah war ein Meister, der die Menschen vor der bevorstehenden Katastrophe warnte und ihnen riet, vor der Flut die höchstgelegenen Landesteile aufzusuchen. Daher das Symbol der Arche. Bei Meistern ist ein solch langes Leben nicht ungewöhnlich, aber es war damals wie heute das Resultat eines hohen evolutionären Grades und nicht die Regel.
(Share International, Dezember 1986)


Kind mit Zusatznahrung des Welternährungsprogramms (Foto: WFP/Issa Al-Raghi, Wikimedia Commons)

„Vor allem müssen die Menschen sich als Brüder begreifen, als Söhne eines gemeinsamen Vaters. Das ist unumgänglich, wenn sie der Gottheit einen Schritt näher kommen wollen. Überall auf dieser Welt gibt es Männer, Frauen, Kinder, die nicht einmal das Notwendigste zum Leben haben; sie bevölkern die Städte in vielen der ärmsten Länder der Welt. Dieses Verbrechen erfüllt mich mit Scham. Meine Brüder, wie könnt ihr diese Menschen vor euren Augen sterben sehen und euch noch Menschen nennen? Mein Plan ist es, diese meine Kleinen vor Hunger und sinnlosem Sterben zu retten. Mein Plan ist es, euch zu zeigen, dass der Weg aus euren Problemen darin besteht, wieder auf die wahre Stimme Gottes in euren Herzen zu hören und den Ertrag dieser überaus reichhaltigen Welt mit euren Brüdern und Schwestern überall zu teilen.“
(aus Maitreyas Botschaft Nr. 11, 5. Januar 1978)

„Auch wenn wir den Völkermord nicht aus eigener Kraft beenden können, können wir doch entscheiden, ob unser Schweigen zu einer weiteren Waffe wird, und wir können jedes Mittel prüfen, das uns zur Verfügung steht, um die Menschlichkeit und Würde aller Menschen zu verteidigen.“
Zohran Mamdani, Bürgermeister der Stadt New York